Airbus-Militärtransporter: Keine Alternative zu dem verkorksten Vogel

KommentarAirbus-Militärtransporter: Keine Alternative zu dem verkorksten Vogel

Bild vergrößern

Modell des Airbus-Miliärtransporters A 400 M auf der International Aerespace Exhibition (ILA) in Berlin-Schönefeld

Das Gerangel um ein vorzeitiges Ende des verspäteten Militärtransporters ist eine Scheindiskussion. Weder Airbus noch die Länder, die das Flugzeug bestellt haben, können sich eine Kündigung leisten.

Kein Rüstungsprojekt sorgt derzeit für mehr Schlagzeilen als der Airbus-Militärtransporter A400M. Nachdem Airbus-Chef Thomas Enders inzwischen nicht mal einen Termin für den Erstflug, geschweige denn für eine Auslieferung nennen kann, überbieten sich gerade deutsche Politiker aller Couleur mit Vorschlägen: von einer strengen Prüfung über herbe Strafzahlungen für Airbus bis zur Idee, den mehr als 20 Milliarden Euro teuren Wundervogel einfach abzuschießen.

Leider ist das praktisch alles heiße Luft. Denn letztlich gibt es keine Alternative als das einstige Vorbild europäischer Zusammenarbeit im Waffensektor bis zur bitteren Neige durchzuziehen.

Anzeige

Keine Alternative zum verkorksten Vogel

Airbus muss weitermachen, weil der A400M mit das wichtigste Mittel ist, den Mutterkonzern EADS durch mehr Rüstungsumsätze vom stark schwankenden Zivilgeschäft unabhängiger zu machen. Zudem hat das Unternehmen inzwischen schon so viel Geld in Entwicklung, Fertigung und Sonderabschreibungen gesteckt, dass der Rest fast nicht mehr ins Gewicht fällt. Zu guter Letzt käme für Airbus mit dem Tod des Transporters mehr oder weniger das Ende seiner Fertigung in Spanien und damit jeglicher Rückendeckung der dortigen Regierung, die immerhin 5,5 Prozent der EADS-Aktien hält.

Aber auch Bundeskanzlerin Angel Merkel kommt aus dem Projekt A400M nicht mehr raus. Zum einen haben sich die anderen am Projekt beteiligten Länder wie Frankreich und Großbritannien bereits mehr oder weniger zähneknirschend dazu bekannt. Da kann auch Deutschland nur bellen, aber nicht beißen.

Entscheidend ist jedoch, dass an dem verkorksten Vogel auch in Deutschland einige tausend Jobs hängen, vor allem in den CDU-Ländern Niedersachen und Bayern. Und die zu gefährden wäre im Superwahljahr 2009 hochriskant.

Und am Ende gar eine Art russisches Roulette. Denn die Bundeswehr kann mit ihrer heutigen Flotte den wachsenden internationalen Aufgaben kaum noch nachkommen und braucht neue Flugzeuge. Kauft sie nicht den A400M, muss sie in den USA, in Russland oder der Ukraine kaufen – und dann eben dort mit deutschen Steuergeldern Jobs schaffen. So sehr mehr Globalisierung auch im Rüstungsmarkt wünschenswert wäre, in den Ruf will sicher keine Regierung geraten.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%