Airbus-Mutter: Boeing gewinnt US-Tankflugzeug-Auftrag gegen EADS

Airbus-Mutter: Boeing gewinnt US-Tankflugzeug-Auftrag gegen EADS

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Tankflugzeuge vom Typ Boeing KC-46A

EADS geht beim 35-Milliarden-Dollar-Auftrag der US-Luftwaffe leer aus. Für die Airbus-Mutter ist der Verlust des Rüstungsgeschäfts zwar schmerzhaft, aber am Ende doch kein wirkliches Problem.

Am Ende hat doch der Haus- und Hoflieferant der US-Air-Force gewonnen: Boeing hat sich den „Jahrhundert-Auftrag“ für 179 Tankflugzeuge gesichert. „Boeing war der klare Sieger“, sagte der US-Vize-Verteidigungsminister William Lynn am späten Donnerstagabend im Pentagon. Damit geht der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS bei dem 35 Milliarden Dollar schweren Geschäft leer aus. Mit Folgeaufträgen könnte das Geschäft auf 100 Milliarden Dollar anwachsen.

Die Kampfkraft, der Anschaffungspreis sowie die Wartungs- und Betriebskosten hätten für das Boeing-Modell gesprochen, sagte Lynn. EADS steht es nun offen, einen förmlichen Protest einzulegen. „Das ist zweifellos eine enttäuschende Entwicklung“, erklärte Ralph Crosby, Vorstand von EADS Nordamerika. „Wir sehen der Diskussion mit der US-Luftwaffe über die Gründe für diesen Entschluss mit Interesse entgegen“. Der Vize-Verteidigungsminister warnte aber bereits: „Wir haben einen klaren und offenen Bieterprozess gestartet. Das schafft keine Basis für Proteste.“

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Es war bereits der dritte Anlauf zur Vergabe des Megageschäfts. Einmal hatte Boeing gewonnen, einmal EADS. Nach Fehlern bei der Auftragsvergabe schrieb die Regierung den Superdeal immer wieder neu aus.

Eine Ausschreibung zuerst zu gewinnen und dann doch noch zu verlieren ist eigentlich ein Grund für schlechte Laune bei EADS, zumal das Angebot der Europäer dem Vernehmen nach technisch besser und kaum teuerer gewesen sein soll.

Türöffner für die Europäer

Trotzdem dürfte sich der Ärger in Grenzen halten. Der Auftrag fast im Wert eines Airbus-Jahresumsatzes, der wichtigsten EADS-Tochter, hätte Konzernchef Louis Gallois geholfen, das Geschäft zu stabilisieren. Das gleichmäßigere Rüstungsgeschäft hätten die EADS weniger abhängig gemacht vom schwankenden Airbus-Zivilgeschäft. Und weil der Konzern neben den Tankern künftig auch bislang in Europa produzierte Flieger in den USA bauen will, hätte er weniger gelitten, wenn die US-Währung schwächelt.

Doch unterm Strich ist der Verlust kein großes Problem. Zum einen war es bereits ein kleines Wunder, dass die EADS hier zum ersten ohne Mal US-Partner antreten durfte. Dazu hat trotz aller Hoffnung die EADS-Führung am Ende nicht wirklich damit gerechnet, dass die USA in der aktuellen Krise den derzeit größten öffentlichen Auftrag nicht an Boeing geben. Immerhin sind die einer der wenigen verbliebenen US-Industriekonzerne.

Entscheidend ist, dass der Wettbewerb eine Art Türöffner war. Nun kann das US-Militär die Europäer bei Ausschreibungen nicht mehr ausschließen. Dazu wissen nun alle Einkäufer des US-Militärs, dass Produkte aus Europa mit denen aus USA mithalten können. Das dürfte der EADS bei künftigen Aufträgen helfen. Etwa in Zukunftsbereichen wie Sicherheitstechnologie. Hier ist die EADS-Tochter Cassidian Marktführer und die Marge ist größer als im Flugzeugbau.

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