Aktionär Fredriksen: Unberechenbarer Partner für TUI

Aktionär Fredriksen: Unberechenbarer Partner für TUI

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John Fredriksen

Mit dem norwegischen Milliardär John Fredriksen hat sich TUI-Chef Michael Frenzel einen Investor eingehandelt, der unberechenbarer kaum sein könnte.

Das Theatercaféen ist das bekannteste Restaurant der norwegischen Hauptstadt. Der großzügig bemessene, mit auffälligen Leuchtern geschmückte Saal ist mehrere Meter hoch, die Rundbögen werden von steinernen Säulen getragen. An den weiß gedeckten Tischen sitzen Banker, Schauspieler, Minister – und Investoren.

Den Ort wird TUI-Chef Michael Frenzel wahrscheinlich irgendwann einmal verfluchen. Denn das Theatercaféen ist das Lieblingslokal von John Fredriksen, der auf der Hauptversammlung des Touristikkonzerns am 7. Mai auf zwei Aufsichtsratsposten pochen will. Die gediegene Schank- und Speisegaststätte könnte die Bühne abgeben für eine Show, die der steinreiche Norweger vor gut zwei Jahren abzog – und jetzt vielleicht wiederholt.

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„Hier begoss Fredriksen mit seinen Leuten, dass er die Mehrheit an einem heiß umkämpften Unternehmen, der norwegischen Ölbohrfirma Smedvig, errang“, berichtet eine Schifffahrtsexpertin, die anonym bleiben möchte. „Doch keine sechs Wochen später zog er sich aus der Übernahmeschlacht zurück und ließ dem US-Konzern Noble vermeintlich den Vorrang. Am Ende übernahm er das Unternehmen aber doch.“ Endet der Kampf um den TUI-Konzern, an dem Fredriksen fünf Prozent hält, ähnlich überraschend?

Kenner in Norwegen, die Fredriksen schon länger beobachten, wissen nur so viel: Der 63-Jährige gilt als einer der unberechenbarsten Investoren im weltweiten Schifffahrts- und Ölbohrgeschäft. „Fredriksen ist unkalkulierbar, er handelt und ändert seine Vorgehensweise von einer Sekunde auf die andere, einfach so“, sagt Trygve Hegnar, Sprössling einer norwegischen Reederfamilie, der früher selbst im Schifffahrtsgeschäft tätig war und heute Medienunternehmer ist.

Fredriksen ist mit einem geschätzten Vermögen von acht Milliarden US-Dollar der reichste Norweger und rangiert auf Platz 113 der Rangliste des amerikanischen Magazins „Forbes“ über die vermögendsten Personen der Welt. Seine Geschäfte macht er nicht mehr nur wie ursprünglich in der Schifffahrt. Er steckt sein Geld auch in die Fischereiwirtschaft, in Inkassounternehmen und Bohranlagenhersteller. Gern spielt er den Konsolidierer zersplitterter Branchen. Jüngstes Beispiel ist die Fischzucht. Fredriksen kaufte sich beim norwegischen Riesen Marine Harvest ein, fusionierte den Konzern mit Fjord Seafood und Pan Fish. Heute kontrolliert er das umsatzstärkste Fischzuchtunternehmen der Welt.

Dabei springt der bullige Anfangsechziger mit dem braungebrannten Gesicht und ergrauten Haar immer wieder gern rein in die Kartoffeln und raus aus den Kartoffeln.  Ende März etwa hatte er den zehnprozentigen Anteil, den seine Ölbohrfirma Seadrill an dem norwegischen Konkurrenten Odfjell Invest hielt, verkauft. Noch kurz zuvor war ihm das gleiche Angebot zu niedrig, das die Erben des Odfjell-Gründers unterbreiteten. Was ihn zu dem Meinungswandel bewog, weiß niemand.

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