_

Allianz mit Daimler: Bosch setzt deutsche Elektroautos unter Strom

Quelle: Handelsblatt Online

Bosch könnte bei Lithium-Ionen-Batterien zum wichtigsten Lieferanten für deutsche Autobauer aufsteigen, auch Daimler meldet nun Interesse an. Kommt jetzt ein Werk in Deutschland? VON MARTIN BUCHENAU UND CARSTEN HERZ

Das Firmenlogo des Automobilzulieferers und Industriekonzerns Bosch vor der Firmenzentrale in Gerlingen. Quelle: handelsblatt.com
Das Firmenlogo des Automobilzulieferers und Industriekonzerns Bosch vor der Firmenzentrale in Gerlingen. Quelle: handelsblatt.com

Bosch wird immer mehr um Rückgrat der deutschen Hersteller beim Umbruch zur Elektromobilität. Nachdem bereits Volkswagen in der Batterietechnik eine Partnerschaft mit dem weltgrößten Zulieferer anstrebt, hat sich nun auch Daimler für eine Allianz ausgesprochen. Für Bosch ein wichtiger Achtungserfolg.

Anzeige

Bisher arbeitet der Stuttgarter Autokonzern bei Lithium-Ionen-Batterien mit dem Mischkonzern Evonik zusammen. „Wir reden neben anderen selbstverständlich auch mit Bosch und natürlich auch über eine Zusammenarbeit bei der Lithium-Ionen-Batterie“, sagte Daimler-Forschungsvorstand Thomas Weber dem Handelsblatt. „Ich kann mir gut vorstellen, dass Bosch, neben unserem Jointventure mit Evonik, für uns ein weiterer Lieferant wird.“ Daimler brauche für seine Fahrzeuge mehr als einen Batterietyp. „Und was Bosch zu bieten hat, schauen wir uns natürlich ganz genau an.“

Das machen offenbar eine ganze Reihe deutscher Autobauer. So hatte vor wenigen Tagen auch der Volkswagen-Konzern durchblicken lassen, dass er kurz davor steht, Bosch als Zweitlieferant für Akkus neben dem VW-Partner Sanyo auszuwählen. „Bosch wäre in der Zelltechnik der richtige Partner“, sagte VW-Chef Martin Winterkorn der Nachrichtenagentur Reuters in Braunschweig. Er regte einen europäischen Produktionsstandort für Batteriezellen an.

So hatte vor wenigen Tagen auch der Volkswagen-Konzern durchblicken lassen, dass er kurz davor steht, Bosch als Zweitlieferant für Akkus neben dem VW-Partner Sanyo auszuwählen. Bosch-Kfz-Technik-Chef Bernd Bohr hatte zu Jahresanfang gesagt, sollte der Stuttgarter Konzern einen Großauftrag in Europa hereinholen, erwäge die Geschäftsführung den Aufbau einer Produktion in Deutschland. Seit Ende 2010 produziert Bosch zusammen mit seinem Partner Samsung in Korea Lithium-Ionen-Batterie für Elektroautos. Die deutschen Hersteller forcieren damit ihre Anstrengungen zum Aufbau einer Batteriefertigung in Deutschland.

Autoindustrie schmiedet Bündnisse für Batterieproduktion

Daimler macht auch beim gemeinsam mit Evonik geführten Tochterunternehmen Li Tec Battery GmbH im sächsischen Kamenz Tempo, in dem in wenigen Wochen die Serienfertigung anlaufen wird. „Wir wissen heute schon, dass wir die Kapazitäten in Kamenz bald erweitern müssen, um dem Bedarf nachzukommen“, sagte Weber. „Wir stehen also vor der Frage: Wo findet Kamenz 2 statt?“ Eine Option sei eine zweite Fabrik in Kamenz neben das erste Werk zu setzen, eine andere ein zweiter Standort im Ausland. Viel Zeit will sich der Hersteller mit der Frage nicht mehr lassen: „Wir werden die Entscheidung bald treffen.“

Für den Bau von Elektromotoren und Batterien entstehen derzeit in der Automobilindustrie zahlreiche Bündnisse. Daimler-Vorstand Weber bestätigte erstmals, dass der Konzern darüber nachdenkt, auch seinen französisch-japanischen Partner Renault-Nissan mit in das Jointventure mit Evonik aufzunehmen. „Wenn Partner sich gut verstehen, kann man auf dem Weg in die Zukunft vieles diskutieren, zum Beispiel auch ob die Zusammenarbeit bei der Speichertechnologie noch enger werden kann, sagte Weber. „Eine große Lösung mit Renault-Nissan könnte darum Sinn machen.“ Bislang hatten sowohl Renault-Nissan als auch Daimler sich zu Brancheninformationen über eine mögliche Batterie-Union zwischen den Herstellern nicht äußern wollen.

Daimler will Industriekreisen zufolge die Zusammenarbeit mit Renault auf Batterien für Elektroautos ausweiten. Dazu soll der französische Autobauer in die bestehende Kooperation mit dem Industriekonzern Evonik einbezogen werden. Daimler und Bosch hatten vor kurzem angekündigt, künftig Elektromotoren zu entwickeln und zu bauen.

Der Münchner Rivale BMW hat sich mit dem französischen Autobauer Peugeot zusammengetan, um Teile für Hybridautos zu bauen. Weitgehend ohne Partner ist bislang Volkswagen. Der Wolfsburger Konzern zählt Elektromotoren und Batterien sowie die dazugehörende Elektronik zu seiner Kernkompetenz. Lieferanten stellen die Komponenten nach den Vorgaben von VW her. Winterkorn machte deutlich, dass VW die Zellen von Bosch beziehen und je nach Leistung der Batterien für Elektroautos konfektionieren würde.

weitere Fotostrecken

Blogs

Was die Bahn bewegte: Rückblick auf die Wochen 19+20
Was die Bahn bewegte: Rückblick auf die Wochen 19+20

Die zwei zurückliegenden Wochen haben gezeigt: Billigstrategien im Fernverkehr gehen auf. Auf der Straße feiert...

    Folgen Sie uns im Social Web

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 18.05.2013

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche

WirtschaftsWoche Shop

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.