Allianz Versicherung: "Keine Bedenken, dass es zu Staatsbankrotten kommt"

Allianz Versicherung: "Keine Bedenken, dass es zu Staatsbankrotten kommt"

von Annina Reimann

Mehr Umsatz, mehr Gewinn, mehr Dividende – die Allianz Versicherung hat in München die Bilanz für das Jahr 2009 vorgelegt. Trotz 130 Milliarden Euro Investments in Staatsanleihen blickt das Management gelassen in die Zukunft.

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Michael Diekmann, Vorstandsvorsitzender der Allianz SE, auf der Bilanz-Pressekonferenz des Versicherungskonzerns in München.

Obwohl rund ein Drittel der 409 Milliarden Euro Allianz-Kapitalanlagen Ende 2009 in Staatsanleihen stecken, zeigte sich der Vorstandsvorsitzende Michael Diekmann entspannt: „Sicher gibt es Risiken, aber ich glaube, dass die am Ende nicht durchschlagen werden.“ Auch Finanzvorstand Paul Achleitner sagte: „Wir haben keine Bedenken, dass es in Europa zu irgendwelchen Staatsbankrotten kommt.“ Die Allianz hat mit 7,6 Milliarden Euro das meisten Geld in diesem Bereich in italienischen Staatsanleihen angelegt, auf dem sechsten Platz folgt Spanien mit 1,8 Milliarden. 900 Millionen sind es im überschuldeten Griechenland.

Diekmann, Chef von Europas größtem Versicherer, rechnet dabei „zukünftig mit einem verhaltenen Wirtschaftswachstum“. Die Erholung in vielen wichtigen Volkswirtschaften dürfte sich zwar im Jahresverlauf fortsetzen, „von einem selbsttragenden Aufschwung kann aber nicht die Rede sein“, sagte er in München vor rund 40 Journalisten. An den Boom vor der Finanzkrise werde die Weltwirtschaft nicht mehr so bald anschließen. „Wir rechnen in den Industrieländern maximal mit einem Wachstum von knapp zwei Prozent und sehen auch in den Folgejahren eine eher verhaltene Entwicklung“, so der Allianz-Chef.

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Dafür sprächen die notwendige Konsolidierung der Staatsfinanzen, der Schuldenabbau im Privatsektor und die strengere Bankenregulierung. Der Aufholprozess in Asien und Südamerika werde sich fortsetzen, „und mit etwas Verzögerung auch der in Osteuropa“.

Mit Gewinnchancen wird weiterhin gerechnet

Aktionäre dürfen sich unterdessen freuen: Der Vorstand empfiehlt mit 4,10 Euro eine um 17 Prozent höhere Dividende. Damit betrage die Dividendenrendite nunmehr 5,6 Prozent, hieß es. Die steigende Dividende ist das Resultat eines auf 4,7 Milliarden Euro um über 13 Prozent gestiegenen Gewinns. Auch der Umsatz legte um 5,2 Prozent auf 97,4 Milliarden Euro zu.

Gerne würde Diekmann langfristig mehr als die bisherigen acht Prozent in Aktien stecken. „Wer wirklich einen Vermögensaufbau machen will, kommt an dem Thema Aktien nicht vorbei“, sagte er. Allerdings sei das aufgrund der volatilen Märkte derzeit schwer zu vermitteln. Die historisch niedrigen Zinsen dürften leicht steigen, schätzt er. Bei Aktien sehe er ein geringes Aufwärtspotenzial bei höheren Schwankungen. Störfaktoren wie starke Bewegungen von Dollarkurs, Rohstoff- und Ölpreisen oder ein notwendiger Kurswechsel der Geld- und Finanzpolitik „sind dabei auch nicht zu unterschätzen“, warnte Diekmann.

 Dabei macht ihm die zehnprozentige Allianzbeteiligung an der Commerzbank derzeit keine Sorgen. Stattdessen rechnet er hier weiterhin mit Gewinnchancen. „Wir sehen nach wir vor, dass die Commerzbank strategisch so gut aufgestellt ist, dass wir hier ein deutliches Wertaufholungspotenzial sehen“, sagte er. Die Beteiligung von gut zehn Prozent wolle die Allianz mehr oder weniger halten. Die Commerzbank bleibe ein „signifikantes Investment“ und „langfristiges Engagement“ für den Konzern. Die Allianz hatte die Commerzbank-Aktien im Zuge des Verkaufs der Dresdner Bank übernommen. Die frühere Tochter Dresdner wird derzeit in die Commerzbank integriert. Frisches Geld für die Bank schließt Diekmann aber aus.

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