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Alternative Briefdienste: Im Windschatten der Post

von Christian Schlesiger

Nach dem Rückschlag durh Mindestlöhne für Briefzusteller haben die Post-Konkurrenten ihre Schockstarre überwunden. Nun holen die alternativen Briefzustelldienste für einen erneuten Angriff gegen die Deutsche Post aus.

Briefzusteller der Firma PIN Quelle: dpa
Briefzusteller der Firma PIN und Andere sind zur ernsthaften Konkurrenz für die Deutsche Post geworden Quelle: dpa

Das Debakel begann mit dem Mindestlohn. Kurz nachdem der Bundestag im Dezember 2007 eine Verdienstuntergrenze für Briefzusteller in Höhe von 9,80 Euro pro Stunde im Westen beschlossen hatte, meldete der zum Springer Verlag gehörende Zustelldienst Pin Mail Insolvenz an. Damit war der gefährlichste Konkurrent erst einmal tot, und der gelbe Riese festigte seinen Marktanteil von 90 Prozent.

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Inzwischen haben die Wettbewerber ihre Schockstarre überwunden. Sie haben die Zustellqualität erhöht. Der Mindestlohn sowie die Mehrwertsteuerbefreiung der Post stehen auf der Kippe. Solange sich das neue E-Mail-System De-Mail nicht durchgesetzt hat, positionieren sich die alternativen Zustelldienste und versuchen, der Post Geschäft abzunehmen. Die wichtigen Player treten unterschiedlich auf:

TNT – trotzig und aggressiv. Die ehemalige niederländische Staatspost ist der größte Konkurrent der Deutschen Post. Das TNT-Zustellernetz erreicht rund 90 Prozent der Haushalte, der Marktanteil am Briefaufkommen beträgt circa drei Prozent. Viele Empfänger erreicht TNT durch Kooperation mit regionalen Zustelldiensten. TNT zahlt mit Verweis auf laufende Rechtsverfahren weniger als den Mindestlohn, das heißt 7,60 Euro pro Stunde. Trotzdem macht TNT hierzulande „noch immer keinen Gewinn“, sagt Deutschland-Chef Mario Frusch. Zurzeit spricht TNT mit der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, in der noch bis Ende Mai die WirtschaftsWoche erscheint, über eine Partnerschaft.

P2 – leise und unauffällig. Der Zusammenschluss 21 regionaler Zustellfirmen hat es zu einer beachtlichen Größe geschafft. Die Partner wie Maximail in Griesheim, Regio Post Pfalz aus Ludwigshafen, Biber Post in Magdeburg oder Regio Mail aus Heilbronn decken heute rund 60 Prozent der Fläche Deutschlands ab. Ziel ist die „Komplettabdeckung“, sagt Geschäftsführer Armin Knab. Innerhalb von 100 Kilometern vom Ort des Briefeinwurfes garantiert der Verbund die Zustellung am nächsten Tag, sonst nach zwei Tagen. P2 zählt zu den Kandidaten, die bald ein bundesweites Netz betreiben könnten.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 09.06.2009, 22:53 UhrAnonymer Benutzer: rambo

    wenn TNT bei der pin Mail einsteigt wird dann auch nur noch
    7,60€ pro stunde bezahlt ?

  • 04.06.2009, 21:57 UhrAnonymer Benutzer: 123

    "Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, in der noch bis Ende Mai die WirtschaftsWoche erscheint" ??? Wo erscheint sie danach?

  • 04.06.2009, 20:38 UhrAnonymer Benutzer: Barbara

    Die Post stellt über Zeitarbeitsfirmen Zusteller auf 400,- Eurobasis ein. Wenn man sich ansieht, wieviel Stunden dafür monatlich geleistet werden müssen, dann kommt die Post auch nicht auf den Mindestlohn. Oder die auf 50Tageregelung beschäftigten bei der Post, die die Wurfsendungen (Werbung) verteilen. ich würde mich freuen , wenn es PiN wieder in Köln gäbe.Die Zustellung war vorbildlich-zumindest da , wo ich wohne.

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