Amazon Deutschland: "6000 zusätzliche Mitarbeiter im Weihnachtsgeschäft"

Amazon Deutschland: "6000 zusätzliche Mitarbeiter im Weihnachtsgeschäft"

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Ralf Kleber, Deutschland-Chef von Amazon

von Henryk Hielscher

Der Deutschland-Chef von Amazon, Ralf Kleber, über das noch junge Online-Geschäft mit Lebensmitteln, das wachsende Sortiment und die gefragtesten Weihnachtsgeschenke.

WirtschaftsWoche: Herr Kleber, haben Sie schon Ihre Weihnachtseinkäufe erledigt?

Ralf Kleber: Ich habe zwei Kinder, da sind Weihnachtsgeschenke eine ernste Angelegenheit und oberste Vaterpflicht. Diesmal ist allerdings wenig Exotisches dabei: Bücher, CDs und natürlich Spielzeug.

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Lebensmittel und Leckereien gehören nicht dazu? Ist Ihnen das Angebot bei Amazon.de noch zu dürftig?

Nein, ich esse ganzjährig – nicht nur zu Weihnachten, deshalb hat der Einkauf für die Festtagstafel einfach noch etwas Zeit. Aber im Ernst: Viele Lebensmittel bestelle ich tatsächlich über unsere Web-Site. Das funktioniert wunderbar.

Das sehen Verbraucherschützer und Wettbewerber anders. Sie bemängeln hohe Preise, der Chef des Handelskonzerns Rewe, Alain Caparros, spottete gar über Ihr "abenteuerliches" Angebot.

Es ist ja schon eine gewisse Wertschätzung, dass sich die Konkurrenz überhaupt mit uns auseinandersetzt. Aber ohne hochnäsig klingen zu wollen: Statt in die Diskussion einzusteigen, machen wir lieber unser Ding. Die Kundenzahlen steigen, und auch die Kundenkommentare sind überwiegend positiv.

Wie viele Kunden nutzen das Angebot?

Konkrete Zahlen für den deutschen Markt nennen wir generell nicht. Aber ein halbes Jahr nach dem Start des Lebensmittelangebots ist für uns klar – es funktioniert, und wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung. Die Kritik in der Öffentlichkeit beruht auf einem Missverständnis.

Und das wäre?

Unser Angebot wurde mit dem eines normalen Supermarkts verglichen, in dem Verbraucher ihren Wochenendeinkauf erledigen. Das war im ersten Schritt aber gar nicht unser Ziel. Den täglichen Einkauf frischer Produkte oder Tiefkühlware wollen und können wir zurzeit gar nicht ersetzen. Was wir aber können, ist, planbare, gezielte Einkäufe zu erleichtern, also wenn jemand zum Beispiel jeden Monat zwei Packungen Spaghetti und drei Dosen Erbsen kauft, kann er die bei uns bestellen. Im ersten Schritt geht es also vor allem darum, mit unseren Angeboten die Vorratskammern der Konsumenten zu füllen, die Kühlschränke sind später dran.

Aber weshalb sollte jemand das nicht auch im Supermarkt oder beim Discounter kaufen, wo es ohnehin alles gibt?

Klar, die Grundversorgung steht. Aber sobald die Leute mehr als die übliche Standardware wollen, kann es schwierig werden. Jemand der auf dem Land wohnt, hat vielleicht keinen Bio-Laden in der Nähe. Bei uns kann er aus mittlerweile 7000 Bio- und Fairtrade-Produkten auswählen. Eine bestimmte Pasta- oder Kaffeesorte, oder spezielle amerikanische Keksmarken finden sie auch nicht in jedem beliebigen Supermarkt – aber bei uns.

Wie groß ist Ihr Lebensmittel-Sortiment?

Wir sind im Juli mit 35.000 Produkten von Spaghetti bis zum Brotaufstrich gestartet. Inzwischen bieten wir zusammen mit unseren Partnern 67.000 Artikel an – und das ist erst der Anfang. In den USA liegt unser Lebensmittelangebot bei über 450.000 Produkten – das ist unser Maßstab.

In der Branche heißt es, Amazon will künftig auch Medikamente verkaufen.

Ich liebe solche Gerüchte. Richtig ist, dass wir grundsätzlich alles verkaufen wollen, was sich legal verkaufen lässt. Aber Medikamente stehen momentan nicht ganz oben auf unserer Prioritätenliste.

Sondern?

Wenn man sich die über 40 Kategorien ansieht, die Amazon.com bereits bietet, dann bekommt man einen guten Eindruck davon, was auch für Amazon.de noch denkbar ist. Wir haben noch viel vor, was den Ausbau unseres Angebots angeht. Aber alles zu seiner Zeit.

Was steht dieses Jahr ganz oben auf den Weihnachtswunschzetteln?

Kleber: Mit der Vergrößerung des Sortiments haben wir natürlich auch immer mehr Weihnachtsgeschenke im Angebot. Neben klassischen Medienprodukten, bei denen zum Beispiel die DVD Fan-Edition von Eclipse, Biss zum Abendrot, die neue CD von Take That und der neue Roman von Ken Follet ganz vorn dabei sind, stehen wieder Smartphones auf den Wunschzetteln. Hugo Boss und Joop sehen wir bei den Parfums an erster Stelle. Bei Kindern ist Diego Drachenzahn, das Kinderspiel des Jahres 2010, sehr beliebt.

Das klingt nach guten Umsätzen. Wie ist das Weihnachtsgeschäft angelaufen?

Aufgrund unserer Börsennotierung können wir keine Details verraten. Aber allein in Deutschland haben wir für die Vorweihnachtszeit 6000 zusätzliche Mitarbeiter für unsere Versandzentren engagiert. Einige Hundert Mitarbeiter werden wir dauerhaft übernehmen.

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