Amerikanischer Automarkt: US-Schrottprämie für deutsche Autobauer fast wirkungslos

Amerikanischer Automarkt: US-Schrottprämie für deutsche Autobauer fast wirkungslos

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US-Schrottplatz: Vor allem asiatische Autobauer profitieren von der US-Schrottprämie

Die Verschrottungsprämie, mit der die US-Regierung nach deutschem Vorbild die Verkäufe von Autos angekurbelt, läuft an den deutschen Herstellern bisher fast wirkungslos vorbei.

Bei Mercedes-Benz-USA hat man es nicht einmal für nötig befunden, die Anträge zu registrieren, mit denen sich in den USA seit dem 24. Juli Käufer von Neuwagen einen Rabatt von bis zu 4500 Dollar (3130 Euro) von der US-Regierung sichern konnten, wenn sie gleichzeitig einen alten Spritfresser zum Verschrotten einlieferten. „Nicht unsere Kundengruppe“, heißt es aus der Firmenzentrale in Montvale, New Jersey.

Zudem gebe es bei Mercedes nur ein Model, den GLK, der mit einem Preis von weniger als 45.000 Dollar (31.300 Euro) – das ist die Obergrenze bei Neuwagen für den Verschrottungsrabatt – dafür infrage käme. „Wir wissen, es gab einige Transaktionen“, sagt eine Unternehmenssprecherin, „aber wir können nicht mit Sicherheit sagen wie viele, denn deren Zahl war sehr gering.“

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Da tun sich die Konzernkollegen von Smart-USA etwas leichter. Immerhin 279 der Zweisitzer, die die erforderlichen Spritverbrauchswerte zur Qualifizierung locker erfüllen, konnten die Händler mit dem vollen Verschrottungsrabatt von 4500 Dollar in den letzten Juli-Tagen noch losschlagen. Und weitere 32 Stück am ersten August-Wochenende. Das war ein willkommener Pusch. Denn trotz dieser Prämie lagen die Verkaufszahlen für den kleinen Flitzer, der erst zu Beginn des vergangenen Jahres mit gewaltigem Schwung in den USA gestartet war, zuletzt auf deprimierendem Niveau: Minus 44,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Warteliste in den USA – das war einmal. Heute stehen bei Smart-Händlern "Smarties" zum sofortigen Mitnehmen auf dem Hof.

VW, Ford und Japaner zählen zu den Gewinnern

Auch bei BMW sieht es nicht viel besser aus. Zwar haben die Münchner mehr Modelle als Mercedes, nach Auskunft von US-BMW insgesamt sechs - insbesondere aus der 1er und 3er Reihe - um bei der Verschrottungsprämie mitspielen zu können, doch die genaue Zahl der Verschrottungsanträge kann man oder will man nicht nennen. Das Juli-Minus von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, während der Gesamtmarkt in den USA um 10,6 Prozent nachgab, spricht dennoch eine deutliche Sprache. Nur beim Mini gab es mit Hilfe der Abwrackprämie Ende Juli einige Nachfrage. Er liegt mit einem Absatzminus von 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr nur moderat schlechter.

Zufriedener ist man allein bei Volkswagen. Insgesamt 3342 Verschrottungsdeals hätten die Händler bis vergangenen Freitag gemeldet. "Unsere Erwartungen sind damit deutlich übertroffen worden,“ sagt Steve Keyes von VW-North-America. Besonders der Jetta und Modelle mit sauberer Dieseltechnologie seien bei den Amerikanern gut angekommen. Bei Audi denkt man darüber nach, demnächst zusätzliche Anreize zum Kauf anzubieten, sollte das Abwrackprogramm verlängert werden.

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