Anlagebetrug: Kaviarbetrüger landet im Gefängnis

Anlagebetrug: Kaviarbetrüger landet im Gefängnis

, aktualisiert 21. Oktober 2013, 17:52 Uhr
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Blick auf die Fischaufzuchtbecken der Firma Caviar Creator Manufaktur

von Henryk Hielscher

Er versprach die größte Kaviarfarm der Welt und fischte nur im Trüben. Im Dezember wurde Caviar-Creator-Chef Frank Schaefer wegen eines Millionen-Schwindels zu einer Haftstrafe verurteilt. Das Geld der Anleger bleibt verschwunden.

Liebe Leser,
nach der Veröffentlichung des ursprünglichen Beitrags wurde der Prozess zum Caviar Creator neu aufgerollt: Das Landgericht Düsseldorf hatte den Angeklagten Frank Schaefer Ende 2010 zu einer Haftstrafe verurteilt, weil er mit seinem Unternehmen Caviar Creator zahlreiche Anleger um ihr Geld betrogen haben soll. Der Bundesgerichtshof (BGH) hob das Urteil wieder auf und verwies das Verfahren zurück an das Landgericht. Im ersten Prozess hatte Schäfer im Rahmen einer Absprache zugegeben, dass er in Mitteilungen Zahlen des Unternehmens geschönt hat. Das Gericht hatte daraufhin auf die Anhörung von Zeugen verzichtet. Darin erkannte der Bundesgerichtshof einen Rechtsfehler: Das Landgericht hätte sich überzeugen müssen, dass Aktienkäufer durch Beschreibungen in Prospekten getäuscht wurden. Das sollte in einem zweiten Prozess, der im Herbst 2012 startete, nachgeholt werden. Nach Auskunft des Landgerichts Düsseldorf ist der zweite Prozess derzeit jedoch ausgesetzt worden, da die Auswertung von sichergestellten Festplatten abgewartet werden soll. „Der Grundvorwurf gegen den Angeklagten steht bisher nicht zur Disposition“, sagt ein Gerichtssprecher dazu. Schriftlich betont Schaefer: „Ich bin bis dato nicht rechtskräftig verurteilt. Mein Führungszeugnis weist keinerlei Eintragungen aus. Das Urteil aus 2010 wurde vom 3. Senat des BGH wegen Rechtsfehler aufgehoben.“

Frank Schaefer hatte viel versprochen. Mit dem Slogan "Unser Gold ist schwarz" brachte der frühere Chef der Firma Caviar Creator mehrere Millionen nicht börsennotierte Aktien der Gesellschaft unters Volk. Zusätzlich verkaufte er Fondsanteile zur Finanzierung der weltweit größten überdachten Kaviarfarm in der vorpommerschen Kleinstadt Demmin. Erklärtes Ziel des Störzüchters: die globale Marktführerschaft in der Kaviar-Produktion.

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Bei der Justiz stießen Schaefers Visionen allerdings auf erhebliche Vorbehalte, auch die WirtschaftsWoche warnte seit 2006 mehrfach vor dem Investment. Spätestens seit Dezember 2010 ist nun endgültig klar, dass die Vision vom schwarzen Gold nicht viel mehr war als eine breitangelegte  Betrugsmasche. Anleger, die investiert hatten, stehen vor einem Scherbenhaufen. Im Dezember wurde Schaefer für den Millionen-Schwindel zu drei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt.

Caviar Creator war schon 2005 pleite

Das Düsseldorfer Landgericht sprach den 55-jährigen Kaufmann wegen besonders schweren Betrugs schuldig. Der Düsseldorfer hatte mit der Kaviarzucht in Mecklenburg-Vorpommern noch bis 2008 Anlegergelder eingeworben, obwohl die Firma bereits Ende 2005 pleite war. Das Kapital von Caviar Creator sei Ende 2005 aufgebraucht gewesen, sagte Richterin Pascale Wierum. Den monatlichen Kosten von 200 000 Euro hätten „keine nennenswerten Einnahmen entgegengestanden“. 662 deutsche Anleger verloren 13,5 Millionen Euro. Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre Haft beantragt.

Aktionärsvertreter Moritz Wolf zeigte sich über das Urteil „entsetzt“. Der tatsächliche Gesamtschaden liege bei fast 80 Millionen Euro. „Die Aktionäre sehen keinen Cent.“ Skandalös sei, dass nach den verschwundenen Millionen nicht gefahndet werde.

Schaefer hatte stets „den Eindruck eines florierenden Unternehmens vermittelt und unrealistische Expansionspläne verkündet“, sagte die Richterin bei der Urteilsverkündung. So habe er den Anlegern für das Jahr 2007 „bei zurückhaltender Prognose“ eine Ernte von 8,5 Tonnen Kaviar in Aussicht gestellt. Tatsächlich seien es 0,7 Tonnen gewesen. Auch der immer wieder angekündigte Einstieg von Großinvestoren habe nie bevorgestanden. Strafmildernd wertete das Gericht das Geständnis des Angeklagten. Der Kaufmann hatte Aktionärsvorwürfe bestritten, wonach er sich an den Anlegergeldern bereichert habe. Dafür, so Anwalt Joachim Allbert, hätten umfangreiche Ermittlungen der Finanzbehörden keinerlei Hinweise gefunden. Der 55-jährige war im vergangenem November in den USA festgenommen und im Februar dieses Jahres an die deutsche Justiz ausgeliefert worden.

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