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Anlagebetrug: Phoenix-Anleger sollen bald Geld sehen

von rtr

Die geprellten Anleger der Kapitalanlagegesellschaft Phoenix können trotz der Verzögerung beim Insolvenzverfahren auf eine baldige Auszahlung ihrer Gelder hoffen. Die Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW) will zunächst 30 Millionen Euro auszahlen.

Gläubigerversammlung: Geprellte Phoenix-Anleger müssen noch lange warten,  dpa
Gläubigerversammlung: Geprellte Phoenix-Anleger müssen noch lange warten, Foto: dpa

Dazu will der EdW bis Jahresende Sonderbeiträge von ihren rund 750 Mitgliedsfirmen erheben. „Wir legen jetzt los“, sagte EdW-Abteilungsdirektor Michael Helmers heute der Nachrichtenagentur Reuters. In einem ersten Schritt gehe es um eine Entschädigung von 30 Millionen Euro für die etwa 30.000 Phoenix-Gläubiger. Insgesamt stelle sich die EdW auf Zahlungen von rund 200 Millionen Euro ein. In der Kasse habe der Fonds derzeit gut acht Millionen Euro. Viele Mitgliedsfirmen der Sicherungseinrichtung, die von der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) verwaltet wird, haben bereits Widerstand gegen Sonderbeiträge angekündigt. Möglicherweise könnten Gerichte daher einen raschen Beginn der Entschädigung stoppen. Helmers äußerte sich aber zuversichtlich, dass die EdW im Frühjahr mit der Auszahlung starten könne. „Ich gehe davon aus, dass die Sache durchgeht“, sagte er. Insgesamt werde die gesamte Abwicklung aber wohl mindestens zwei bis drei Jahre dauern. Fall liegt beim Bundesgerichtshof Seit dem Zusammenbruch von Phoenix Anfang 2005 warten die Anleger auf ihr Geld. Das Insolvenzverfahren zieht sich wegen diverser juristischer Auseinandersetzungen hin. Der Fall liegt nun beim Bundesgerichtshof, der klären soll, ob der vorliegende Insolvenzplan zur Auszahlung der Gelder rechtmäßig ist. Ein großer Phoenix-Gläubiger, der auf die vollständige Rückzahlung seiner Gelder pocht, hatte Beschwerde gegen den Plan eingelegt. Ursprünglich sollten im Herbst erste Zahlungen aus der etwa 230 Millionen Euro schweren Insolvenzmasse geleistet werden. Gläubiger, deren Ansprüche daraus nicht vollständig befriedigt werden, können sich an die EdW wenden. Sie haben dann in der Regel einen Anspruch auf 90 Prozent ihrer Forderungen oder maximal 20.000 Euro. Der Fall Phoenix ist einer der größten Anlagebetrugsskandale in Deutschland. Die Firma hatte ihre Kunden über Jahre hinweg betrogen und ihnen einen erfolgreichen Handel mit Derivaten und Optionsscheinen vorgegaukelt. In Wirklichkeit häuften sich hohe Verluste an. Im März 2005 meldete Phoenix schließlich Insolvenz an.

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