
HB DÜSSELDORF. Offiziell wollten sich weder Apax noch Heiner Kamps’ Düsseldorfer Investmentgesellschaft BHVG zum Verkauf äußern, der von Experten mit 175 bis 300 Mill. Euro bewertet wird. Unklar ist noch, ob in den 424 Nordsee-Filialen Arbeitsplätze gestrichen werden. Derzeit beschäftigt die Kette rund 6000 Mitarbeiter. „Uns sind noch keine Einzelheiten mitgeteilt worden“, sagte Betriebsratschef Wolfgang Richter. Mit dem Verkauf der Kamps AG an den italienischen Nudelhersteller Barilla soll der gelernte Bäckermeister und graduierte Betriebswirt vor zwei Jahren 60 Mill. Euro verdient haben. Das Kapital investierte er nicht nur in die Fluggesellschaft Kamps Airplane, der ehemalige Großbäcker versuchte zudem im vergangenen November, die Autobahnraststättenkette Tank und Rast zu übernehmen. Weil aber ein Finanzpartner überraschend absprang, schnappte ihm die britische Beteiligungsgesellschaft Terra Firma das Übernahmeziel vor der Nase weg. Als Finanzpartner von Kamps für die Nordsee-Übernahme wird in Branchenkreisen die Investmentbank Nomura genannte, die ebenfalls reichlich Know-how mitbringen könnte: Die Japaner zählen in Großbritannien seit langem zu den großen Kneipen- und Gastronomieinvestoren. Auch für die Nordsee Fisch-Spezialitäten GmbH, an der Kamps seit längerem mit 2,6 Prozent beteiligt ist, sollen zuletzt mehrere Kapitalgesellschaften geboten haben, darunter die Texas Pacific Group (TPC), sowie die Finanzinvestoren von Bain Capital und Montagu. Der US-Investor Bain Capital hat unter anderem in Burger King und Domino Pizza investiert, die britische Gesellschaft Montagu in die englische Restaurantkette Pizzaland.
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Von ihren Nordsee-Schnellrestaurants versucht sich Apax Partners schon seit langem zu trennen. Im Juni 2001 stand bereits ein Börsengang auf dem Programm. Doch wenige Tage vor der Erstnotierung sagte die Private-Equity-Gesellschaft das IPO ab. Das Börsenklima hatte sich während der Vorbereitungszeit deutlich eingetrübt. Die fünftgrößte Imbisskette Deutschlands verliert seit Jahren kontinuierlich Umsatz. 2004 gingen die Nettoerlöse von 297 Mill. Euro im Vorjahr auf 292 Mill. Euro zurück. Geschäftsführer Hans Matthijsse, der vor zwei Jahren das Ruder in Bremerhaven übernahm, verordnete der Kette im vergangenen Oktober ein neues Marketingkonzept. Um die Beteiligung verkaufsfähig zu machen, verbannte er Fischnetze und Plastik-Hummer aus den Restaurantfilialen und spendierte ihnen neue Einrichtungen. Der ehemaligen Hotelfachmann will Nordsee nun als den „gesunden Fastfood-Anbieter für die ganze Familie“ positionieren. Dazu ließ Matthijsse die Speisenkarte überarbeiten und startete eine Werbekampagne unter dem Slogan „Fisch verliebt“. Nordsee betreibt Filialen in Deutschland, der Schweiz, Österreich, Tschechien und Slowenien. Im Heimatmarkt tritt die Kette aber gegen die Übermacht des Bulettenbraters McDonald’s an, der im vergangenen Jahr mit dreimal so viel Filialen fast achtmal so viel Umsatz generierte.






















