Apotheken: Däinghaus verlässt DocMorris

Apotheken: Däinghaus verlässt DocMorris

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Ralf Däinghaus, bisher Chef von DocMorris, verlässt das Unternehmen

DocMorris-Chef Ralf Däinghaus hat sich heute am Unternehmenssitz in Heerlen von seinen Mitarbeitern verabschiedet. Nach neun Jahren verlässt der rothaarige Gründer das Unternehmen. Der Abgang sei schon länger geplant gewesen, heißt es.

Bereits nach der Übernahme von DocMorris durch den Stuttgarter Pharmagroßhändler Celesio im Frühjahr 2007 habe Däinghaus durchblicken lassen, das Unternehmen auf absehbare Zeit zu verlassen. Er sei nun mal kein Konzerntyp, wird der DocMorris-Gründer sinngemäß zitiert. Der studierte Informatiker Däinghaus will sich künftig wieder verstärkt "eigenen unternehmerischen Ideen" widmen. Wie es heißt, will Däinghaus jedoch die Branche wechseln: Sein neues Betätigungsfeld soll nichts mit Apotheken und Medikamenten zu tun haben. Däinghaus will jedoch DocMorris als Berater erhalten bleiben.

Däinghaus hinterlässt kein Vakuum, die künftige Führungsstruktur steht: Das Versandhandelsgeschäft von DocMorris leitet seit über einem Jahr der frühere Otto- und Quelle-Manager Olaf Heinrich. Für die etwa 150 Apotheken mit DocMorris-Logo in Deutschland zeichnet seit gestern der gelernte Apotheke Thomas von Künsberg Sarre verantwortlich, der beim Mutterkonzern Celesio unter anderem als Assistent von Vorstandschef Fritz Oesterle gearbeitet hat.

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Ratiopharm-Zwillinge als DocMorris-Werbeträger

Däinghaus hatte zuletzt Schlagzeilen gemacht, als er für Deutschlands bekannteste Apothekenmarke Fernsehwerbung einführte und die früheren Ratiopharm-Zwillinge als Werbeträgerinnen für DocMorris gewann. Weniger erfreulich für Däinghaus verlief die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes (EuGH). Däinghaus hatte gehofft, der EuGH werde Apothekenketten in Deutschland zulassen. DocMorris hätte dann bei seiner Apotheken-Expansion mächtig aufs Tempo drücken können. Vor einigen Monaten entschied der EuGH jedoch gegen Kettenapotheken und bestätigte die geltende Rechtsordnung für Apotheker.

Derzeit gibt es in Deutschland etwa 150 Apotheken mit DocMorris-Logo, die zwar nach einer Kette aussehen, tatsächlich aber nach wie vor von eigenständigen Inhabern geführt werden, die DocMorris über eine Franchise-Kooperation verbunden sind. Etwa 500 dieser sogenannten Marken-Apotheken soll es Ende 2011 geben. Im Jahre 2008 erzielte DocMorris mit seinem Versandgeschäft und den Partnerapotheken einen Umsatz von 220 Millionen Euro.

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