Apple: Captain Cook, übernehmen Sie!

Apple: Captain Cook, übernehmen Sie!

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Tim Cook

von Matthias Hohensee

Tim Cook ist das neue Gesicht von Apple. Der Produktionsexperte trickst schon seit Jahren die Konkurrenten aus.

Die Nachricht von Steve Jobs’ offiziellem Rücktritt als Konzernchef von Apple war kaum über den Ticker gelaufen, da verschickte der einflussreiche US-Technologieexperte Mark Anderson eine Brand-E-Mail. Tim Cook, Jobs’ Nachfolger an der Konzernspitze, sei einer der fähigsten Manager der Branche, lobt Anderson, der sowohl Jobs als auch Cook persönlich kennt.

Aber Produkte zu ersinnen, die „insanely great“ seien, emotional so packend, dass Käufer auf dem ganzen Planeten ihnen entgegenfieberten, das könne eben nur einer: Steve Jobs. Wer seine Apple-Aktien noch nicht verkauft habe, empfiehlt Anderson, solle das darum schleunigst nachholen.

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Kurzfristig mag das stimmen. Die Apple-Aktie gab auch prompt nach. Langfristig aber ist der Verkauf trotzdem ein Fehler. Und die Chance, sich mit den Aktien des wertvollsten High-Tech-Unternehmens der Welt einzudecken. Denn dem leise und bescheiden auftretenden Cook mag es an Charisma fehlen – im Gegensatz zu dem temperamentvollen und aufbrausenden Jobs. „Steve ist unersetzlich“, sagt Cook selber.

Einkaufsmacht und gewaltige Barreserven

Aber beide Männer teilen eine wichtige Eigenschaft: Sie sind Perfektionisten, mit dem Blick für die entscheidenden Details. Bei Jobs ist es der Instinkt fürs Design der Produkte und vor allem für simple Benutzerführung, die Kunden begeistert. Bei Cook ist es die Kunst, diese Produkte zu Kosten und in einer Qualität millionenfach herstellen zu lassen, die die Wettbewerber kaum oder nicht mehr schaffen. Das wird in dem Geschäft mit Computern und Smartphones immer wichtiger, da es unter Preisverfall leidet.

Denn Apple nutzt seine Einkaufsmacht und seine gewaltigen Barreserven von 75 Milliarden Dollar, um Zulieferern wie Toshiba beim Bau neuer Fabriken finanziell unter die Arme zu greifen. Dafür bekommt Apple im hart umkämpften Komponentengeschäft bessere Preise und – oft noch wichtiger – Liefergarantien.

Konnten Konkurrenten wie Hewlett-Packard (HP) oder Acer früher zumindest über den Preis angreifen, funktioniert das bei Produkten wie dem iPad schon nicht mehr. HP-Chef Léo Apotheker etwa stieg deshalb Ende vorvergangener Woche eilig aus dem Wachstumsmarkt für Tablet-PCs aus, anstatt weitere Dollar-Milliarden in den ungleichen Kampf mit Apple zu stecken.

Unschätzbare Vorteile

Cook gilt als Architekt dieser Symbiose zwischen Apple und seinen Zulieferern und der daraus resultierenden unschätzbaren Wettbewerbsvorteile. Das sicherte dem Produktionsexperten, der sein Handwerk in den Neunzigerjahren beim Technologiekonzern IBM lernte, die Nachfolge von Jobs an der Konzernspitze.

Denn der Apple-Gründer hält den Produktionsexperten für ein Genie. Zudem hat Ron Johnson, Cooks interner Konkurrent um den Chefposten, Apple im Juni verlassen. Der Mann, der die Apple Stores weltweit etablierte, übernimmt die US-Kaufhauskette JC Penney.

Cook wird schon seit zwei Jahren behutsam als der neue Chef von Apple aufgebaut. Seit Januar 2011 führt er die Konzerngeschäfte, unter seiner Ägide überholte Apple sogar zwischenzeitlich den Petrogiganten Exxon Mobil als wertvollstes Unternehmen der Welt.

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