Apple: Cooks Hausmannskost

Apple: Cooks Hausmannskost

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ARCHIV - Tim Cook, Geschäftsführer von Apple, spricht während einer Pressekonferenz in New York vor einer Abbildung des iPhone 4 (Archivfoto vom 11.01.2011). Diesmal geht es für Apple um mehr als ein neues iPhone. Der neue Apple-Chef Tim Cook muss am Dienstag beweisen, dass er genauso wie der bisherige oberste Visionär und Verkaufsgenie Steve Jobs Millionen Menschen für die Magie hinter den Schaltkreisen begeistern kann. Auch das neue iPhone-Modell sollte besser etwas Besonderes sein - schließlich ist die Konkurrenz für Apples Kult-Handy so stark wie nie zuvor. Foto: EPA/ANDREW GOMBERT dpa (c) dpa - Bildfunk

von Matthias Hohensee

Apple überrascht mal wieder. Doch das Fehlen des heiß erwarteten iPhone 5 macht eine Menge Sinn.

Apple huldigt auch unter seinem neuen Konzernchef Tim Cook seinen Traditionen. Das Unternehmen überrascht. Diesmal mit der Kluft, die zwischen den Erwartungen seiner Fans und der tatsächlich angekündigten oder vielmehr nicht angekündigten Produkte klafft. Weder stellte Cook bei seinem ersten großen öffentlichen Auftritt seit Übernahme der Staffette von Über-Vorgänger Steve Jobs Mitte August das heiß debattierte iPhone 5 vor. Noch gab er entgegen der Prognose von Alpha-Blogger Robert Scoble eine enge Zusammenarbeit mit Facebook bekannt. Facebook-Hasser können aufatmen. Vorerst.

Stattdessen servierte Cook in der Aula seines Hauptquartiers Hausmannskost. Ein iPhone 4S mit schnellerem Prozessor und besserer Kamera ab 14. Oktober, ein Datum für das Update des Betriebssytems iOS – 12. Oktober -, den Start seines Internet-Dienstes iCloud am gleichen Tag sowie die Integration des Sprachassistenten Siri. Nichts davon ist trotz der gewohnten Phrasen „bahnbrechend“ oder „unglaublich.“ Vor allem weil vieles davon schon bekannt ist. Siri gibt es als App schon lange.

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Raum für Spekulationen

Cooks erste Pressekonferenz enttäuschte Hardcore-Fans. Und dank Apples undurchdringlicher Mauer des Schweigens darf schon wieder herrlich spekuliert werden. Lag das Fehlen eines iPhones 5 im angeblich kompletten Redesign daran, dass Apple Produktionsprobleme plagten? Schließlich wurde das Original iPhone 4 im Juni 2010 eingeführt, eine kleine Ewigkeit in der Hightech-Welt. Oder gibt es das Produkt derzeit nur auf dem Reißtisch?

Genauso plausibel ist, dass Apple derzeit einfach kein neues, „bahnbrechendes“ iPhone benötigt. Trotz aller Angriffe von Android läuft der Absatz des iPhone 4 wie geschmiert. Laut Cook macht das Modell bereits fünfzig Prozent der iPhone Verkäufe aus. Und die Produktkategorie wiederum macht mittlerweile fünfzig Prozent des Umsatzes von Apple aus.

Apple wildert bei neuen Kundengruppen

Nicht zuletzt findet das Gefecht mit Android in einem Wachstumsmarkt statt – und China als größter Mobiltelefonmarkt der Welt wird gerade erst von Smartphones erschlossen. Mehr noch: Das iPhone 3GS gibt es künftig – zunächst in den USA – beim Abschluß eines Mobilfunkvertrages kostenlos. Damit wildert Apple bei neuen Kundengruppen. Obwohl der Besitz eines iPhones nachwievor wegen seiner Unterhaltskosten ein teures Vergnügen ist.

Die neueste Version des iPhone 4 ist zudem zusätzlich mit der amerikanischen Mobilfunkversion CDMA ausgerüstet. Auch hier ist der Absatz gesichert. Die US-Mobiltelefongeschaft Sprint, der in Scharen die Kunden davonlaufen, will die Flucht mit dem iPhone stoppen. Laut Wall Street Journal will Sprint bis 2015 rund 30 Millionen iPhones für bis zu 20 Milliarden Dollar kaufen. Das wäre rund ein Fünftel der bislang seit Produktstart verkauften iPhones.

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