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Apple: Das Vermächtnis von Steve Jobs

von Matthias Hohensee und Michael Kroker

Mit Steve Jobs verliert nicht nur das innovativste Unternehmen der Welt seinen Vordenker – eine ganze Generation muss sich von ihrer Gallionsfigur verabschieden. Was können wir von einem solchen Menschen lernen? Was sollten Unternehmen nachahmen – und wovon lieber die Finger lassen?

Ein Screenshot von der Quelle: dapd
Ein Screenshot von der Apple-Homepage von Donnerstag (06.10.11) zeigt das Portraet des Apple-Gruenders Steve Jobs. Jobs ist im Alter von 56 Jahren gestorben. "In tiefer Trauer teilen wir mit, dass Steve Jobs heute gestorben ist", erklaerte der Konzern am Mittwoch (05.10.11) in San Francisco. (zu dapd-Text) Foto: Apple/dapd Quelle: dapd

Einstein, Edison, Jobs – was heute noch etwas ungewohnt wirkt, dürfte künftigen Generationen ganz natürlich scheinen. So stellte New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg den verstorbenen Steve Jobs in eine Reihe mit den großen Geistern und auch US-Präsident Barack Obama würdigte Jobs als einen der größten amerikanischen Erfinder.

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Denn Jobs war weit mehr als nur der Chef eines der wertvollsten Unternehmen der Welt. Mit seinen Ideen und der Fähigkeit, vorherzusehen, welche Wünsche die zunehmend digitale Gesellschaft haben wird, ist er zur Gallionsfigur einer ganzen Generation geworden.

Immer wieder hat er ganze Branchen gezwungen, sich der digitalen Zukunft zu stellen – erst die Musikindustrie mit dem iPod, dann die Telekommunikationsunternehmen mit dem iPhone und schließlich die Verlage mit dem iPad. Damit hat er nahezu alle Bereich revolutioniert, die das digitale Leben bestimmen.

Was aber bleibt von dem Genie Jobs?

Was für ein Ausnahmecharakter Jobs war, konnten Studenten der Elite-Uni Stanford kurz nach seiner ersten Krebsbehandlung erleben. Ihnen ermöglichte der Studienabbrecher Jobs einen bemerkenswerten Blick tief in seine Seele.

„Das Bewusstsein, dass ich bald tot sein werde, ist das wichtigste Hilfsmittel, das ich jemals gefunden habe, um die großen Entscheidungen im Leben zu treffen“, sagte er. Dieses Bewusstsein sei der beste Weg, eine Falle zu vermeiden: „die Falle zu glauben, dass Sie etwas zu verlieren haben. Es gibt keinen Grund, dass Sie Ihrem Herzen nicht folgen.“ Seine vielleicht wichtigste Botschaft: „Folge Deinem Instinkt“.

Das hat Jobs immer getan. Wie kein anderer hat er dabei Konsumenten wie Mitarbeiter zu seinen Jüngern gemacht.

Als College-Abbrecher gründete er mit seinem Jugendfreund Steve Wozniak 1976 den Computerhersteller Apple in einer Garage im Silicon Valley und brachte den ersten echten PC in die Haushalte. Nach seinem spektakulären Rauswurf 1985 kehrte er knapp zehn Jahre später als Retter zurück: Er bewahrte Apple nicht nur vom drohenden Bankrott, sondern machte das Unternehmen zu einem der bedeutendsten Unternehmen der Gegenwart. Mit seinen Ideen veränderte aber nicht nur das Leben von Abermillionen Menschen – er bescherte sich und seinen Aktionären immensen Reichtum.

Wertsteigerung von 7600 Prozent

Wer ihm bei seinem Wiederantritt im September 1996 vertraute und für 10 000 Dollar Apple-Aktien kaufte, verfügt heute über ein Vermögen von 770 000 Dollar oder 550 000 Euro – ein Plus von 7600 Prozent. Ähnliches gelang Jobs mit dem US-Filmstudio Pixar, das er 1986 für zehn Millionen Dollar erwarb und lange aus seiner eigenen Tasche finanzierte. Nachdem Pixar mit Figuren wie Woody und Nemo der Durchbruch gelungen war, verkauft Jobs das Unternehmen für sagenhafte 7,4 Milliarden Dollar an Disney und avancierte damit zum größten Einzelaktionär beim umsatzstärksten Medienunternehmen der Welt.

Wie konnte das gelingen? Was können wir von einem solchen Menschen lernen? Was sollten wir nachahmen – und wovon lieber die Finger lassen?

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 25.10.2011, 01:45 UhrAnonymer Benutzer: cibag

    ich finde es ein wenig vermessen ihn mit Einstein und Edison zu vergleichen. Er gehörte ohne Frage zu den einflussreichsten Persönlichkeiten der vergangenen Jahrzehnte, aber er war kein Wissenschaftler, eher ein Visionär, der seiner Zeit immer einen Schritt voraus war und somit maßgeblich an der Gestaltung der Gegenwart beteiligt gewesen ist.
    Er war aber auch nur ein Unternehmer der wirtschaftlich und gewinnorientiert arbeiten musste um sich auf dem internationalen Markt zu behaupten. Die billig-Konkurenz aus Asien hat im Laufe der Jahre deutlich zugenommen und so verlegte auch Apple Fertigungsbetriebe in billiglohnländer, in denen Arbeitsschutz und Menschenrechte nicht viel zählten.

  • 08.10.2011, 02:44 UhrAnonymer Benutzer: MV

    Nun, wie hat er Sie denn gezwungen, dass er ihre bedürfnisse befriedigte? Zudem: Wer kann denn etwas dafür, dass ein Monopolist ein Monopolist ist (solange der Staat ihn nicht dazu macht)? Er selber oder die, welche nicht im Stande sind, ihm Konkurrenz zu machen?

    Wie wäre es seinen Kunden ohne ihn gegangen, besser oder schlechter? Und wenn es ihnen besser ohne ihn gegangen wäre, weshalb haben sie dann bei ihm gekauft? Weil Kunden prinzipiell "kleine Dummerchen" sind?

    Wissen Sie, bei Kommentaren wie dem ihren oder von "Gallilei" (also nicht „Galilei“…) muss es einen wirklich nicht wundern, dass Leute wie Gates oder Jobs nebst innovationskraft nicht aus Deutschland kommen.

  • 07.10.2011, 21:59 UhrAnonymer Benutzer: Aha

    Die WiWo sollte endlich aufhören diesen Typ zu gloryfizieren.
    Sicher war Steve Jobs sehr talentiert, gerade auch was das Abzocken seiner Kunden anging. Die Vertragsbedingungen waren allerdings nicht im Einklang mit seriösen rechtstaatlichen Regeln. Steve Jobs war auch Vorreiter im Ausspionieren und Erpressen seiner Kunden. ich würde seine Methoden als Computersabotage bezeichnen. ich bin leider froh, dass wir in los sind, und hoffe, dass Andere ihm folgen. Es wird Zeit, dass die menschenverachtenden Monopolisten die unter dem Deckmantel von Gutmenschen daherkommen härter angefasst werden.

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