Apple: Der geniale Diktator wird fehlen

Apple: Der geniale Diktator wird fehlen

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Fotoillustration zu Ex-Apple-Chef Steve Jobs

von Thomas Kuhn

Der neue Apple-Chef Tim Cook beherrscht das Geschäft. Doch nach dem Abgang von Steve Jobs fehlt dem Konzern eine Persönlichkeit, die es auch nur ansatzweise mit dessen Genialität und Marktgespür aufnehmen kann.

Dass regelmäßig die Gerüchte ins Kraut schießen, kurz bevor Apple im Herbst oder Frühjahr seine kommenden Produkte vorstellt, hat Tradition. Nicht anders in diesem Spätsommer, da Apple-Fans und Branchenexperten – unter anderem – die Vorstellung der nächsten iPhone-Generationen erwarten.

Und doch unterscheidet sich die aktuelle Gerüchtewelle von den vorhergegangenen. Konkreter als zuvor zeichnen sich schon jetzt Produktfeatures, Vertriebspartner und Verfügbarkeit der kommenden Geräte ab. Es scheint, als häuften sich die Nachrichtenlecks in dem ansonsten für seine Verschwiegenheit bekannten Konzern. Als entgleite dem Management ganz langsam die Kontrolle über den Informationsfluss aus dem Unternehmen seit Unternehmensgründer Jobs Anfang dieses Jahres zum dritten Mal krankheitsbedingt die Konzernleitung abgegeben hatte.

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Management wirkte ohne Jobs wie gelähmt

Die unbedingte, teils mit drakonischen Strafen gegen geschwätzige Mitarbeiter durchgesetzte, Geheimhaltung; Jobs hat sie in den Jahren von Apples branchenweit bewunderten Wiederaufstiegs zu einem der entscheidenden Marketingmittel des Trendsetters aus Cupertino gemacht. Nichts, kein Wort, kein Detail über kommende Produkte durfte vorab nach außen durchsickern. Und wenn das – selten genug – doch passiert ist, so erzählen Kenner des Unternehmens, habe Jobs höchstpersönlich die Verantwortlichen abgestraft.

Untrüglicher Seismograph für Kundenbedürfnisse

Das passt ins Bild dieses in den Jahren seit Jobs‘ Rückkehr zu Apple immer stärker auf seinen ebenso charismatischen wie kreativen aber eben auch als teils verletzend arrogant und cholerisch geltenden Spitzenmann zugeschnittenen Unternehmens. Nichts, kein Designdetail, kein Werbeslogan, nicht einmal die Formulierungen in den Bedienmenüs seiner iPhones, iPads oder Mac-Computer soll ohne Jobs‘ finales OK die Produktionsfreigabe erhalten haben. Es war ein, wie der teils atemberaubende Erfolg des Unternehmens und seiner vielfach zu Designikonen gewordenen Produkte belegt, offensichtlich durchschlagend erfolgreiches Managementkonzept.

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