Apple-Mitgründer Steve Jobs: Tod eines Visionärs

Apple-Mitgründer Steve Jobs: Tod eines Visionärs

von Oliver Voß

Er war ein genialer Vordenker und hat gleich mehrere Industrien revolutioniert. Nun ist Steve Jobs gestorben.

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Steve Jobs ist tot

Apple ist ein ganz besonderes Unternehmen und Steve Jobs war ein außergewöhnlicher Konzernchef. Bei welchem Unternehmen sonst wäre es vorstellbar, dass Kunden nach dem Tod des Chefs vor einem Geschäft Blumen niederlegen, Kerzen anzünden und "Thank you" an die Schaufenster schreiben? Doch genau diese Szenen waren in den Nacht vor diversen Apple Stores zu sehen.  

Kaum ein anderer Manager wurde so vergöttert, nicht umsonst trug er den Beinamen "iGod". So nahm auch die Verehrung manchmal quasireligiöse Züge an, Kritiker bespöttelten Apple-Anhänger als Fanboys und Sektenmitglieder. Selbst sonst kritische Journalisten freuten sich - wie zuletzt am Dienstag - auf die Vorstellung neuer Produkte, wie andere Menschen auf ein Fußballfinale.    

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Es ist Jobs Verdienst genau diese Begeisterung zu entfachen und das neben einem cleveren Marketing vor allem dadurch, dass der Perfektionist immer zuerst an den Nutzer dachte und so Produkte verkaufen konnte, die einfach viel funktionaler waren, als die der Konkurrenz. Zudem schuf er mit iPod, iPhone und iPad die Blaupausen für einen jeweils ganz neue Marktsegmente.

Nun ist einer der größten Visionäre des Computerzeitalters tot. Jobs starb am Mittwoch im kalifornischen Palo Alto im Alter von nur 56 Jahren. Er hinterlässt seine Ehefrau Laurene Powell und die drei gemeinsamen Kinder sowie eine Tochter aus einer früheren Beziehung.

Am Abend (Ortszeit) erschien im Internetauftritt von Apple die Todesnachricht. Die Startseite zeigte ein großes Bild des langjährigen Chefs mit den Lebensdaten 1955  bis  2011. „Die Welt hat einen faszinierenden Menschen verloren“, hieß es in der Mitteilung des Konzerns. „Die, die das Glück hatten, ihn zu kennen und mit ihm zu arbeiten, haben einen Freund und Mentor verloren. Steve lässt ein Unternehmen zurück, wie nur er es aufbauen konnte, und das immer in seinem Geiste arbeiten wird.“ Apple richtete zugleich ein elektronisches Kondolenzbuch ein. An RememberingSteve@Apple.com können Fans Beileidsbekundungen schicken.

Trauer um Steve Jobs

Jobs war seit langem schwer erkrankt. 2004 hatte er wegen Krebs behandelt werden müssen, 2009 bekam er eine neue Leber. Immer wieder musste er Auszeiten vom anstrengenden Tagesgeschäft nehmen und trat nur sporadisch öffentlich auf. Er überließ die Geschäfte seit Januar weitgehend seinen Vertrauten. Der schwer kranke Firmengründer  trat im August als Konzernchef zurück und übergab die Geschäfte an seinen Stellvertreter Tim Cook. Er könne seine Aufgaben nicht länger erfüllen, schrieb Jobs damals.

US-Präsident Barack Obama und seine Ehefrau Michelle zeigten sich „betrübt“ über die Todesnachricht. In einer Mitteilung des Weißen Hauses hieß es, Jobs habe zu den größten amerikanischen Erfindern gezählt. Mit dem Aufbau eines der erfolgreichsten Unternehmen des Planeten, das als Garagenfirma begann, habe er beispielhaft den Geist der amerikanischen Erfindungsgabe gezeigt. „Die Welt hat einen Visionär verloren“, hieß es in der Erklärung des Präsidenten.

Der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg meinte, Amerika habe ein Genie verloren, an das man sich erinnere wie an Edison und Einstein und dessen Ideen die Welt für Generationen prägen würden.

Auch zahlreiche einstige Rivalen zollten Jobs Respekt. „Ich bin wirklich traurig“, erklärte Microsoft-Gründer Bill Gates. „Ich habe Steve vor etwa 30 Jahren zum ersten Mal getroffen, und wir waren Kollegen, Mitbewerber und Freunde über mehr als die Hälfte unserer Leben.“ Wenige hätten die heutige Welt so beeinflusst, die Nachwirkungen von Jobs würden noch spätere Generationen spüren. „Für die, die das Glück hatten, mit ihm zu arbeiten, war es eine unglaublich große Ehre. Ich werde Steve enorm vermissen.“

Microsoft-Chef Steve Ballmer drückte in einer Erklärung „mein tiefstes Mitgefühl über den Tod von Steve Jobs, einem der Gründer unserer Industrie und ein wahrer Visionär. Mein Herz ist bei seiner Familie, jedem bei Apple und jedem, der von seiner Arbeit berührt wurde.“

Der Chef des Internetgiganten Google, Eric Schmidt, der früher selbst eine führende Position bei Apple innehatte, sprach von einem sehr traurigen Tag „für uns alle“. Er fügte hinzu: „Steve war so charismatisch brillant, dass er Menschen inspirierte, das Unmögliche zu tun.“ Er werde als der größte Computererfinder in der Geschichte in Erinnerung bleiben.

Auf der Seite der milliardenfach angeklickten Suchmaschine steht „Steve Jobs, 1955 - 2011“, der Klick auf den Namen führt direkt zur Startseite des Konkurrenten.

Auch auf Twitter und Facebook drückten Millionen Nutzer ihre Trauer aus. Zahlreiche Fans pilgerten zudem zu Apple Läden, legten Blumen nieder und zündeten Kerzen an.

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