Apple : Was wird, wenn Apple-Chef Steve Jobs nicht zurück kommt?

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Apple-Chef Steve Jobs im Januar 2007 in San Fransicso auf der Macworld.

Die Nachricht kam wie ein Schock für viele im Dunstkreis des kalifornischen Computerbauers Apple: Firmengründer Steve Jobs hat so große Gesundheitsprobleme, dass er für sechs Monate seinen Posten als Apple-Chef niederlegt. Apple braucht ein neues Gesicht für den Laufsteg, meint WirtschaftsWoche-Redakteur Thomas Stölzel.

Dabei hatte Steve Jobs  erst vor wenigen Tagen die monatelangen Spekulationen über seinen Gesundheitszustand mit der Aussage beruhigt, sein seit einem Jahr auffälliger Gewichtsverlust sei nur einem hormonellen Ungleichgewicht geschuldet. Immer wieder hatten US-Medien spekuliert, der am 31. Juli 2004 wegen Bauspeicheldrüsenkrebs operierte Computerpionier sei erneut an Krebs erkrankt.

Einige Apple-Insider hatten sich damit beruhigt, dass der Tagesablauf von Steve Jobs etwas anderes aussagte: In seinem Firmenjet flog der Mann um die Welt, eilte von Termin zu Termin. Das mache man nicht, wenn man schwer krank sei, sagte im Dezember vergangenen Jahres ein Unternehmer, der eng mit dem US-Konzern zusammenarbeitet.

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Inzwischen stellen sich viele aber nicht nur die Frage, was passiert in der sechsmonatigen Abwesenheit von Jobs? Denn die Antwort darauf ist schnell gegeben: wahrscheinlich nicht viel, denn das Unternehmen ist trotz Finanzkrise auf solidem Kurs – das Produktportfolio stimmt, die Notebook-Line hat Apple gerade erst erneuert. Der Vorstand des Konzerns ist stabil und gut aufgestellt.

Ist der Aufstieg von Apple dann zu Ende?

Was Anleger stärker bewegt, ist die Frage, was, wenn Steve Jobs nicht zurück kommt? Ist der Aufstieg von Apple dann zu Ende?

Zuerst einmal sollten Sie Jobs noch nicht abschreiben. Denn gut informierten Kreisen zufolge ist nicht so sehr der Gesundheitszustand von Steve Jobs selbst Grund für seine überraschende Auszeit, sondern der eines nahestehenden Familienmitglieds. So schlimm das für Jobs sein mag, für die Apple-Aktionäre wäre das eine beruhigende Nachricht.

Doch stimmt sie nicht, und Jobs kehrt tatsächlich nicht zurück, dann könnte Apple ein Problem haben. Der Konzern braucht ein Gesicht. Schließlich ist er kein normaler Computerbauer wie HP oder Dell. Apple muss mit Mailänder oder Pariser Modehäusern verglichen werden und Steve Jobs mit Namen wie Karl Lagerfeld, Tom Ford oder Yves Saint Laurent. Er war es, der in den vergangenen Jahren eine Art Modenschau moderierte, auf der er seine Produkte wie auf einem Laufsteg präsentierte. Dabei inszenierte er auch sich selbst – mit seinem schwarzen Rollkragenpullover, blauen Levi’s Jeans und grauen New Balance 992 Turnschuhen. Karl Lagerfeld hätte es nicht besser machen können.

Kommt Steve Jobs nicht zurück, dann braucht Apple ein neues Gesicht für den Laufsteg.

Und dieses Gesicht muss aus dem inneren Kreis kommen. Doch wer könnte es sein - Philip Schiller, der Senior Vice President, der vor wenigen Tagen etwas zu laut und schnell sprechend Steve Jobs als Redner auf der Computermesse Macworld vertreten hat? Oder Chefdesigner Jonathan Ive – zumindest in Bezug auf den Vergleich zu einem Modehaus eine schlüssige Variante? Oder ist es doch der Mann fürs Operative, Timothy Cook, der derzeit den Konzern führt aber eigentlich die Öffentlichkeit scheut? So oder so, es wäre wohl die schwierigste Entscheidung, die die Apple-Spitze je zu treffen hat. Und am Ende könnte der Konzern trotzdem danebengreifen.

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