Arbeitskampf: Trotz Streiks keine Annäherung bei Lufthansa-Tochter

Arbeitskampf: Trotz Streiks keine Annäherung bei Lufthansa-Tochter

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Lufthansa-Maschinen vom Typ Airbus A320-200: Der Flugzeugbauer Airbus rechnet mit guten Geschäften in Deutschland.

Schwere Zeiten für Lufthansa: Der Pilotenstreik bei der Konzerntochter CityLine ist ergebnislos zu Ende gegangen. Weil die Lufthansa seit Monaten in Tarifkonflikten mit mehreren Gewerkschaften steckt, ruft jetzt Konzernchef Mayrhuber die Politik um Hilfe. Ein Überblick über die verschiedenen Arbietnehmenrvertretungen.

Auch nach dem Streik bei der Lufthansa-Tochter CityLine mit rund 500 ausgefallenen Flügen ist in dem Tarifkonflikt keine Einigung in Sicht. Bislang habe es keine Signale gegeben, die auf ein besseres Angebot der Geschäftsführung hindeuteten, sagte Ilona Ritter, die bei der Pilotenvereinigung Cockpit (VC) für Tarifpolitik zuständig ist. Nach dem Ende des eineinhalbtägigen Ausstands am Freitagmittag werde VC dem Unternehmen Zeit lassen, die Lage zu bewerten und über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Der Flugbetrieb dürfte sich nach Angaben der Lufthansa am frühen Freitagnachmittag schnell wieder normalisieren.

Cockpit fordert für die CityLine-Piloten eine Angleichung der Gehälter an das Niveau der Konzernmutter, wo ihre Kollegen teilweise deutlich mehr verdienen. Bevor sie an den Verhandlungstisch zurückkehrt, will die Pilotenvereinigung ein erheblich besseres Angebot der Geschäftsführung.

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Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber dagegen rief die Piloten auf, ihr Gehaltsniveau und ihre Arbeitsbedingungen mit denen der Konkurrenz zu vergleichen. „Sie verdienen bereits in der Größenordnung 20 bis 25 Prozent mehr als vergleichbare Piloten im Regionalverkehr“, sagte Mayrhuber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Angesichts der „unüberhörbaren Alarmglocken“ in der Luftfahrtbranche sägten die Piloten mit ihrem Streik „an dem Ast, auf dem sie sitzen“. Mayrhuber appellierte an die die Streikenden, den Dialog mit dem Unternehmen wieder aufzunehmen.

Lufthansa ruft Politik um Hilfe

Um mit der wachsenden Zahl konkurrierender Gewerkschaften fertig zu werden, rief Mayrhuber die Politik zu Hilfe. „Wir brauchen Regeln, wie innerhalb der Tarifautonomie und Koalitionsfreiheit Konflikte konkurrierender Gewerkschaften gelöst werden können.“ Sonst würden sich künftig die Forderungen einzelner Berufsgruppen wie zuletzt bei der Bahn und jetzt bei der Lufthansa „in vielen weiteren Unternehmen gegenseitig hochschaukeln“.

Cockpit wertete dies als Angriff auf Spezialgewerkschaften. „Es gibt bei Lufthansa wie bei anderen Unternehmen Bestrebungen, den Spartengewerkschaften die Flügel zu stutzen“, sagte Ritter. Dennoch sehe die Pilotengewerkschaft dies gelassen. „Es ist gesetzlich geregelt, dass jeder Mitarbeiter in Deutschland selbst entscheiden kann, von wem er sich vertreten lassen will.“

Das Bundeswirtschaftsministerium lehnte unter Verweis auf die Tarifautonomie eine Stellungnahme zu Mayrhubers Forderung nach neuen Regeln für konkurrierende Gewerkschaftsforderungen ab. Auch die Bahn wollte sich am Freitag nicht zu Mayrhubers Forderung äußern. Der Konzern hatte zuletzt extrem unter der Aufsplitterung der Gewerkschaften im eigenen Haus gelitten und im Winter einen monatelangen Tarifkonflikt mit der Lokführergewerkschaft GDL ausgefochten, die bei der Bahn eine ähnliche Rolle einnimmt wie Cockpit bei der Lufthansa.

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