
Davon hat Kolodzeys Unternehmerkollege Rath eine genaue Vorstellung. Rath setzt sich seit der Gründung von Bera 2002 Standards, mit denen er die Konkurrenz irritiert und rund um Schwäbisch Hall und Heilbronn zum regionalen Marktführer wurde. Während viele Wettbewerber Mitarbeiter gerne nur befristet bis zum Ende eines Auftrags beschäftigen, stellt Rath unbefristet ein: „Ich habe den Anspruch, für Mitarbeiter neue Einsatzmöglichkeiten zu finden, sonst werde ich meiner Aufgabe als Zeitarbeitsunternehmer nicht gerecht.“
Wer bei Bera neu anfängt, erhält einen Welcome-Ordner, damit er sich zurechtfindet und auch die Details der Gehaltsabrechnung versteht. Gängige Tricks hat Rath zum Tabu erklärt: Wer beispielsweise Tage ohne Einsatz hat, „wird nicht dazu gedrängt, seinen Urlaub zu opfern“.
Tricks sind tabu
Bera nimmt von den Kunden marktübliche Preise, gibt den Mitarbeitern davon aber einen höheren Anteil ab als üblich. Stellen andere Unternehmen den Kunden oft das 2,5-Fache des Stundenlohns in Rechnung, kalkuliert Rath anders: So zahlt er etwa von den 22 Euro, die ein Auftraggeber ihm für einen ungelernten Helfer pro Einsatzstunde überweist, dem Mitarbeiter 10 Euro aus.
Bera-Mitarbeiterin Maritta Bormann würde ihren Zeitarbeitsjob nicht mehr unbedingt gegen eine Festanstellung in dem Einzelhandelsunternehmen eintauschen, in dem sie eingesetzt ist – selbst wenn sie etwas weniger verdient als die fest angestellten Kolleginnen: „Ich kann wechseln, wenn das Betriebsklima sich dort verschlechtert, ohne zu kündigen. Ich gehe dann zu meinem Bera-Sachbearbeiter und bespreche das. Das spart mir die Mühen und Kosten der Bewerbung – Bera nimmt mir ja die Suche nach einer neuen Arbeit ab.“ Als Bormann erzählt, dass sie im Einsatzbetrieb zum Sommerfest nicht eingeladen war, ist Rath sauer: „Das geht nicht. Darum muss sich jemand kümmern, dass unsere Mitarbeiter dort integriert sind wie die Stammmitarbeiter.“
Die Augen zuzudrücken kommt auch für USG-Manager Schulz nicht mehr infrage: „Die Branche steht enorm unter Druck und unter Beobachtung. Wir müssen jetzt beweisen: Es geht auch anders.“














- als Spam melden
- antworten
- als Spam melden
- antworten
- als Spam melden
- antworten
Alle Kommentare lesen30.07.2011, 22:57 UhrAnonymer Benutzer: Uhrzeit
"Die Schlecker-Debatte ist der Albtraum" - hier bei wiwo, sehr interessant!
10.11.2010, 11:31 UhrAnonymer Benutzer: Rene
Nie wieder Zeitarbeit ! Habe selber die Erfahrung machen müssen , das Leiharbeitnehmer alle Arbeiten machen müssen die Festangestellte nicht ausüben wollen. Leiharbeiter trauen sich oft nicht ihre Meinumg zu sagen , ein Anruf genügt und man ist wieder mit der Kündigung zu Hause ! Sie haben Angst rauszufliegen! Zitat: man muss ja froh sein einen Job zu haben , bekomm ja eh nichts anderes oder Festangestellter zum Leiharbeiter der nach Urlaub fragt : ihr Leiharbeiter sollt schaffen !!!!!
Zeitarbeit ist moderner Sklavenhandel . Sie machen die gleiche Arbeit für weniger Lohn und oftmals aus der Not um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Ja immer noch besser wie Harz 4 so denken viele! besonders im Raum Dessau,Leipzig,Wittenberg wo sogar nur 6,50/h Euro bezahlt werden! Wann hört es endlich auf!!!! Man wiill ja arbeiten ! Man möchte aber auch in seinem gewohnten Alltag zurückkehren und nicht jede Woche 4 bis 5 Stunden reisen für ein paar Euro mehr.
16.08.2010, 18:46 UhrAnonymer Benutzer: Karsten
Zeitarbeit ist kein existenzsicherndes Arbeitsverhältnis und sollte nur im möglichst geringem Umfang eingesetzt werden. Das Zeitarbeitsunternehmen wie Pilze aus dem boden sprießen und "klassische" Arbeitsverträge durch Zeitarbeit ersetzt werden ist eine negative Entwicklung, wo gegengesteuert werden muss. Wo ist da ein Gegenargument? Das Zeitarbeiter MEHR Lohn für ihre Arbeit bekommen sollten, da sie auf viele Sicherheiten verzichten müssen ist allerdings völlig richtig. Die Österreicher machen es anscheinend richtig.
ZiTAT:
"Übrigens bezahlen wir vielen unsere Mitarbeiter weit mehr als die 8,50 die der DGb als Mindestlohn fordert...nicht weil wir so toll sind, sondern weil in der Realität und fern ab von solchen Foren man auf dem Arbeitsmarkt für FACHKRÄFTE mehr bezahlen muss [...]"
Für welche Qualifikation und welchen beruf, wenn ich fragen darf?