Kommentare zu: Das gefährliche Spiel des Dr. Eick

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74 Kommentare
  • 19.05.2009, 15:45 UhrAnonymer Benutzer: jackpot999

    Unternehmerisch gesehen wäre ein Zusammenschluss von Kaufhof und Karstadt zu einer zur Deutschen Warenhaus AG die allerbeste Variante für alle beteiligten. Zwar würden viele Arbeitsplätze verloren gehen, doch nicht alle. Warum sich Eick dagegen sträubt, bleibt unternehmenspolitisch unergründlich. Durch sein Verhalten bringt er "seinen" Konzern immer weiter in die Predouille und drückt wohl unwissend den Preis für die Übernahme durch die Metro. im Falle einer drohenden insolvenz - danach sieht es derzeit aus, da Kauder von der CDU eine Staatsbürgschaft kategorisch ausschliesst - wird nichts übrig bleiben, wofür es sich zu kämpfen lohnen könnte.

  • 19.05.2009, 16:40 UhrAnonymer Benutzer: Prof. Schütz

    "Kauhaus Konzepte haben sich überlebt." ist typische Schwarz-Weiss-Malerei. GLObUS in der Schweiz macht es vor, wie Kaufhäuser aussehen können, wo es Spass macht zu bummeln. - Vielmehr ist es die verfehlte Sortimentspolitik und Kontaktpolitik von Karstadt und Kaufhof der vergangenen Jahre, die die Häuser bis auf wenige Ausnahmen uniform und langweilig erscheinen lassen. - Kompetenzgerangel und keine klaren Entscheidungswege in bezug auf Sortimentsgestaltung führen zu der Erscheinung, dass das, was man dort bekommt, an jeder Ecke woanders auch zu haben ist. Da auch die Kundenbindung durch nicht durchschlagende Kundenbindungskonzepte (geschweige durch begeisternde Neukundengewinnungskonzepte) nicht nennenswert greift, ist Abwanderung der Kunden vorgrammiert. Über Jahre hat man in beiden Konzernen herumgedoktert, aber nicht nachhaltig gewirkt. - Somit klare Managementfehler, wofür nun die Gesamtheit der Steuerzahler bürgen soll?

  • 19.05.2009, 16:46 UhrAnonymer Benutzer: mephisto

    Mittlerweile scheint auch in der Realtwirtschaft viel nur noch über die Politik zu gehen. Nicht die Politik geht auf die Wirtschaft zu, sondern es läuft andersherum. Speziell an Herrn Wiedeking kann man erkennen, welche Überzeugungen in der Management-Elite zu beobachten sind. Gar keine. Heute morgen waren in der FAZ einige Zitate von ihm angeführt. Das passt alles so gar nicht mit der derzeitigen Situation überein. Vielleicht ist es die Pflicht eines Unternehmenslenkers, bei der KfW und der Politik anzufragen. Es führt aber dazu, das die beteiligten nur noch als Trittbrettfahrer wahrgenommen werden. Mit Pragmatismus hat das wenig zutun. Leute die so handeln, verlieren jede berechtigung, sich negativ über unseren Sozialstaat zu äußern. Wer sich ein wenig in der Wirtschaftstheorie auskennt, weiss, das Trittbrettfahrertum ein unglaublich großes Problem für Ökonomien darstellt.

  • 19.05.2009, 17:51 UhrAnonymer Benutzer: nn

    Die Politik wird Karstadt, ein Markenzeichen des Wirtschaftswunders nicht untergehen lassen. Die Fusion mit Kaufhof würde sehr viele, wahrscheinlich mehr als 80% der Arbeitsplätze kosten, und dass können sich SPD und CDU im Wahljahr nicht leisten.

    Schließlich bleibt auch die Frage, warum man einem so überflüssigen Unternehmen wie Opel hilf und Karstadt untergehen lassen will.

    Auch Opels Probleme haben nur ganz marginal mit der Krise zutun.

  • 19.05.2009, 17:52 UhrAnonymer Benutzer: Helena Lind

    Wundervoll - hier werden Wünsche wahr : Karstadt und Kaufhof fusionieren mit Staatsbürgschaften. im DDR Stil entsteht der neue KaufStadt Konzern und das regelmässige Einkaufen dort wird zur Pflicht für alle bürger.
    Nichteinkauf wird wie Steuerhinterziehung geahndet.
    Den Rest besorgt die Konsumpolizei.
    ;-)

  • 19.05.2009, 18:36 UhrAnonymer Benutzer: Insider

    (1) "...zwar würden viele Arbeitsplätze verloren gehen, doch nicht alle..." ich glaube, mir wird schlecht. Auf welch' hohem Ross sitzen eigentlich die, die so argumentieren?

    Warum müssen denn überhaupt Arbeitsplätze verloren gehen? Vielleicht ist es ja gar nicht so naiv zu glauben, dass es "ohne" (Arbeitsplatzabbau) nicht geht. Ja ich weiß, wenn wir die Unternehmensberater heranziehen, die ja schon "hervorragende, ganze Arbeit" bei der Zusammenführung von Quelle und Neckermann geleistet haben, sprich sich "hierbei eine goldene Nase verdient haben" für Fehler ohne Ende. Die gleichen wurden wieder herangezogen für die "Entflechtung" zwischen Quelle und Neckermann. Zwischen Karstadt und Quelle machten sich die gleichen "Schlaumeier" sehr kostenintensive Gedanken, wie man Synergieeffekte heben kann, um ca. 350 Mio Euro Einsparpotenzial zu generieren. Wer bitte schön soll das noch ernst nehmen? Manchmal glaubt man, die Herren (und Damen?) in der Führungsetage haben jeglichen blick zur Realität verloren und lassen nur noch etwas verlautbaren, damit die Öffentlichkeit kurzfristig ruhig gestellt wird.

    Hr. Dr. Eick, wie wäre es mal wenn Sie mit ihrem Vorgänger, Herrn Dr. "blender" ääähm Middelhof sprechen würden, damit endlich die utopischen Mietkosten für alle immobilien wieder auf ein "marktgerechtes Niveau" eingedampft werden.

    Alle Karstadt-Filialen schreiben schwarze Zahlen! Es ist langsam unerträglich, immer wieder zu lesen, die Zeit der Warenhäuser sei vorbei. Es ist eine Frage der Sortimentierung, des Marketings, der Kundenorientierung, des Kundenservices und vor allem eine Frage von langfristig angelegten Konzepten und Strategien. "Jeden Monat eine neue Welt"... sorry Herr Wolf, das konnte aber auch nicht gut gehen. Wie einfallslos ist es, ein (abgenutztes, in die Jahre gekommenes) Tchibo-Konzept auf ein Warenhaus zu übertragen?

  • 19.05.2009, 18:38 UhrAnonymer Benutzer: Insider

    (2) Keiner will die Verantwortung für die andauernden kostenintensiven Umstruktierungen samt zahlreicher hochrangiger Personalwechsel übernehmen, obwohl von vielen "abgenickt."

    Dennoch: DAS WARENHAUS HAT ZUKUNFT !!!

    Nicht zuletzt wegen der 1A-Lagen in nahezu allen betroffenen Städten. Aber es müssen endlich Handelsexperten ans Ruder, wirklich Personen, die eine Ahnung haben. Keine börsenzocker, Controller, banker etc., die nur darauf aus sind, durch fatale Entscheidungen kurzfristige börsenerfolge zu generieren.

    DiE MiTARbEiTER SiND DAS GRÖSSTE GUT! Das haben inzwischen einige Unternehmenchefs leider total aus dem Auge verloren.

    --> FÜR VERTRAUEN bEiM KUNDEN WERbEN
    --> AUF KUNDENWÜNSCHE EiNGEHEN
    --> JEDEN KUNDEN ERNST NEHMEN (schließlich bezahlt er das Gehalt)
    --> MiTARbEiTER MOTiViEREN
    --> MARKETiNG-KONZEPTE ERARbEiTEN, DiE EiNEN EFFEKTiVEN KUNDENNUTZEN HAbEN (die Kunden sind nicht so d..., wie man sie manchmal hinstellt. Wie sind die wirklichen Marketing-Strategen?)
    --> EHRLiCHE RAbATT-AKTiONEN DURCHFÜHREN (Wer glaubt denn heute noch, dass die gleichen Produkte tatsächlich vorher 50-80% mehr gekostet haben?)
    --> OFFENHEiT UND EHRLiCHKEiT SCHAFFT VERTRAUEN bEiM KUNDEN
    --> Überprüfung und Anpassung (nach unten) der Gehaltsstrukturen im oberen Management ("es können nur deshalb wenige sehr viel verdienen, weil es sehr viele gibt, die wenig verdienen")
    --> Keine weitere "Unterstützung" von Unternehmensberatern (sie haben x-fach bewiesen, dass sie es nicht besser können, im Gegenteil! Welche Referenzen haben Unternehmensberater vorzuweisen? Sie denken ausschließlich an ihr eigene Vergütung.

  • 19.05.2009, 18:57 UhrAnonymer Benutzer: Insider

    (3) Wieviel Geld hätte sich KarstadtQuelle/Arcandor alleine in den letzten 10 Jahren erspart, hätte es keine kostspieligen Unternehmensberater finanzieren müssen? Schätzen Sie mal!
    Eine 10-stellige Summe in Euro! Da ist es doch beruhigend, dass Unternehmensberater nicht erst seit 10 sondern schon seit über 25 Jahren rund um die Uhr mithelfen, den Konzern bzw. ihre Einzelunternehmen zu ruinieren, alleine zu ihrem Vorteil.

    Herr Dr. Eick, Sie gehen in die Geschichte ein, wenn Sie es schaffen, diesen totgesagten Konzern auf ehrliche Weise zu retten. Die Last von ca. 2 Milliarden Euro Schulden am Ende des Jahres helfen dem Konzern nicht über die Runden, im Gegenteil. bilanzieren Sie, konsolidieren Sie, filetieren Sie (wenn es nötig ist)... jedes Unternehmen hat einzeln hervorragende Chancen im Markt, sich zu behaupten, aber unter dem Holding-Dach von Arcandor bald keines mehr, wenn es so weiter geht.

    Abschließend nochmal zum Thema "Fusion Karstadt/Kaufhof":
    Ein Zusammenschluss hätte für Verbraucher, den Wettbewerb und die Mitarbeiter gravierende Nachteile. Außerdem ist es eher unwahrscheinlich, das eine solch marktbeherrschende Stellung vom Kartellamt genehmigt würde, ohne den Verkauf bzw. die Schließung von mindestens 80 Filialen.

    Liebe Gesellschafter und Aktionäre,
    die börsennotierung dieses Unternehmens hat am Ende nichts gebracht. Ziehen Sie endlich einen Schlusstrich und nehmen Sie das Unternehmen von der börse!

  • 19.05.2009, 19:57 UhrAnonymer Benutzer: Scrooge

    Staatshilfe JA oder NEiN ?
    1. es geht um bürgschaften und einen Kredit, der zurückgezahlt wird
    2. selbstverschuldete Situation: JA sicher so richtig, da das frühere Management das Unternehmen nicht saniert hat sondern mit Phantastereien den eigenen Geldbeutel gefüllt hat (siehe bonuszahlung an TM)
    3. AbER: in einer normalen Finanzsituation hätte das Unternehmen die Chance über die banken weiter finanziert zu werden und sich somit zu sanieren .... -> und genau deshalb dürfen nicht 56.000 Arbeitsplätze aufs Spiel gesetzt werden !

  • 20.05.2009, 11:22 UhrAnonymer Benutzer: Prof. Schütz

    Sofern immer nur über Hilfen, also Kredite, gesprochen wird, und nicht der Focus liegt auf inhaltliche tragfähige Zukunfts-Konzepte, die für die nächsten Jahre Unternehmensgewinne versprechen, kann man das Geld gleich zum Fenster herauswerfen. Der Markt ohne Staatshilfen regelt das besser, natürliche Auslese.

    Ähnlich desaströse Diskussion wie mit den Landesbanken: Fragwürdige Daseinsberechtigung, seit Jahren überfälliger Strukturwandel und dennoch wird Steuergeld hinterhergeschmissen.

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