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Arcandor-Insolvenz : Welche Warenhäuser bleiben, welche sterben

von Henryk Hielscher

Die Pleite des Handelskonzerns Arcandor ist nur der Auftakt. Experten erwarten, dass in den kommenden Jahren ein Großteil der deutschen Kaufhäuser schließen wird. Eine Exklusiv-Studie zeigt, welche Standorte wie stark bedroht sind.

Viele Standorte von deutschen Quelle: dpa
Viele Standorte von deutschen Kaufhäusern sind bedroht Quelle: dpa

Bei seinem letzten Auftritt als Arcandor-Chef machte Karl-Gerhard Eick aus seiner Abneigung gegen den Erzrivalen keinen Hehl: „Ich wünsche mir für Karstadt, dass das Unternehmen in eine selbstständige Zukunft geführt werden kann“, sagte Eick über die insolvente Warenhaustochter des Essener Handelskonzerns. „Es muss keine gemeinsame Warenhaus AG mit Kaufhof geben.“

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Die Erwartungen des Managers dürften sich – wie so oft während seines kurzen Gastspiels in Essen – kaum erfüllen. Zwar will der zuständige Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg die Warenhaustochter Karstadt vorerst im Insolvenzplanverfahren eigenständig halten. Sein Ziel sei es, Karstadt „als Ganzes“ zu sanieren, betont Görg. Doch dass das gelingt, ist unwahrscheinlich.

19 Karstadt-Häuser auf dem Prüfstand

19 Häuser stehen schon jetzt auf dem Prüfstand für die Schließung, und im Hintergrund fahndet die Investmentbank Merrill Lynch nach Investoren.

Ob sich dabei ein Generalübernehmer für sämtliche Karstadt-Häuser findet, ist fraglich. Als wahrscheinlicher gilt ein Szenario, bei dem Shoppingcenter-Betreiber wie ECE und mfi einen Teil der Karstadt-Filialen übernehmen und sich der Düsseldorfer Handelskonzern Metro mit seiner Tochter Kaufhof den Karstadt-Kern mit 50 bis 60 Häusern einverleibt.

Nach einer Studie des Wormser Handelsexperten Jörg Funder, die der WirtschaftsWoche exklusiv vorliegt, wäre ein Zusammenschluss von Kaufhof und Karstadt allerdings der Auftakt für ein wahres Warenhaus-Sterben in Deutschland.

Von den heute mehr als 200 Filialen, die Kaufhof und Karstadt insgesamt betreiben, würden in den kommenden fünf Jahren rund zwei Drittel schließen, erwartet Funder.

Lediglich in Städten mit mehr als 200.000 Einwohnern sieht er für die einstigen Konsumtempel noch Chancen gegen wendige Spezialisten und Billiganbieter. „60 bis maximal 70 Warenhäuser in 45 Städten werden überleben“, glaubt Funder daher. In einer Deutschlandkarte hat er auf Grundlage der jeweiligen Bevölkerungszahlen das Schließungsrisiko für jede Warenhausfiliale dargestellt.

Vor allem Doppelstandorte in kleineren Städten – etwa Hanau oder Gießen – hätten auf Dauer keine Chance. Selbst Filialen in Trier oder Saarbrücken gehören laut Funder zur Risikogruppe.

16 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 22.03.2010, 15:12 Uhrförster-hehl

    ich arbeite seit fast 2 jahren für karstadt und jetzt 3 mal verlängert und tschüß. machen die seit jahren so. die kleinen haben nix wenn karstadt bleibt. so ne personalpolitik muss nicht unterstützt werden

  • 22.03.2010, 15:12 Uhrförster-hehl

    ich arbeite seit fast 2 jahren für karstadt und jetzt 3 mal verlängert und tschüß. machen die seit jahren so. die kleinen haben nix wenn karstadt bleibt. so ne personalpolitik muss nicht unterstützt werden

  • 16.01.2010, 02:37 Uhreloquent

    Das Lübecker Karstadt-Haus sollte dicht gemacht werden.
    Unfähige Mitarbeiter, eine bruchbude von Grund auf. Weg damit!

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