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Arcandor-Insolvenzverwalter: Middelhoff soll 234 Millionen Euro Schaden angerichtet haben

von Henryk Hielscher

Im Wirtschaftsprozess gegen den früheren Arcandor-Chef Thomas Middelhoff und weitere ehemalige Manager des Konzerns hat Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg eine neue Schadensberechnung vorgelegt.

Thomas Middelhoff, Quelle: REUTERS
Thomas Middelhoff, Quelle: REUTERS

Nach Informationen der WirtschaftsWoche beziffert ein Gutachter im Auftrag der Insolvenzverwaltung die durch verschiedene Immobiliendeals möglicherweise entstandenen Schäden nun auf insgesamt rund 234 Millionen Euro. Bislang hatte der Insolvenzverwalter lediglich einen Schaden von 175 Millionen Euro geltend gemacht, war vom Landgericht Essen im April aber aufgefordert worden, eine nachvollziehbarere Berechnung dafür vorzulegen. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, sagt ein Sprecher Görgs dazu. Ein Anwalt Middelhoffs spricht dagegen von einer „Milchmädchenrechnung“, es fehle weiterhin eine plausible Schadenserhebung.

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Im Kern geht es in dem komplexen Gerichtsverfahren um den Verkauf von fünf Karstadt-Immobilien in Potsdam, Leipzig, Wiesbaden, München und Karlsruhe an Fonds des Troisdorfer Immobilienentwicklers Josef Esch (Oppenheim-Esch-Fonds). Die Immobilien waren nach Görgs Einschätzung zu billig verkauft und überteuert zurückgemietet worden. Dadurch sei dem Konzern jeweils ein Schaden entstanden, den die Manager letztlich zu verantworten hätten. Die Beklagten haben diese Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Urteil verschoben

Angesichts der neuen Ausführungen Görgs wurde der bisher für den 31. August angesetzte Termin zur Verkündung einer Entscheidung des Gerichts aufgehoben. Nun soll am 15. Februar 2012 erneut verhandelt werden, bestätigte ein Sprecher des Landgerichts Essen der WirtschaftsWoche. Das Gericht regt zudem einen Vergleich zwischen den Parteien an. Mitte Dezember soll nach Informationen des Magazins die zweite Millionenklage des Insolvenzverwalters gegen Middelhoff verhandelt werden. Darin geht es um umstrittene Bonizahlungen und Reisekostenabrechnungen.

Unabhängig von den gerichtlichen Auseinandersetzungen wird Thomas Middelhoff seinen Posten als Aufsichtsratsvorsitzender der börsennotierten Berliner Filmproduktionsfirma Senator Entertainment AG niederlegen. Nach der Hauptversammlung des Unternehmens am kommenden Dienstag (2. August) werde Middelhoff aber als einfaches Mitglied des Gremiums weiterarbeiten, kündigte Senator-Chef Helge Sasse gegenüber der WirtschaftsWoche an.

14 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 01.08.2011, 13:49 UhrAnonymer Benutzer: TB

    @peter:
    Vor allem sind die von Middelhoff abgezweigten Summen Peanuts im Vergleich zu den hunderten von Milliarden Euro Steuergeldern, die unsere genialen EU-Politiker zu verschleudern gedenken!
    im Gegensatz zu den USA besteht in Deutschland immerhin noch 1 Tag die Möglichkeit, etwas gegen den Verschuldungsirrsinn der EU-Schranzen zu tun: Siehe http://bit.ly/kS2CsN

  • 01.08.2011, 00:22 UhrAnonymer Benutzer: 100kgAuAgPb

    mich wundert, dass bei den grossen summen keiner der geschädigten dem herrn m. ein angebot macht, das selbiger nicht ablehnen kann...

  • 31.07.2011, 11:59 UhrAnonymer Benutzer: Siggi L

    ich verfolge die Machenschaften eines Herrn Middelhoff seit seiner Zeit bei bertelsmann. ich frage mich: Wer stellt diesen Möchtegern-Manager immer wieder ein, dass er an diese Positionen kommt? Da müßten doch andere Manager mit Personalgespür an den Pranger. Meine Meinung: Solche egoistischen Typen gehören dringend hinter Gittern. - Doch was wird geschehen? M. wird auch in Zukunft sein süffisantes arrogantes Lächeln durch die Wirtschaftsgeschichte tragen.

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