Arcandor-Pleite: Insolvenzverwalter optimistisch für Karstadt und Quelle

Arcandor-Pleite: Insolvenzverwalter optimistisch für Karstadt und Quelle

Der vorläufige Insolvenzverwalter der Arcandor-Töchter Quelle und Karstadt, Klaus Hubert Görg, sieht gute Aussichten für die Rettung der Unternehmen. Das Versandhaus dürfte Ende der Woche seine Rechnungen wieder zahlen können.

Bei Karstadt sei er „hochoptimistisch, dass die allermeisten Kaufhäuser erhalten bleiben“, sagte Görg heute im „ARD-Morgenmagazin“. Für Quelle seien die Verhandlungen über einen rettenden Massekredit erfolgreich abgeschlossen. „Nach allem, was wir sehen, ist das wohl auch inzwischen gelungen.“ Er gehe „ganz fest“ davon aus, dass die dringend benötigte Finanzspritze über 50 Millionen Euro komme. Es gebe aber keine zwingende Garantie für alle Karstadt-Standorte, betonte Görg.

Zu einer möglichen Übernahme von Karstadt-Häusern durch den Konkurrenten Kaufhof wollte Görg sich nicht äußern. „Ob sie Karstadt oder Kaufhof oder sonstwie heißen, das weiß ich nicht“, sagte er in dem Interview. Kaufhof-Chef Lovro Mandac hatte eine Übernahme von etwa 60 Karstadt-Standorten als „sinnvollste Lösung“ der Krise bezeichnet.

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Karstadt hat nach Unternehmensangaben 92 Häuser sowie 28 Karstadt-Sport-Filialen, die im Geschäftsjahr 2007/08 (30. September) einen operativen Verlust von knapp 300 Millionen Euro erwirtschaftet hatten. Zu Quelle hatte „Focus Online“ bereits gestern aus Regierungskreisen gemeldet, die Banken und der Insolvenzverwalter hätten sich auf den 700-seitigen Kreditvertrag geeinigt. „Die Verhandlungen sind beendet“, hieß es. Der Versandhändler könne nun mit dem Geld rechnen. Voraussetzung sei aber noch, dass die obersten Entscheidungsgremien der beteiligten Kreditinstitute dem Vertrag zustimmen.

Kreditzusage "reine Formsache"

Allerdings dürfte es sich nach „Focus Online“ dabei aber um eine Formsache handeln. Die Essener Valovis-Bank verlangt den Kredit als Sicherheit für ihre Zahlungen an das Versandhaus. Durch einen Stopp dieser Zahlungen hatte die Bank die akute Finanzklemme bei Quelle ausgelöst. Görgs Sprecher Thomas Schulz rechnet damit, dass Ende der Woche erste Zahlungsfreigaben für Dienstleister und Lieferanten bei Quelle unterschrieben werden können, wie er der dpa heute sagte.

Der weitere Druck des Hauptkatalogs von Quelle ruht derweil, weil Druckereien um die Bezahlung ihrer Leistungen fürchten. Kunden zögern, bei dem insolventen Unternehmen einzukaufen. Die Bestellungen brachen zuletzt stark ein. Zu den ersten Hauptkatalogen vom Quelle, die im Rheinland und im Ruhrgebiete schon ausgeliefert wurden, hieß es von der vorläufigen Insolvenzverwaltung, „die Bestellrückläufe sind überdurchschnittlich“.

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