ARD: Raff: "Um Sportrechte werden wir künftig nicht mehr mitbieten können"

ARD: Raff: "Um Sportrechte werden wir künftig nicht mehr mitbieten können"

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Der ARD-Vorsitzende Fritz Raff

Für die öffentlich-rechtlichen Sender wird es nach Ansicht des ARD-Vorsitzenden Fritz Raff immer schwerer, im Wettbewerb um internationale Sportrechte wie Olympia mitzuhalten. Sollten sich kapitalstarke Bieter wie Google wirklich um die Online-Rechte der Olympischen Spiele 2014 und 2016 bewerben, müssten ARD und ZDF zurückstecken.

 „Ich bin mir schon seit Längerem darüber im Klaren, dass gerade der Sportrechtebereich für die öffentlich-rechtlichen sehr schwierig werden wird. Wenn diese Entwicklung eintritt, dann wird es für uns eine Endlichkeit geben beim Mitbieten um bestimmte große Rechte, dann müssen wir auf unsere anderen Qualitäten setzen“, sagte Raff der WirtschaftsWoche. Allerdings werde die ARD versuchen, so lange wie möglich die TV-Rechte an der Fußball-Bundesliga für die Sportschau zu sichern. „Wir sind sehr konkret daran interessiert, die Sportschau mit der Bundesliga bei uns zu behalten. Aber man darf sich nichts vormachen – wenn da die großen Player kommen, dann gibt es für den gebührenfinanzierten Rundfunk auch Grenzen.“ Als „Blödsinn“ bezeichnet Raff die Regelung, dass ARD und ZDF bewegte Bilder von Sportereignissen nur 24 Stunden lang im Internet anbieten dürfen, obwohl die öffentlich-rechtlichen Sender im Internet keine Werbung anbieten und damit keine Werbekonkurrenz zu privaten Anbietern darstellen. „Deshalb ist ja auch die 24-Stunden-Frist für die Abrufbarkeit von Sportereignissen Blödsinn, weil wir gar nicht in der Lage sind, die Internet-Rechte in all den Bereichen, in denen es vermutet wird, zu erwerben – wir können die gar nicht verwerten“, so Raff. „Das können andere viel besser – nehmen Sie die Deutsche Telekom, die hat Jahresgewinne, die sind so hoch wie das Gebührenaufkommen von ARD und ZDF zusammen. Entsprechend können Sie sich vorstellen, was die in den Rechteerwerb für ihr Internet-Fernsehen stecken kann.“

Von der anstehenden Neuregelung des Rundfunkländerstaatsvertrages in der kommenden Woche erhofft sich Raff eine klare Regelung, welche Informationsangebote ARD und ZDF im Internet machen dürfen. „Wir brauchen eine klare Definition dessen, was presseähnliche Angebote im Internet sind“, so Raff. „Dazu bedarf es der Rechtssicherheit. Sonst besteht die Gefahr, dass die Verleger unsere Angebote auf Dauer torpedieren und zum Beispiel gegen Texte aus der Tagesschau im Internet rechtlich vorgehen. Wir wollen uns nicht ständig vor Gericht wiederfinden.“ Raff macht sich zudem dafür stark, dass die öffentlich-rechtlichen Sender bestimmte TV-Inhalte länger über das Internet anbieten dürfen. „Es kann nicht sein, dass wir journalistische Angebote wie die „Tagesschau“ oder bestimmte Beiträge – denken Sie an die Präsidentenwahl in den USA – nach sieben Tagen löschen müssen. Es darf nicht sein, dass diese Sieben-Tage-Frist in jedem Genre wie ein Fallbeil dazwischenfährt. Wir wollen bestimmte Inhalte längerfristig anbieten, und das wird auch von der Politik so gesehen.“

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