Arriva-Kauf: Deutsche Bahn mit Zukauf zufrieden

Arriva-Kauf: Deutsche Bahn mit Zukauf zufrieden

von Christian Schlesiger

Knapp drei Milliarden Euro kostete die Akquisition des britischen Verkehrskonzerns 2010. Nach einem Jahr zieht DB-Vorstand Ulrich Homburg eine positive Bilanz. Belege dafür bleibt er schuldig.

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An Arriva bus

Die Bilanz nach einem Jahr Arriva fällt kurz und knapp aus: „Zufrieden“ sei Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg mit der Entwicklung der neuen Bahntochter Arriva. Im August 2010 kaufte die Deutsche Bahn den britischen Konzern, der in Europa Busse und Bahnen betreibt, für rund drei Milliarden Euro. Die Entwicklung laufe bis heute „nach Plan“.

Mehr als die knappe Antwort ließ sich Homburg nicht entlocken, obwohl die Deutsche Bahn auf dem Branchentreff Traffic Talks in Bonn selbst zur Pressekonferenz geladen hatte. Der Umsatz lag im ersten Halbjahr bei 1,63 Milliarden Euro. Damit wuchs das Geschäft geschätzt um sechs bis sieben Prozent. Ab wann die Deutsche Bahn den hohen Kaufpreis wieder reingeholt habe, wollte der Bahn-Vorstand nicht kommentieren. Die Erwartungen wurden bislang erfüllt, so Homburg.

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DB steigt nicht bei Avanza ein

Für das Wachstum sieht sich der Bahnmanager jedenfalls gut gerüstet. Arriva soll sowohl aus eigenen Kräften als auch durch Akquisitionen wachsen. Einem Einstieg beim spanischen Busbetreiber Avanza erteilte Homburg jedoch eine Absage. In den vergangenen Wochen war darüber mehrfach spekuliert worden. Das Unternehmen, das derzeit zum Verkauf steht, sei „völlig überteuert“. Es gebe mit dem Eigentümer derzeit weder Gespräche noch Verhandlungen.

Potenzial sieht Homburg für das Unternehmen auf der Schiene in Großbritannien, Schweden, Polen und anderen osteuropäischen Märkten. Im Busmarkt gebe es in fast allen Ländern interessante Gelegenheiten, sich an Ausschreibungen zu beteiligen.  „Mal größere, mal kleinere“.

Die Deutsche Bahn kann ihre Expansionsstrategie bei Arriva auf einem gut gefüllten Auftragsbestand aufbauen. Vor allem bis 2015 profitiert das Unternehmen durch Altverträge, die der Konzern in den vergangenen Jahren abgeschlossen hat. Pro Jahr sind durch lang laufende Verträge Umsätze von 1,7 bis 1,8 Milliarden Euro gesichert. Danach sinken die sicheren Einnahmen auf unter eine Milliarde Euro. Hinzu kommen Fahrgasteinnahmen, die darin teilweise noch nicht enthalten sind.

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