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Arriva: Wettbewerb der Staatsbahnen

von Christian Schlesiger

Der Verkauf der Arriva-Töchter hat die Deutsche Bahn enttäuscht. Doch mit den Italienern sind nun fünf staatliche Bahnkonzerne in Deutschland aktiv.

Metronom-Zug der Bahn-Tochter Quelle: dpa
Metronom-Zug der Bahn-Tochter Arriva Deutschland Quelle: dpa

Die erste Enttäuschung hat die Deutsche Bahn hinter sich. Ende August übernahm sie für 2,8 Milliarden Euro den britischen Wettbewerber Arriva. Die Kartellwächter stimmten zu – unter der Bedingung, dass die Bahn die deutschen Töchter von Arriva verkauft. Rund 400 Millionen Euro erhoffte sie sich dadurch. Tatsächlich bekommt sie nur 170 Millionen Euro. Mehr zahlt Trenitalia, eine Tochter der italienischen Staatsbahn Ferrovie dello Stato (FS), nicht. Andere Interessenten boten nicht einmal diesen Betrag.

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Arriva ist hierzulande bei Weitem nicht so gut aufgestellt, wie es einzelne Perlen vermuten lassen. Die bisherige Arriva-Tochter Metronom ist zwar ein echtes Highlight. Auch die Ostdeutsche Eisenbahn (ODEG) hat Stärken. Aber einige Beteiligungen wie Autobus Sippel und Regentalbahn in Bayern stehen nicht so glänzend da. Trenitalia dürfte nun damit beschäftigt sein, die neuen Töchter zu ordnen. Ein bis drei Jahre halten sich die Italiener bei Ausschreibungen deutscher Nahverkehrsstrecken wohl zurück — auch weil sie den deutschen Markt kaum kennen.

Doch dann geben die Italiener in Deutschland voraussichtlich Gas. Bis dahin scheint auch die Sanierung der Trenitalia-Mutter FS abgeschlossen zu sein. Darauf deutet der jüngste Großauftrag hin: Für 1,5 Milliarden Euro hat FS beim kanadischen Bahnhersteller Bombardier 50 Hochgeschwindigkeitszüge bestellt. Zudem fährt Trenitalia erfolgreich im deutschen Schienengüterverkehr: Die Tochter TX Logistik gilt als starke Güterbahn – auch weil die Konzernspitze in Italien dem deutschen Management weitgehend freie Hand lässt. In wenigen Jahren dürfte der Wettbewerb daher zunehmen — mit Staatsbahn Nummer fünf. Neben der staatseigenen Deutschen Bahn sind schon staatliche Bahnkonzerne aus Frankreich, den Niederlanden und Dänemark in Deutschland aktiv.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 14.12.2010, 17:02 UhrKomischer Wettbewerb

    Lug und Trug

    Der Hinweis auf die ausländischen Staatsbahnen, die hier tätig sind, ohne dass der hiesige Marktführer in deren Revieren gleichermaßen tätig sein darf, ist mehr als richtig.

    Es wäre nur noch zu ergänzen, dass die bundeseigene Db AG hierzulande auch noch gegen die Staatsbahnen der bundesländer zu kämpfen hat, insbesondere im Nahverkehr.
    Dort werden Strecken formal ausgeschrieben und den Zuschlag erhält - welch Wunder - die eigene Landesbahn.

    Alles geschieht vor den Augen des Eigentümers der Db AG, aber der schläft den Schlaf der Gerechten.

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