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Arzneimittel: Kliniken werfen Konzernen Preistreiberei vor

von Jürgen Salz

Die Pharma-Industrie erhöht die Medikamenten-Preise für Universitätskliniken. So wollen sich die Pillenhersteller an den Krankenhaus-Patienten schadlos halten, klagt der Verband der Universitätsklinika (VUD).

Ein Operationsteam im Quelle: dpa
Ein Operationsteam im Operationssaal eines Krankenhauses Quelle: dpa

„Die Gesetzgebungsinitiative von Gesundheitsminister Rösler zeigt Wirkung“, schreibt der VUD – und meint das ironisch.  Rösler plant,  ab dem 1. August die Medikamenten-Preise einzufrieren und später die Pharmakonzerne in Preisverhandlungen mit den Krankenkassen zu zwingen. Doch die Maßnahmen des Ministers gelten nur, wenn die Patienten ihre Pillen über niedergelassene Ärzte erhalten. Für die Preise von Arzneimitteln in Krankenhäusern sind dagegen keine Beschränkungen geplant.

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Das macht sich die Pharmaindustrie laut VUD  nun zunutze. In den Unikliniken geht die Kostenexplosion bei patentgeschützten Medikamenten ungebremst weiter, klagt der Verband. Um Umsatzverluste bei den Ärzten auszugleichen, würden die Medikamenten-Hersteller versuchen, sich bei den Kliniken schadlos zu halten. Die Pharma-Unternehmen hätten innovative Arzneimittel in den vergangenen drei Jahren teilweise um zweistellige Prozentsätze verteuert.

„Wir brauchen für innovative patentgeschützte Arzneimittel auch im Krankenhaus eine Deckelung der Preise wie bei den Vertragsärzten. Die Pharma-Firmen dürfen sich nicht auf unsere Kosten schadlos halten. Sonst drohen massive negative Folgen für die Versorgung schwerstkranker Patienten“, sagt VUD-Generalsekretär Rüdiger Strehl.

Teure Spezialpräparate treiben die Kosten

Die Universitätskliniken sieht Strehl besonders betroffen, weil dort neue Medikamente häufig zuerst an Patienten verabreicht werden.

Besonders teure Spezialpräparate treiben die Kosten. In jüngster Zeit hatten Ärzte – wie der Krebsmediziner Wolf-Dieter Ludwig vom Helios-Klinikum in Berlin-Buch – den undifferenzierten Einsatz vieler Krebspräparate kritisiert. 

Eine Sprecherin des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller (VFA), dem die großen Pharmakonzerne angehören, kann den Vorwurf des VUD allerdings nicht nachvollziehen. "Anders als im niedergelassenen Bereich kann jedes Krankenhaus mit Arzneimittelherstellern frei über Preise, Mengen und sonstige Konditionen von Arzneimitteln verhandeln", so die Sprecherin. "Insbesondere Universtitätskrankenhäuser, die wichtige Vorreiter einer innovativen Arzneimittelversorgung sind, haben eine hohe Nachfragemacht und entscheiden frei darüber, welche Arzneimittel eingekauft werden. In der Folge entsprechen die tatsächlichen Einkaufspreise gerade der Unikliniken häufig nicht den Listenpreisen."

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 18.05.2010, 22:28 UhrAnonymer Benutzer: RDA

    Der Staat soll gefälligst Preise für die Pillen festsetzen. Und wer das sozialistisch findet, möge sich mal anschauen, wer die erlaubten Erlöse aus Netzentgelten für STrom- und Gasnetze festlegt.

  • 18.05.2010, 22:28 UhrAnonymer Benutzer: RDA

    Der Staat soll gefälligst Preise für die Pillen festsetzen. Und wer das sozialistisch findet, möge sich mal anschauen, wer die erlaubten Erlöse aus Netzentgelten für STrom- und Gasnetze festlegt.

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