Aschewolke: Sicherheitsbedenken nach Lockerung des Flugverbots

Aschewolke: Sicherheitsbedenken nach Lockerung des Flugverbots

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Vulkan Eyjafjallajokull

Durch eine Sonderregelung fliegen wieder verschiedene Fluglinien wieder. Doch Piloten kritisieren den Schritt massiv und fürchten um die Sicherheit. Forscher warnen unterdessen vor dem Ausbruch eines weiteren Vulkans.

Trotz der Luftraum-Sperre bis mindestens 14.00 Uhr nimmt der Betrieb auf den deutschen Flughäfen seit Dienstagmorgen zu. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hatte am Montag die Sperrung des Luftraums wegen der isländischen Aschewolke verlängert, Flüge zu Sonderkonditionen aber erlaubt. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hatte am Montagabend nach einer Telefonkonferenz mit den EU-Verkehrsministern erklärt, die Fluggesellschaften dürften Passagiere mit kontrollierten - also von Radarlotsen unterstützten - Sichtflügen befördern. Die Aschewolke soll dabei unterflogen werden.

Airlines schickten daraufhin ihre Maschinen vor allem nach Übersee oder in Feriengebiete, um deutsche Touristen zurückzufliegen. Am Dienstag werden noch mehr Flüge, bei denen die Piloten nach Sicht fliegen müssen, erwartet. Auf dem Airport in Frankfurt am Main waren am Montag jeweils rund 25 Maschinen gestartet und gelandet. Am Dienstag sollten es nach Angaben eines Sprechers deutlich mehr werden. Die Lufthansa plant für den Tag 140 Flüge. In München will die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin ihr reguläres Programm wieder aufnehmen. Ein Flughafensprecher rechnete mit 457 Flügen, was etwa 40 Prozent eines normalen Flugtages entspreche. In Berlin hob kurz nach 6.00 Uhr der erste Flieger in Richtung Palma de Mallorca ab.

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Pilotenvereinigung kritisiert Sonderregelung massiv

Die Pilotengewerkschaft Cockpit äußerte allerdings Sicherheitsbedenken angesichts der allmählichen Wiederaufnahme des Flugverkehrs. „Nach unserer Einschätzung ist nicht mit Sicherheit ausgeschlossen, dass es zu Vorfällen kommen kann“, sagte Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg in der ARD-Sendung „Beckmann“ am Montagabend. „Die Piloten fühlen sich unter Druck gesetzt, weil sie sich ihrem Arbeitgeber gegenüber verpflichtet fühlen.“

Beim Thema Flugverbot sei Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer unter dem Druck der Fluggesellschaften eingeknickt. Sonntag hatte er noch gesagt, man lasse sich nicht von den wirtschaftlichen Überlegungen der Airlines hertreiben. Kurz vor einem ersten Messflug des Zentrums für Luft- und Raumfahrt, der die seit Tagen erwartete Daten bringen solle, heiße es plötzlich: „Dann fliegt halt nach Sicht“.

Das bedeute, man fliege mal los, weil ein paar Testflüge gut gegangen seien. Das ganze laufe nach dem Motto: „Es wird schon gut gehen“, kritisierte Handwerg. Das juristische Risiko sei jetzt auf die Piloten verlagert worden, fügte der Gewerkschaftssprecher hinzu. An der wissenschaftlichen Einschätzung der Gefährlichkeit habe sich nichts geändert, sagte Handwerg am Morgen demDeutschlandfunk. „Man hat nur eine juristische Winkelkonstruktion gesucht, um die Flugzeuge in die Luft zu bringen.“

Luftraum in drei Zonen unterteilt

Kritisch äußerte sich auch der Internationale Pilotenverband (IFALPA): Eine Wiederaufnahme der Flüge in Europa muss nach Einschätzung letztlich den Piloten überlassen werden und darf nicht auf wirtschaftlichen Druck erfolgen. Verbindungen dürften zunächst nur zwischen Flughäfen freigegeben werden, deren Luftraum vollständig aschefrei sei, forderte IFALPA-Sprecher Gideon Ewers. Dies sei notwendig, um das Vertrauen in den Luftverkehr wiederherzustellen.

Am Montag hatten die EU-Verkehrsminister gemeinsam mit der europäischen Flugsicherheitsagentur Eurocontrol die Einrichtung von drei Zonen beschlossen. Der Luftraum solle in drei Zonen unterteilt werden und nur dort geschlossen werden, wo eine bestimmte Konzentration der Asche überschritten wird. Entscheidende Kriterien werden Satellitenbilder und Daten der Aschewolke sein. In einer ersten bleibt ein absolutes Flugverbot bestehen, in der dritten Zone ohne Aschebelastung wird es komplett aufgehoben. In der zweiten Zone hingegen bleibt es den nationalen Behörden überlassen, das Risiko abzuwägen und Flüge zuzulassen.

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