Asiengeschäft: Siemens verfehlt selbst gestecktes Ziel in China

Asiengeschäft: Siemens verfehlt selbst gestecktes Ziel in China

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Siemens in China

von Matthias Kamp

Die gesamte Konzernspitze des Münchner Siemens-Konzerns hält sich zurzeit in Peking auf. CEO Peter Löscher will damit die Bedeutung des chinesischen Marktes für das Unternehmen unterstreichen. Doch im zurückliegenden Jahr lief das Geschäft im Reich der Mitte schlechter als erwartet.

Um sieben Prozent hat der Siemens-Konzern in China seinen Absatz im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr gesteigert. Zwar wuchs das Geschäft für die Münchner damit stärker als in anderen Ländern. Das eigene Ziel, doppelt so stark zuzulegen wie die chinesische Wirtschaft, haben die Münchner allerdings verfehlt. Für das laufende Jahr rechnen die meisten Analysten in China mit einem Wirtschaftswachstum von etwas mehr als acht Prozent. Im vorangegangenen Geschäftsjahr hatte Siemens seinen Absatz im Reich der Mitte noch um 19 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro gesteigert.

„Es war eine extrem schwierige Situation“, sagt Richard Hausmann, China-Chef bei Siemens, „als Chinas Wirtschaftswachstum Anfang des Jahres auf etwas mehr als sechs Prozent fiel.“ Der Konzern spüre außerdem die Folgen der Überkapazitäten in Branchen wie Energie, Stahl oder Zement, so Hausmann heute in Peking.

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Schock durch die „Buy-Chinese-Klausel“

Kaum bemerkbar gemacht habe sich dagegen die von der chinesischen Regierung im Frühjahr verkündete so genannte „Buy-Chinese-Klausel“. Danach will China bei Aufträgen im Rahmen seines Konjunkturprogramms heimische Firmen bevorzugen. „Anfangs gab es bei uns einen kleinen Schock“, räumt Hausmann ein, „aber die Auswirkungen der Klausel sind für uns nicht sehr ernst.“ Außerdem gebe es in Krisenzeiten überall Tendenzen zum Protektionismus.

Insgesamt rechnet Siemens bis Ende 2012 mit Aufträgen von umgerechnet zwei Milliarden Euro aus dem 400 Milliarden Euro schweren Konjunkturpaket der Chinesen. Bei seinem Chinabesuch unterzeichnete CEO Peter Löscher gleich mehrere Kooperationsabkommen und Verträge. Dazu gehören unter anderem der Betrieb und die Wartung des neuen Flughaftenterminals in Peking, Leit- und Antriebssysteme für den öffentlichen Nahverkehr in Hangzhou, Suzhou und Chongqing sowie Investitionen für den Ausbau der Kapazitäten für den wachsenden Windenergiemarkt Chinas. Insgesamt haben die unterschriebenen Abkommen ein Volumen von umgerechnet 197 Millionen Euro.

China liefert sechs bis sieben Prozent des Gesamtgeschäfts

Schwellenländer wie China, glaubt Löscher, werden für das Geschäft von Siemens künftig deutlich an Bedeutung gewinnen. Im laufenden Jahr kamen bereits ein Drittel aller neuen Aufträgen der Münchner aus aufstrebenden Märkten. Der Anteil werde in den kommenden Jahren weiter steigen.

China steuert derzeit zwischen sechs und sieben Prozent zum Gesamtgeschäft des Münchner Konzerns bei. Auch hier rechnet Löscher mit einem Zuwachs in den kommenden Jahren. Und schon 2010, glaubt der Siemens-Manager, werde das Chinageschäft von Siemens wieder doppelt so stark wachsen wie die Wirtschaft des Landes. Experten rechnen damit, dass Chinas Bruttoinlandsprodukt im kommenden Jahr um bis zu zehn Prozent zulegen wird.

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