Aufschwung: Wo wieder Aufbruchstimmung herrscht

Aufschwung: Wo wieder Aufbruchstimmung herrscht

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Ein Auszubildender zum Industriemechaniker bei einem Autozulieferer

von Mario Brück

Bis vor kurzem war alles Krise. Doch nun fahren die ersten Unternehmen wieder die Produktion hoch und holen ihre Kurzarbeiter zurück an die Bänder. Die WirtschaftsWoche hat in einigen Branchen Frühlingsgefühle trotz allgemeiner Herbststimmung ausgemacht.

Alles war so düster. Mitte April noch, nachdem die Nachfrage nach Chemieprodukten massiv eingebrochen war, hatte BASF-Chef Jürgen Hambrecht eine chemische Großanlage mit einer Jahreskapazität von 220 000 Tonnen stillgelegt. Jetzt läuft sie wieder. Crackerprodukte wie Butadien – das unter anderem zur Herstellung von Kunststoffen und Kautschuk gebraucht wird – sind in der Industrie wieder gefragt.

Jetzt geht’s los! Das Hochfahren des Kolosses ist ein Symbol für die Aufschwungstimmung in den deutschen Unternehmen. Ganz nach dem Motto: Wenn alle nur ein bisschen daran glauben, wird es vielleicht wirklich bald besser.

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Frühlingsgefühle mitten im Herbst

Klar ist: Die noch immer krisengebeutelte deutsche Wirtschaft wird nicht gleich auf breiter Front nach vorn marschieren. Das verschweigt auch das aktuelle Gemeinschaftsgutachten der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute nicht. Es ist immer noch Vorsicht geboten. So mancher Angestellte, Anleger oder Konsument könnte sich – trotz Quelle-Schock und fortwährender Sorgen etwa um die Existenz von Opel – nach den jüngsten Zahlen in falscher neuer Sicherheit wiegen und deshalb zu hohe Risiken an der Börse eingehen oder zu großzügig auf Einkaufstour gehen.

Denn mitten im Herbst überkommen die deutsche Wirtschaft Frühlingsgefühle. Die Wirtschaftsforscher trauen dem Land 2010 deutlich mehr Wachstum zu als noch in ihrer Prognose vom Frühjahr. Doch wer sind nun konkret die Hoffnungsträger des Aufschwungs? Die WirtschaftsWoche hat sich auf die Suche begeben: Neben vielen noch von der Krise hart gebeutelten Branchen und Unternehmen gibt es auch welche, die jetzt den Aufschwung befeuern, die ihre Produktion wieder hochfahren, Kurzarbeiter zurückholen und wieder mit guten Zahlen glänzen.

Etwa in der Chemiebranche: Da arbeiten bei Branchengrößen wie Wacker, Evonik und Lanxess bereits deutlich weniger Menschen kurz. Auch High-Tech-Firmen finden zurück auf den Wachstumspfad, wie die guten Zahlen von US-Giganten wie Texas Instruments, Google, Apple oder Intel zeigen. Von der ungebrochenen Konsumlust der Verbraucher profitieren Konzerne wie der Elektronikriese Philips, der seinen Gewinn im dritten Quartal 2009 im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdreifacht hat. Sportartikel-Profis wie Adidas und Puma können sich mit der Fußball-WM 2010 auf ein Konjunkturprogramm der besonderen Art freuen. Und es gibt auch Branchen, an denen die Krise fast spurlos vorübergangen ist: Etwa im Lebensmittelhandel oder in der Pharmabranche.

Dennoch warnen Volkswirte, dass die Narben der Krise tief sind und nur langsam verheilen. Der Abschwung hat Deutschland hunderttausende neue Arbeitslose, über eine Million Kurzarbeiter und schwer angeschlagene Großunternehmen wie Arcandor hinterlasssen. Allzu rasch wird Deutschland nicht zu alter Stärke zurückfinden, meinen führende Ökonomen.

Welche Branchen noch von der Krise profitiert haben und wer zu den Langzeitpatienten gehört, lesen Sie in der ausführlichen Titelgeschichte „Die Hoffnungsträger“ in der neuen WirtschaftsWoche. Ausgabe  44/2009 ist ab Montag, dem 26.10.2009 im Zeitschriftenhandel erhältlich.

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