Auktionen: Starauktionator de Pury: "Ich weiß schon vorher, von wo ein Gebot kommt"

Auktionen: Starauktionator de Pury: "Ich weiß schon vorher, von wo ein Gebot kommt"

Der Starauktionator Simon de Pury ist bei jeder seiner Versteigerungen eins mit seinem Publikum. Darin und in einem Apfel, den er vor jeder Versteigerung isst, sieht de Pury sein Erfolgsgeheimnis.

„Wenn man eine Auktion leitet, ist man mit seinem Publikum auf derselben Wellenlänge. Deshalb sieht man alles und nimmt alles auf“, verrät de Pury im Gespräch mit fivetonine, dem Lifestylemagazin der WirtschaftsWoche. „Bevor jemand bietet, weiß man quasi schon: Von dort hinten wird jetzt ein Gebot kommen.“

Um eine der großen Kunstauktionen überhaupt leiten zu können, zieht sich de Pury vorher ganz zurück, um sich auf das Ereignis einzustimmen. „Vor jeder wichtigen Auktion habe ich ein Ritual. Nach dem Lunch mit meiner Kollegin Tiffany Wood, die Creative Director ist, ziehe ich mich zurück und will einfach zwei Stunden totale Ruhe haben, in denen ich mich auf den Katalog konzentriere.“

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Äpfel spielen dabei eine besondere Rolle. „Ich bin sehr abergläubisch und esse eine Stunde vor der Auktion immer einen Apfel. Das hat 1993 begonnen, als die sechstägige Thurn-und-Taxis-Auktion in Regensburg stattfand. Überall standen diese mit herrlichen Äpfeln gefüllten Schalen, bei denen ich mich jeden Morgen bedient habe.“

Jede Auktion – egal, ob er sie leitet oder ob er als Bietender teilnimmt – ist für den Schweizer Spannung pur. „Als Bietender in einer Auktion mitzumachen, ist ebenso aufregend, wie eine Auktion zu leiten. Man versucht, seine Aufregung nach außen nicht zu zeigen. Man muss dann blitzschnell entscheiden, ob man über den Preis, den man sich im Kopf festgelegt hat, hinausgehen will.“

Bei der Entscheidung über den Preis rät de Pury eher dazu, sein Limit zu übersteigen. „Ich habe noch nie bedauert, etwas gekauft zu haben, aber den Objekten sehr stark nachgetrauert, die ich nicht gekauft habe.“

Man sollte sich beim Bieten auch auf sein Gefühl verlassen, meint de Pury. „Manchmal riskiert man viel mehr, wenn man nichts riskiert. Ich versuche, das mit meinem sehr ausgeprägten Verantwortungsgefühl in Einklang zu bringen. Manchmal fühlt man gewisse Dinge im Bauch, und wenn man nicht auf sein Innerstes hört, macht man Fehler, weil man die Dinge zu sehr intellektualisiert oder rationalisiert hat.“

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