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Auktionstickets: Deutsche Bahn und Ebay: Aktion wird zum Imageflop

von Boris Hedde

"Bahntastisch" sollten es werden, als die Deutsche Bahn Anfang des Monats eine Verkaufsaktion über das Internetauktionshaus Ebay startete. Mit rund einer Million angebotenen Tickets wollten die Bahn und Ebay nicht nur das Herz der Schnäppchenjäger erobern, sondern auch an ihrem Image feilen. Doch das hat nicht geklappt.

Deutsche Bahn und ihre Ebay-Aktion
Deutsche Bahn und ihre Ebay-Aktion

Streikchaos, Spitzelvorwürfe oder die aktuelle Sicherheitsdebatte nach einer ICE-Entgleisung: Die Liste der Hiobsbotschaften für die Deutsche Bahn ist lang. Eine gemeinsame Ticketaktion mit Ebay sollte dem Konzern endlich wieder positive Schlagzeilen bescheren - doch es kam anders. Viele Ebay-Mitglieder ersteigerten die Tickets zu Beginn der Aktion für weit über 100 Euro. Wenig später gab es die gleichen Tickets zu einem viel günstigeren Festpreis. Die Folge: Frustrierte Kunden und eine sehr negative Berichterstattung in der Presse.

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Wie sich das Image von Ebay und der Deutschen Bahn während und nach der Verkaufsaktion entwickelt hat, zeigt der BrandIndex.

Betrachtet man die Entwicklung der vergangenen drei Monate, ist im Fall der Bahn grundsätzlich eine positive Entwicklung festzustellen. Sehr wahrscheinlich wurde der positive Trend durch hohen Treibstoffpreise und der damit einhergehenden wachsenden Attraktivität der Bahn begünstigt. Allerdings befindet sich die Marke mit durchschnittlich minus 15 BrandIndex-Punkten noch immer auf einem schlechten Niveau.

Boris Hedde
Boris Hedde von psychonomics AG

Zu Beginn der Ebay-Aktion erreichte der BrandIndex der Bahn zunächst ein Jahreshoch von minus zwölf Punkten. Nach der Berichterstattung über verärgerte Kunden sackte der Index jedoch schnell wieder auf minus 15 Punkte ab.

Bei der Markenpräsenz sind in den vergangenen Wochen drei Einbrüche zu erkennen. Im Gegensatz zu den eher langfristig orientierten und auf sechs Dimensionen basierenden Index-Werten, zeigt die Markenpräsenz, ob die Marke kurzfristig positiv oder negativ aufgefallen ist.

Zunächst sorgten Anfang Juni im Rahmen des Telekom-Skandals Spitzelvorwürfe für schlechte Schlagzeilen. Gut einen Monat später geriet die Bahn nach der ICE-Entgleisung in Köln erneut unter Druck - die Markenpräsenz stürzte wieder ab. Die Ebay-Aktion zu Beginn dieses Monats war nur vorerst der Schlusspunkt. Die Lage dürfte sich angesichts der für Ende des Jahres angekündigten Preiserhöhung nicht verbessern.

Auch Ebay unter Druck

Auch Ebay erhoffte sich von der Kooperation ein besseres Image. Dieses hätte das Unternehmen auch gebrauchen können, denn der einstige Internetliebling sorgt bei seinen Kunden seit geraumer Zeit für Unmut. Was spiegelt sich im BrandIndex wider: Mit nur noch 21 Punkten befindet sich die Marke auf einem Jahrestief. Damit kann man zwar noch von einem vergleichsweise guten Image sprechen, von den einstigen Höchstwerten ist Ebay jedoch mittlerweile weit entfernt.

"Bahntastisch": Kooperation von Deutscher Bahn und Ebay Quelle: DB AG
"Bahntastisch": Kooperation von Deutscher Bahn und Ebay Quelle: DB AG

Ähnliches zeigt sich bei der Markenpräsenz: Nach einer Änderung des Bewertungssystems und der Insolvenz des großen Powersellers Selectronica wurden Ende Juli sogar erstmals negative Werte gemessen. Auch ein verlorener Rechtsstreit gegen den Luxusgüterkonzern Louis Vuitton Moët Hennessy (LVMH) setzte das Unternehmen zusätzlich unter Druck.

Die entstandenen Probleme rund um die Ebay-Bahntickets machen deutlich, wie sorgfältig derartige Verkaufsevents geplant werden müssen. Das gilt umso mehr, wenn im Gegensatz zu früheren Aktionen der Bahn mit Tchibo oder McDonald's das Internet als Vertriebskanal gewählt wird.

BrandIndex: Das forschungsbasierte Tool zur Markenführung ermöglicht eine tagesaktuelle Imageanalyse von über 550 Marken. Die Analyse basiert auf einer täglichen Befragung von 1000 Personen.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 16.11.2010, 00:07 UhrAnonymer Benutzer: Holland über alles!

    Das ist ein Problem, welche als typisch Deutsch bezeichnet worden kann. Viele Deutshce glauben dass ein Euro genauso wie eine DM ist und viele Deutsche wissen auch nicht was sparen ist! Viele Leute bestellen im bordbistro etwas, statt Kaffee und Essen am bahnhof (oder noch besser im Einkaufsmarkt) zukaufen. Man reserviert einen Sitzplatz, während in den meisten Zügen ausreichend andere Sitzplätze zufinden sein (für EUR 4,50 hat man am bahnhof einen grossen Kaffee und ein baguette (oder im Supermarkt 2 Literflaschen Cola, 100 Gram Schinken und 5 Semmeln). Und kommt eine Versteigerung, denn bietet Mann rücksichtlos 120-180 Euro, während für 29-39 Euro eine Einfache Fahrt zulösen ist. Die bahn kennt die Psychologischen Fehler mancher Leute und spielt daäuf ein, das hätte ich auch gemacht, wenn ich bahnpräsident war! Warum wartet man nicht. Mann sollte doch wissen dass die bahn 2-3 Mal im Jahr mit tollen angebote kommt? Statt eigene Fehler zuerkennen, etwas an seiner Gier zutun (Gier ist dasjenige was noch aus Deutschlands eigene Kriegsgeschichte übrig ist!), und ein bisschen anders zuleben, weint mann und meckert mann über Fehler bei der bahn, während Deutsche diese Fehler selbst gemacht haben. Und jetzt mein Fahrrad zurück bitte!

  • 20.08.2008, 11:20 UhrAnonymer Benutzer: c-nes

    @ bahntastisch Fan: super, binnenkonjunkturelle Nachfrage? Erstaunlicherweise verirren sich hier gelegentlich noch Superschlaue, die dann mit gefährlichen Halbweisheiten prahlen.

    Die bahn ist ein monopolistischer Moloch für korrupte Verkehrspolitiker (und andere). Wir werden Herrn Tiefensee schon bald im Aufsichtsrat begrüßen dürfen.

    Wenn die bahn sich selbst was Gutes tun möchte, möge Sie sich dem Markt öffnen und Konkurrenz auf ihrem Netz zulassen. Die privaten bahnen machen eine tausendmal bessere Arbeit als die Staatliche.

    Ebay ist ein Monopolist gleicher Couleur. Das Einzige was hier noch hilft ist ein weiter steigender imageschaden.

  • 20.08.2008, 01:19 UhrAnonymer Benutzer: Bahntastisch Fan

    ich begrüße die Aktion ausdrücklich: Eine neue idee für den Absatz von bahntickets.

    Stichworte:
    - "Flatrate" Angebote sind im Trend
    - Die Kopplung zweier Markennamen wirkt positiv

    Meiner Familie und mir werden damit tolle Wochenendreisen zu unschlagbaren Konditionen möglich.

    Wie wäre es mit einem Artikel mit blick auf die damit verbundenen Möglichkeiten für die binnenkonjunkturelle Nachfrage?

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