Ausfälle: American Airlines stürzt US-Flugverkehr ins Chaos

Ausfälle: American Airlines stürzt US-Flugverkehr ins Chaos

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Eine Anzeigetafel am Portland International Airport zeigt abgesagte American Airlines-Flüge

Selbst für hartgesottene US-Passagiere ist es ein beispielloses Chaos: Wegen dringender Flugzeugreparaturen mußte die US-Fluglinie American Airlines in dieser Woche tausende Flüge streichen. Die Fluglinie versucht die wütenden Fluggäste mit Gutscheinen zu besänftigen - doch die Ausfälle dürften die Fluglinie Millionen kosten.

Wegen des Ausfalls von tausenden Flügen in dieser Woche rechnet die Fluggesellschaft American Airlines mit millionenschweren Verlusten. Vorstandschef Gerard Arpey erwartet nach eigenen Worten Kosten von mehreren zehn Millionen Dollar. Allein gestern wurden rund 900 Flüge gestrichen, weil in zahlreichen Flugzeugen fehlerhafte Kabel repariert werden mussten. Am (heutigen) Freitag wollte die größte Fluglinie der USA noch einmal 570 Flüge streichen.

Es ist der vierte Tag mit Flugausfällen in Folge. Die US-Behörden hatten die Fluggesellschaft auf mögliche Verstöße gegen Feuerschutzbestimmungen hingewiesen. Das Management bat die aufgebrachten Kunden um Entschuldigung und bot Fluggutscheine an.

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Einige verärgerte Passagiere stiegen allerdings lieber auf die Bahn um. Die Bahngesellschaft Amtrak berichtete von einer deutlichen Zunahme der Fahrgastzahlen vor allem im Nordosten der USA.

Miserabler Service bei US-Fluglinien

Der Service der großen US-Fluglinien ist laut jüngsten US-Studien so miserabel wie nie zuvor. Stundenlange Verspätungen sowie fehlgeleitete und verlorene Gepäckstücke peinigten 2007 Millionen Passagiere von US- Inlandsflügen. 

Wegen der Ausfälle bei American Airlines verstärkt sich das Unbehagen am US-Luftverkehr noch einmal dramatisch. Wohl selten wurde auf den Flughäfen in Chicago, New York oder Phoenix so heftig geschimpft und geflucht wie jetzt. Denn Tausende Flüge werden gestrichen, Hunderttausende Fluggäste sind zum Umplanen gezwungen. „Meine Mutter soll hier übernachten, aber sie kann kein Englisch, wer kümmert sich bis zum nächsten Flug um sie?“, klagte sichtlich verzweifelt eine junge Frau aus Kroatien, die ihre Mutter nur zum Flughafen Washington-Dulles bringen wollte.

Die meisten Passagiere fügen sich derzeit zwar grollend ihrem Flugschicksal, akzeptieren Gutscheine der Gesellschaften für Übernachtungen und Auslagen. American Airlines verspricht sogar 500- Dollar-Gutscheine für gestrandete Kunden. Aber nicht nur Geschäftsleute, die ihre Termine verpassen, sehen darin nur einen schwachen Trost. „Eine nicht akzeptable Situation“ gestand um Entschuldigung ringend auch AA-Vizepräsident Dan Garton.

Ohnehin ist das Reisen in die USA sichtlich unattraktiver geworden. Das schlechte Image der USA unter Präsident George W. Bush und die oft als schikanös empfundenen Sicherheitsprüfungen bei der Einreise haben die Lust auf Amerika deutlich gedämpft. Nicht einmal der starke Euro hat da eine Trendwende bewirken können. 2007 kamen nach Angaben des US-Wirtschaftsministeriums zwei Millionen weniger Besucher in die USA als 2001.

Nun droht alles noch viel schlimmer zu werden: denn wenig spricht für eine Besserung des maladen US- Flugverkehrs. Hintergrund ist eine deutlich verschärfte Politik der US- Flugaufsichtsbehörde FAA. Eine zu lasche Handhabung der Sicherheitskontrollen der US-Passagierflugzeuge haben die zuständigen Ausschüsse des US-Kongresses beklagt. Inzwischen haben die FAA-Kontrolleure demonstrativ mit voller Kraft und penibel losgelegt. Hunderte Flugzeuge sollen strengen Untersuchungen unterzogen werden - also müssen Tausende von Flügen gestrichen werden.

Bei den Boeing-Flugzeugen der größten US- Fluggesellschaft American Airlines geht es vor allem um die Verkabelungen der Fahrwerke. Fast zwei Dutzend Mal hätten wegen technischer Probleme die Räder bei AA-Flügen nicht eingefahren werden können, berichtete der Nachrichtensender CNN. Eine echte Gefahr für die Passagiere allerdings habe kaum bestanden, meinten Experten.

Es gibt deshalb auch erhebliche Zweifel an der Notwendigkeit der derzeit rigorosen Inspektionen: Die FAA folge nun „veralteten und politisierten Prioritäten“, kritisierte das Wirtschafts-freundliche „Wall Street Journal“. Die Kontrollen hätten nichts mit Sicherheit zu tun. Schließlich habe es in dem Staat mit dem dichtesten Flugverkehr der Welt seit 2001 kein Unglück mehr mit einem Passagierflugzeug gegeben. Allerdings bestreitet niemand, dass die ums Überleben ringenden US-Fluggesellschaften nicht nur am Service für die Passagiere, sondern auch bei den Sicherheitskontrollen der Flugzeuge Abstriche gemacht haben.

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