Ausland: Finnland und Schweiz sind Vorreiter bei E-Post

Ausland: Finnland und Schweiz sind Vorreiter bei E-Post

von Christian Schlesiger

Finnlands staatlicher Konzern Itella erwirtschaftet bereits dreistellige Millionenbeträge mit Online-Diensten. Warum Finnland und die Schweiz Online-Vorbilder sind.

Finnische Post

Bild vergrößern

Direkter Draht zur Bank. Wie die finnische Post die Bgeleichung von Rechnungen vereinfacht.

Der staatliche Konzern Itella erwirtschaftet mit Online-Diensten, darunter auch der elektronische Brief, bereits 250 Millionen Euro. In dem Internet-Portal NetPosti laufen sämtliche Rechnungen und Korrespondenzen von Behörden und Unternehmen wie Versicherungen, Banken und Telekommunikationskonzerne ein. Das ermöglicht Nutzern, elektronische Rechnungen oder Vertragsunterlagen zentral zu verwalten, statt wie in Deutschland für jeden Dienstleister ein separates Kundenkonto führen zu müssen. Mehr als 4000 Unternehmen und Institutionen verschicken Daten auf Wunsch ihrer Kunden an NetPosti: Konzerne übermitteln Gehaltsmitteilungen, Rentenversicherungsträger informieren über Rentenhöhe, Kreditkartenfirmen verschicken Umsatzbuchungen. Rechnungen werden sieben Jahre lang kostenlos archiviert. 2009 erhielt jeder NetPosti-Nutzer im Schnitt 13 elektronische Briefe. Der Service ist für Privatkunden kostenlos, bereits 230 000 Finnen sind registriert.

Ein großer Vorteil von NetPosti ist die Geldüberweisung per Mausklick. Kunden erhalten bei Rechnung einen Link, der sie zu ihrem Bankportal weiterleitet. Alle Daten sind bereits in ein Online-Überweisungsformular eingetragen, es fehlen nur noch Passwort und Tan. Zudem finden Nutzer bei NetPosti 170 elektronische Ausgaben von Magazinen sowie 1700 Formulare wie Anträge zur steuerlichen Anrechnung der Pendlerkosten oder Mitteilung eines Gewaltdelikts bei der Polizei.

Anzeige

Schweizerische Post

Die staatliche Swisspost führte schon vor Jahren die verschlüsselte und rechtsverbindliche E-Mail ein, die sogenannte IncaMail. Damit können Nutzer Dokumente eindeutig und sicher zustellen lassen. Eine IncaMail kostet umgerechnet 56 Cent, für ein IncaMail-Einschreiben verlangt die schweizerische Post rund 1,50 Euro —  damit ist sie rund 25 Prozent preiswerter als traditionell per Papierbrief. Zwar nutzen weit weniger als zehn Prozent der Schweizer IncaMail, doch die Nachfrage sei „extrem gestiegen“, heißt es im Unternehmen. Die Nutzerzahl wachse fast im dreistelligen Prozentbereich. Einen Boom löste die Schnittstelle aus, die die Buchhaltungssoftware Abacus zum IncaMail-System bietet und die von 35 000 Unternehmen genutzt wird. Dadurch verschicken Firmen Gehaltsdaten und Rechnungen per Mausklick als gesicherte und rechtsverbindliche E-Mail.

Neu ist die Swisspost Box. Die Post scannt die Außenansicht eines Briefes und mailt diese dem Empfänger. Der entscheidet, ob die Post ihm den Brief öffnen, scannen und elektronisch zusenden soll oder ob er ihn lieber physisch zugestellt bekommen will. Der Brief kann auch sofort geschreddert oder archiviert werden. Der Service kostet umgerechnet 1,46 Euro pro eingescannter Sendung mit bis zu 50 Seiten. Gebundene Dokumente kosten umgerechnet 2,62 Euro extra. Eine Flatrate für 100 Briefe gibt es für rund 22,50 Euro monatlich. Derzeit sind es weniger als 10 000 Nutzer — bei zweistelliger Wachstumsrate. 

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%