Außenwerbung: Ströer hat Appetit auf größeres Stück vom Kuchen

KommentarAußenwerbung: Ströer hat Appetit auf größeres Stück vom Kuchen

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Plakatwand von Ströer

Ein spannendes Signal: Den Außenwerber Ströer zieht es an die Börse. Die Kölner peilen künftig offenbar verstärkt Automarken als Plakat-Kunden an.

Udo Müller versteht sich auf große Zahlen –der frühere Handballspieler der Reinickendorfer Füchse ist aus seiner aktiven Zeit andere Ergebnisse gewöhnt als vergleichsweise torarme Fußballresultate. Und mit seiner jüngsten Ankündigung beweist der Vorstandschef des Kölner Außenwerbeunternehmens Ströer erneut wenig Scheu vor großen Nummern: 275 Millionen Euro soll der fürs schon bald beginnende zweite Halbjahr geplante Börsengang in die Kassen des Unternehmens spülen. Ein Teil der Summe wird dazu dienen, den Schuldenberg von mehr als einer halben Milliarde Euro zu reduzieren, den Ströer nach diversen Zukäufen angehäuft hat.

Ein Teil der Summe jedoch soll in die Expansion vornehmlich ins Ausland fließen. Anders als in Deutschland, wo Plakatwerbung mit einem Anteil an den Werbeausgaben von gerade mal vier Prozent  eher unter ferner liefen rangiert, steht die einstige Plakatklebebranche jenseits der deutschen Grenzen besser da; in Frankreich etwa, der Heimat von Ströers Hauptkonkurrenten JC Decaux, kommt die Branche auf einen Anteil von gut zehn Prozent.

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Neue Köpfe an Bord

Müllers Ehrgeiz jedoch richtet sich darauf, der Außenwerbung auch hierzulande einen ähnlichen Stellenwert zu verschaffen. Das erfordert Investitionen: In schicke digitale Werbewände, weitere designte Buswartehäuschen und  auch Spezialbauten wie öffentliche Toilettengebäude, deren Außenwände sich als Werbeträger eignen – sowie nicht zuletzt in neue Köpfe. Und hier hat sich Ströer zuletzt deutlich anders aufgestellt: Erst Anfang Juni hatte das Unternehmen mit Jochen Segpiehl einen Marketingprofi an Bord geholt, ein Zug, der in der Branche mit interessiert hochgezogenen Augenbrauen wahrgenommen wurde: Sengpiehl war jahrelang Marketingchef von Volkswagen, 2009 hatte er die renommierte Auszeichnung Advertiser of the Year beim Werbefestival in Cannes bekommen. Die Verpflichtung des Ex-VW-Manns deutet schon mal darauf hin, was Müller will: Noch viel stärker als bisher große Markennamen für die Außenwerbung gewinnen, und hier vor allem die großen Namen aus der Autobranche. Liegt ja auch irgendwie nahe: Wer ist am häufigsten Plakatwänden ausgesetzt? Eben.

Dazu passte auch die zweite gewichtige Personalie der jüngeren Ströer-Historie: Nach einem Jahr als Chef von Ströer Deutschland rückte ziemlich genau einen Monat vor Bekanntgabe der Sengpiehl-Personalie Dirk Wiedemann in den Vorstand der Ströer AG auf. Wiedemann kam damals von Initiative Media, einem der wichtigsten Medianetzwerke. Er kennt sich bestens aus im komplexen Geschäft mit Werbezeiten und Werbeplätzen.

Zusammengenommen ergibt das ein durchaus rundes Paket – für Ströer und Udo Müller eine gute Grundlage für den Anpfiff zu einem noch größeren Spiel.

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