Auto-Allianzen: Autohersteller entdecken die Vorteile der Größe

Auto-Allianzen: Autohersteller entdecken die Vorteile der Größe

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Mitsubishi-Hauptquartier in Tokyo

von Martin Seiwert

PSA (Peugeot Citroen) will sich an Mitsubishi beteiligen und eifert damit dem Wettbewerber Renault nach, der mit Nissan gemeinsame Sache macht.

VW schielt auf Suzuki, Fiat hat sich den maroden Chrysler-Konzern geschnappt, Mercedes redet mit dem einstigen Erzfeind BMW über eine engere Zusammenarbeit, ein chinesischer Autobauer will Saab retten und die indische Tata-Gruppe schmückt sich neuerdings mit der britischen Nobelmarke Jaguar.

Kein Zweifel - es geht rund in der weltweiten Autoindustrie. Die Absatzflaute und die hohen Aufwendungen für die Entwicklung von Hybrid- und Elektroautos lassen die Hersteller zusammenrücken. Gemeinsam entwickeln, einkaufen, produzieren und vertreiben, das schont die knappen Budgets der Autobauer. Wer weniger als fünf Millionen Autos pro Jahr absetzt, kann sich auf Dauer nicht am Markt halten, lautet es eine Beraterweisheit, der sich immer mehr Manager anschließen. Selbst die Premiumhersteller wie BMW oder Mercedes können nicht mehr sicher sein, dass sie mit ein oder zwei Millionen verkaufter Autos auf Dauer über die Runden kommen. Längst sind auch bei ihnen die Margen gefährlich zusammengeschmolzen. 

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Fusionen sind kein Spaziergang

Dass PSA womöglich mit 30 oder sogar 50 Prozent bei Mitsubishi einsteigt, lenkt den Blick auch auf Opel: Noch vor kurzem wollten die Rüsselsheimer  zusammen mit dem Zulieferer Magna doch tatsächlich einen neuen, eigenständigen Autokonzern formen - mit einem Absatz von gerade mal gut einer Million Autos pro Jahr. Hätte GM keine Kehrwende gemacht und Opel behalten, hätte es Opel tatsächlich mit den um ein Vielfaches größeren Wettbewerbern VW, Toyota, Ford oder Renault/Nissan aufnehmen müssen.

Eine Million verkaufte Fahrzeuge gegen fünf, sechs oder 10 Millionen – ein fast aussichtsloser Kampf. Da bräuchte es schon eine extrem zugstarke Marke, die hohe Preisaufschläge rechtfertigt. Und davon ist Opel weiter entfernt, als die übergroßen Wettbewerber.

Doch über all dem Drang zu Größe und Skaleneffekten darf nicht vergessen werden, dass Fusionen von Konzernen dieser Größe, über Kontinente und Kulturen hinweg, kein Spaziergang sind. Davon zeugt die Liste der gescheiterten Auto-Ehen: Daimler und Chrysler, BMW und Rover, GM und Saab.

Auch die neuen Ehe-Anwärter Mitsubishi und PSA haben bittere Erfahrungen mit dem Thema. Die Partnerschaft von Mitsubishi und Daimler endete 2004 in einem Desaster und PSA hatte sich 1978 die Finger an Chrysler so sehr verbrannt, dass die Eigentümerfamilie seither von größeren Fusionen zurückschreckte. Ob sich für Fiat der Griff nach Chrysler lohnt, muss sich erst noch zeigen. Es ist auch gut möglich, dass der schwer angeschlagene US-Konzern die Italiener von ihrem guten Kurs der letzten Jahre abbringt. Das alles wird sich Volkswagen genau ansehen – und wohl erst in einigen Monaten entscheiden, ob man bei Suzuki einsteigt.

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