Auto: Daimler und RWE starten Großversuch mit Elektroautos

Auto: Daimler und RWE starten Großversuch mit Elektroautos

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Dieter Zetsche, der Vorstandsvorsitzende des Stuttgarter Automobilkonzerns Daimler

Der Daimler-Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche startet gemeinsam mit RWE-Chef Jürgen Großmann einen Großversuch mit Elektroautos. Der Stuttgarter Autobauer und der Essener Energiekonzern starten dazu einen groß angelegten Flottenversuch in Berlin. Motto: „e-mobility Berlin“.

Für ihren Auftritt am kommenden Freitag in Berlin haben sich Daimler-Chef Dieter Zetsche und RWE-Vorstandsvorsitzender Jürgen Großmann prominente Unterstützung geholt: Bundeskanzlerin Angela Merkel wird dabei sein, wenn die Manager eine neue Elektroauto-Allianz verkünden. Der Stuttgarter Autobauer und der Essener Energiekonzern wollen die Entwicklung und Nutzung von Elektroautos gemeinsam forcieren und starten dazu einen groß angelegten Flottenversuch in Berlin. Motto: „e-mobility Berlin“.

Unter dem Projektnamen „Blue Sky“ tüfteln die Konzerne schon seit Monaten an dem Konzept. In einer ersten Stufe will Daimler vom kommenden Jahr an 100 Smart-Kleinwagen mit Elektroantrieb an ausgewählte Interessenten verleasen. Im Herbst 2009 sollen die ersten Fahrzeuge in Berlin ausgeliefert werden. Später möchte der Autokonzern zusätzlich mit weiteren Elektroautos der Marke Mercedes auf Basis der aktuellen A- und B-Klasse an den Start gehen. RWE-Chef Großmann verpflichtet sich im Gegenzug, in Berlin die Infrastruktur für Elektrotankstellen aufzubauen. Dazu will der Konzern anfangs 500 Ladestationen installieren.

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Mitsubishi als weiterer Partner

In Berlin erproben RWE und Daimler erstmals auch Abrechnungssysteme für Elektroautos. Die computergesteuerten Zapfsäulen sollen die angeschlossenen Autos eigenständig identifizieren können und den geladenen Strom exakt abrechnen. Ein im Fahrzeug installierter Rechner entscheidet, wann das Fahrzeug geladen wird, und soll dabei vorzugsweise laden, wenn der Strom besonders günstig ist, also etwa nachts. Eine Stromladung für eine rund 100 Kilometer lange Fahrt soll nach derzeitiger Planung etwa 1,50 Euro kosten. Damit wäre das Elektromobil, das voraussichtlich Smart ED (Electric Drive) heißen wird, deutlich sparsamer als alle bisherigen Serienfahrzeuge.

Zu Beginn des Versuchs soll die Infrastruktur nur mit Daimler-Fahrzeugen funktionieren. Schrittweise will RWE das System aber auch für andere Autohersteller öffnen. Zunächst soll Ende kommenden Jahres der japanische Autokonzern Mitsubishi, an dem Daimler einst beteiligt war, mit seinen Elektrofahrzeugen Zugang zu dem System erhalten. Mitsubishi Deutschland bestätigt Gespräche mit RWE. Ein geeignetes Fahrzeug besitzt Mitsubishi bereits. 2009 startet in Japan der Verkauf der Serienversion des I-Miev, der später auch nach Europa kommt und im deutschsprachigen Raum wohl I-EV heißt. Das viersitzige Fahrzeug soll dank einer modernen Lithium-Ionen-Batterie mit einer Akkuladung 160 Kilometer weit kommen. Auch die Mercedes-Fahrzeuge und der Smart-Ableger sollen künftig mit leistungsfähigen Lithium-Ionen-Batterien ausgerüstet werden.

Von 2010 an will RWE das Stromnetz prinzipiell für alle Hersteller freigeben und die Infrastruktur weiter ausbauen. Mittelfristig plant der Energieversorger in Deutschland ein Netz von 10.000 Elektrotankstellen. Damit wäre die Nutzung von Elektroautos, mit gewissen Einschränkungen durch die noch relativ langen Ladezeiten, auch auf langen Strecken möglich.

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