Auto-Erfindung vor 125 Jahren: "Bertha Benz machte meinem Urgroßvater Druck"

Auto-Erfindung vor 125 Jahren: "Bertha Benz machte meinem Urgroßvater Druck"

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Jutta Benz am Benz Patent-Motorwagen aus dem Jahr 1888. Auf einem ähnlichen Fahrzeug unternahm Bertha Benz im gleichen Jahr die erste Automobil-Fernfahrt von Mannheim nach Pforzheim und zurück.

Jutta Benz, die Urenkelin des Autoerfinders, über die Anlaufschwierigkeiten ihres Urgroßvaters, die Rolle ihrer Urgroßmutter Bertha – und die Herausforderung, mit einem so berühmten Nachnamen aufzuwachsen.

wiwo.de: Frau Benz, Ihr Urgroßvater Carl Benz ließ vor 125 Jahren, am 29. Januar 1886, seinen Motorwagen patentieren. War er sich damals der Tragweite seiner Erfindung bewusst?

Benz: Er wusste, dass es keine Erfindung unter vielen war. Aber es dauerte eine Zeitlang, bis mein Urgroßvater Erfolg hatte. Der Durchbruch kam erst, als meine Urgroßmutter Bertha Benz 1888 mit dem verbesserten Modell 3 106 Kilometer von Mannheim nach Pforzheim fuhr. Doch auch als nach dieser Fernfahrt die ersten Kunden kamen und das Auto kaufen wollten, war mein Urgroßvater nicht so glücklich darüber.

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Und wie wurde er die ersten Interessenten los?

Laut einer Anekdote kam der erste Autokäufer mit einem Koffer voll Geld in seine Werkstatt. Doch mein Urgroßvater wies seine Mitarbeiter an, das Auto so vorzustellen, dass er es sicherlich nicht kaufen würde. Es ist nicht schwer, das Auto so zu fahren, dass es bockt. Das tat sein Mitarbeiter, und der erste Käufer verschwand.

Was musste Carl Benz an seinem Motorwagen Modell 3 noch verbessern?

Er hat dem ursprünglich zweigängigen Modell einen dritten Gang hinzugefügt, damit das Auto besser Steigungen bewältigen konnte. Und die Bremsen wurden verstärkt, damit das Hinunterfahren sicherer wurde.

Angeblich wusste Carl Benz nichts von der gewagten Fahrt seiner Frau. Sie hinterließ ihm nur einen Zettel auf dem Küchentisch. Stimmt das ihrer Auffassung nach?

Mein Großvater Eugen behauptete immer, dass sein Vater tatsächlich nichts von der Fahrt wusste. Ich kann mir gut vorstellen, dass das stimmt. Denn mein Urgroßvater hätte keine Erlaubnis für die Fahrt gegeben. Es gab keine Straßen, es gab keine Tankstellen, es gab keine sicheren Zwischenstopps. Meine Urgroßmutter fuhr los, ohne zu wissen, wie sie in Pforzheim ankommen soll. Es wäre sicher nicht die Intention meines Urgroßvaters gewesen, dass sich seine Frau in Gefahr begibt.

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