Auto, Logistik, Maschinenbau: Diesen Branchen stehen 2011 goldene Zeiten bevor

Auto, Logistik, Maschinenbau: Diesen Branchen stehen 2011 goldene Zeiten bevor

von Christian Schlesiger, Martin Seiwert und Lothar Schnitzler

Die Trendwende ist historisch: Die deutsche Wirtschaft wächst so stark wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Doch die Branchen profitieren unterschiedlich von dem Boom. Optimistisch sind vor allem die Autohersteller, Logistiker und Maschinenbauer. Sie erwarten Wachstumraten zwischen fünf und acht Prozent.

Auto: Auf Rekordkurs

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Dieter Zetsche

Milliardenverluste in den Büchern, die Marke zunehmend ramponiert, das Top-Management angezählt, dafür stand Daimler-Chef Dieter Zetsche vor gerade mal gut einem Jahr. „Noch ist Daimler nicht verloren“, machte eine Zeitung dem Stuttgarter Autobauer Hoffnung. Die Lage war so mies, dass Zetsche, sonst eher ein notorischer Optimist, einen Ausblick auf das nun zu Ende gehende Jahr verweigerte. Sein Kollege Martin Winterkorn von VW war mutiger und prophezeite für 2010 „ein Horrorjahr“.

Wohl noch nie lagen bei Deutschlands Autobauern Irrtum und Wahrheit, Absturz und Aufbruch, Leid und Freud so nah beisammen. Nach einem Absatzeinbruch von über zehn Prozent 2009 wurde 2010 ein Jubeljahr in der Branchengeschichte – mit besten Aussichten, dass es 2011 ähnlich gut weitergeht. „Mit der Krise ist es wie mit Lena Meyer-Landrut“, scherzte Zetsche kürzlich über das zeitweise Abtauchen der deutschen Eurovision-Song-Contest-Siegerin. „Man fragt sich, wo ist sie denn plötzlich hin.“

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Zetsche hat gut lachen. Die Stuttgarter korrigierten in diesem Jahr dreimal die Gewinnprognose nach oben und lassen an Weihnachten durcharbeiten, um die hohe Nachfrage wenigstens halbwegs befriedigen zu können. Nicht schlechter sieht es in Wolfsburg, München und Ingolstadt aus.

Der Appetit der rasend wachsenden Schwellenländer auf große, renditestarke Karossen made in Germany ist riesig und wird so schnell nicht abklingen. Die prognostizierte Verschiebung hin zu kleineren, sparsameren und schwächer motorisierten Autos kommt, aber später. Das ist das Beste, was den Deutschen passieren kann. So gewinnen sie ein paar Jahre, um sich auf das neue Zeitalter der umweltverträglichen und elektrischen Mobilität einzustellen.

Wenn neue Finanz- und Währungskrisen ausbleiben, kennt Deutschlands Vorzeigeindustrie in den kommenden Jahren nur eine Marschrichtung: nach oben, und zwar steil. 23 Prozent mehr Autos wird die Industrie in diesem Jahr ausführen, für 2011 rechnet der Automobilverband VDA mit einem Plus von fünf Prozent. Das wären dann 4,4 Millionen im Ausland verkaufte Autos – ein neuer Rekord.

„Die beste Zeit des Autos kommt noch“, sagt Zetsche in bester Autoverkäufermanier. Er könnte recht behalten. Voraussetzung allerdings ist, dass VW, Daimler, BMW, Audi und Co. es schaffen, die aufstrebenden Massen in den Schwellenländern trotz schrumpfender Ölvorräte mit ebenso bezahlbaren wie klimaverträglichen Autos zu versorgen. Dafür wollen die deutschen Autobauer in den kommenden vier Jahren zwölf Milliarden Euro investieren – noch ein Rekord.

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