Auto-Rückruf: Toyota will 215.000 Gaspedale in Deutschland reparieren

Auto-Rückruf: Toyota will 215.000 Gaspedale in Deutschland reparieren

In Deutschland ruft Toyota wegen Problemen mit einem klemmenden Gaspedal 215.000 Fahrzeuge zurück, weltweit sind es 4,6 Millionen. Die Aktion kostet den Autobauer 1,4 Milliarden Euro - trotzdem hebt Toyota seine Prognose für dieses Jahr an.

Toyota ruft in Deutschland mehr als 215.000 Autos zurück. Wegen möglicher Probleme beim Gaspedal sollen die Fahrzeuge in den Werkstätten überprüft und modifiziert werden, wie der Konzern heute in Köln mitteilte. Das Kraftfahrtbundesamt werde im Namen von Toyota Deutschland in Kürze alle Kunden persönlich anschreiben, deren Fahrzeuge betroffen seien.

Um Chaos zu vermeiden, sollen die Fahrzeuge bei der größten Rückrufaktion des japanischen Autobauers in Deutschland nach und nach in die Werkstätten gerufen werden. „Das Kraftfahrtbundesamt und die Händler verschicken nicht alle Schreiben an die Kunden an einem Tag, sondern sukzessive“, sagte eine Sprecherin von Toyota Deutschland heute in Köln. Damit versuche man einen möglichen Ansturm zu lenken.

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Reparaturen ab kommender Woche

Die Fahrzeughalter der betroffenen 215.796 Autos könnten ab der kommenden Woche ihre Probleme mit dem Gaspedal in den Werkstätten beheben lassen. Nun hat der Autobauer offensichtlich auch die Ursache für die Gaspedal-Probleme gefunden: Kondenswasser, das durch den Einsatz der Heizung bei kalten Temperaturen oder durch andere Ursachen entsteht, kann bei den betroffenen Fahrzeugen dazu führen, dass Gaspedal nur langsam in die Ausgangsposition zurückkehrt oder sogar in seltenen Fällen auf Vollgas bleibt.

Zur Behebung des Problems will Toyota ein Distanzstück in das Gaspedal einsetzen, das nach Angaben des Unternehmens das Funktionieren des Pedals sichert. Ab kommender Woche treffen treffen die ersten Distanzstücke aus den USA ein, die derzeit rund um die Uhr für den amerikanischen und europäischen Markt produziert würden, erklärte Toyota-Sprecherin Susanne Knechtges. „Jeder, der jetzt schon kommt, wird berücksichtigt und erhält einen Werkstatt-Termin.“

Die einzelne Reparatur sei binnen 30 Minuten zu erledigen. Neufahrzeuge, die sich momentan noch beim Händler zur Auslieferung befinden, sollten vor der Übergabe an den Kunden noch mal überprüft und notfalls „modifiziert“ werden.

Toyota rechnet trotz Rückruf-Debakels mit Gewinn

Trotz des beispiellosen Rückruf-Debakels sieht sich der japanische Autoriese Toyota auf dem Weg zurück in die Gewinnzone. Wie der weltgrößte Autobauer heute bekanntgab, dürfte zum Ende des bis 31. März laufenden Geschäftsjahres dank aggressiver Kostensenkungen und hoher Nachfrage nach Hybridautos unter dem Strich ein Gewinn von 80 Milliarden Yen (632 Mio Euro) anfallen statt zuvor erwarteter Verluste von 200 Milliarden Yen. Im Vorjahr hatte Toyota noch einen Fehlbetrag von 437 Milliarden Yen eingefahren.

Dennoch sieht Toyota auch mit der dritten Anhebung seiner Jahresprognose blass aus gegenüber Rivalen wie Honda. Zudem ist ungewiss, wie sich der Rückruf von Millionen Autos weiter auswirken wird. In der Prognose für das auslaufende Geschäftsjahr seien die geschätzten Kosten durch die Rückrufaktion wegen der Gaspedale berücksichtigt, sagte Toyota-Direktor Takahiko Ijichi. Noch nicht eingeplant sind allerdings mögliche Kosten in Folge der neuen Beschwerden über Probleme beim neuen Prius-Hybrid. Ob es auch hier zu einem Rückruf kommt, ließ das Unternehmen offen.

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