7200 Euro Mitarbeiter-Bonus: Nur Europa trübt die schöne, heile VW-Welt

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7200 Euro Mitarbeiter-Bonus: Nur Europa trübt die schöne, heile VW-Welt

VW strotzt nur so vor Selbstbewusstsein. Am 12. März wird es jedoch ernst für den Autobauer: Eine neue Klage der EU-Kommission gegen das VW-Gesetz wird verhandelt. Hilft es, dass sich der EU-Parlamentschef Martin Schulz bei der Betriebsversammlung auf die Seite des Konzerns schlägt?

In Deutschlands größtem Industriekonzern könnte die Stimmung kaum besser sein - wäre da nur nicht der ständige Zank um ein 53 Jahre altes Regelwerk. Die erneute Klage der EU-Kommission gegen das VW-Gesetz treibt die Belegschaft des Autobauers um. Dabei kennen die Wolfsburger die Argumente der Brüsseler Behörde schon aus einem früheren juristischen Gefecht 2007. Vor der Anhörung zu einem zweiten Verfahren gegen Deutschland am 12. März vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) lud der Betriebsrat am Mittwoch EU-Parlamentschef Martin Schulz ein. Der Sozialdemokrat gibt dem Unternehmen im Kampf um die Sonderrechte für den Großaktionär Niedersachsen Schützenhilfe.

Die Halle 11 ist gut gefüllt - mehr als 18.000 Beschäftigte kommen zur Betriebsversammlung im Stammwerk und füllen die Stuhlreihen. Grundsätzlich ist die Atmosphäre blendend: Erst Ende vergangener Woche gab die weltweite Nummer drei der Autobranche einen weiteren Rekordgewinn von knapp 22 Milliarden Euro bekannt, die Mitarbeiter in Westdeutschland streichen einen dicken Bonus von 7200 Euro ein.

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Das sind zwar 300 Euro weniger als im vorigen Jahr. Doch etliche Kollegen können nachvollziehen, warum es keinen Aufschlag gibt. „Manche in der Branche kämpfen ums Überleben“, sagt Betriebsratschef Bernd Osterloh über die einbrechenden Märkte in Süd- und Westeuropa.

Der neue Golf 7

  • Der Verbrauch

    Fast ein Viertel weniger Sprit sollen die umweltfreundlichsten Antriebe des Golf 7 verbrauchen. In der günstigsten Variante kommt der Wagen mit Benzinmotor auf 4,8, als Diesel-Version auf 3,3 Liter. Im Schnitt soll der Golf 7 laut VW-Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg um 13,9 Prozent weniger verbrauchen. Der Umweltschutz- Organisation Greenpeace gehen diese Werte indes nicht weit genug.
    (Quelle: dpa)

  • Das Gewicht

    Mit nur 1153 Kilogramm hat der Golf 7 stark abgespeckt, er wiegt damit sogar weniger als der Golf 4. „Beim Golf 7 haben wir es erstmals geschafft, die Gewichtsspirale zu durchbrechen“, sagte der zuständige Manager Markus Kleimann bereits Ende August bei einer Vorabvorstellung für Medienvertreter in Wolfsburg.

  • Die Erwartungen

    Mit der jüngsten Auflage des „Brot-und-Butter-Modells“ verbindet der nach General Motors und Toyota drittgrößte Autokonzern der Welt enorme Erwartungen. Der Golf 7 soll an die Erfolgsserie seiner Vorläufer anknüpfen - seit dem Start des Golf 1 im Jahr 1974 wurden nach VW-Angaben insgesamt mehr als 29 Millionen Modelle verkauft.

  • Ein neues Produktionsverfahren für den ganzen Konzern

    Das Auto soll die Niedersachsen zudem in der Fertigungstechnik voranbringen: Der Golf 7 gilt als Nagelprobe für den Modularen Querbaukasten MQB. Dieses Verfahren wurde zuvor nur beim Audi A3 eingesetzt. Es soll die Entwicklung und Produktion der VW-Marken einfacher und billiger machen.

VW stemmt sich mit aller Kraft gegen die Absatzflaute daheim - dem starken Geschäft in Übersee sei Dank. Konzernchef Martin Winterkorn will auch in Russland, Südamerika und Südostasien zulegen. Neben Schulz lässt er sich an einer Ducati-Maschine ablichten, der italienische Motorradbauer ist einer der jüngsten Ableger. Einzig Brüssel, so sagen viele, trübe mal wieder ihre Laune. Denn ob das schon vor sechs Jahren nachgebesserte VW-Gesetz vor dem höchsten EU-Gericht Bestand hat, ist ungewiss.

Den Wettbewerbshütern sind die seit 1960 bestehenden Regelungen ein Dorn im Auge. Sie monieren vor allem die Sperrminorität, die das Land Niedersachsen als staatlicher Eigentümer von rund einem Fünftel der VW-Stammaktien bei zentralen Standort- und Verkaufsentscheidungen innehat. Das laufe der Freiheit des Kapitalverkehrs - einer der vier Grundfreiheiten im europäischen Binnenmarkt - zuwider.

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