25 Jahre im VW-Konzern: Zwölf Meilensteine für die Skoda-Zukunft

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Interview25 Jahre im VW-Konzern: Zwölf Meilensteine für die Skoda-Zukunft

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Skoda-Chef Bernhard Maier vor der SUV-Studie Vision S.

von Franz W. Rother

Vor 25 Jahren wurde der tschechische Autohersteller Skoda eine Marke des Volkswagen-Konzerns. Ein Gespräch mit Vorstandschef Bernhard Maier über die Zukunft der Marke, über neue Märkte und Produkte, aber auch über die Auswirkungen des VW-Abgasskandals.

Es hätte nicht viel gefehlt – und Skoda wäre ein Teil des Renault-Konzerns geworden. Weil sich Frankreich nach dem Ende des Ost-West-Konflikts frühzeitig für eine Mitgliedschaft der Tschechisch-Slowakischen Föderativen Republik (CSFR) in der Europäischen Union eingesetzt hatte, zeigte Ministerpräsident Petr Pithart 1990 anfangs große Sympathien für den Plan, Skoda im Zuge der Privatisierung von Staatsunternehmen an Renault zu verkaufen. Volkswagen wollte man mit einem riesigen Werk im slowakischen Bratislava abspeisen.

„Für uns aber war – ohne Alternative – Skoda in Mlada Boleslav das wichtigste Ziel“, erinnert sich der damalige VW-Chef Carl H. Hahn in seinen Memoiren. In diesem modernen Werk, 65 Kilometer nordöstlich von Prag entfernt, baute Skoda immerhin den Felicia, einen Kleinwagen von ordentlicher Qualität, mit modernem Design und einem sparsamen Aluminium-Motor. Das Werk Bratislava hingegen hatte hingegen nie eine moderne Automobilproduktion gesehen.

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Die Verhandlungen der VW-Delegation mit den Regierungsvertretern waren zäh und hart. „Während Renault mithilfe seiner Regierung in die Schlacht zog, setzten wir den Schwerpunkt unserer Arbeit darauf, die Menschen von Skoda an der Basis zu überzeugen“, erzählt Hahn. Und während Renault ankündigte, in Mlada Boleslav einen Kleinwagen der französischen Marke zu montieren, versprach Volkswagen, Skoda als selbständige Marke mit einem breiten Produktportfolio zu erhalten.

Die beliebtesten Automarken der Deutschen

  • Platz 10

    Marke: Seat

    Absatz 2015: 94.673 Fahrzeuge

    Marktanteil: 3,0 Prozent

    Änderung zum Vorjahr: 1,7 Prozent

    Quelle: Kraftfahrtbundesamt (KBA)

  • Platz 9

    Marke: Hyundai

    Absatz 2015: 108.434 Fahrzeuge

    Marktanteil: 3,4 Prozent

    Änderung zum Vorjahr: 8,6 Prozent

  • Platz 8

    Marke: Renault

    Absatz 2015: 110.039 Fahrzeuge

    Marktanteil: 3,4 Prozent

    Änderung zum Vorjahr: 4,5 Prozent

  • Platz 7

    Marke: Skoda

    Absatz 2015: 179.951 Fahrzeuge

    Marktanteil: 5,6 Prozent

    Änderung zum Vorjahr: 3,7 Prozent

  • Platz 6

    Marke: Ford

    Absatz 2015: 224.579 Fahrzeuge

    Marktanteil: 7,0 Prozent

    Änderung zum Vorjahr: 7,4 Prozent

  • Platz 5

    Marke: Opel

    Absatz 2015: 229.352 Fahrzeuge

    Marktanteil: 7,2 Prozent

    Änderung zum Vorjahr: 4,7 Prozent

  • Platz 4

    Marke: BMW

    Absatz 2015: 248.565 Fahrzeuge

    Marktanteil: 7,8 Prozent

    Änderung zum Vorjahr: 4,3 Prozent

  • Platz 3

    Marke: Audi

    Absatz 2015: 269.047 Fahrzeuge

    Marktanteil: 8,4 Prozent

    Änderung zum Vorjahr: 3,7 Prozent

  • Platz 2

    Marke: Mercedes

    Absatz 2015: 286.883 Fahrzeuge

    Marktanteil: 8,9 Prozent

    Änderung zum Vorjahr: 5,3 Prozent

  • Platz 1

    Marke: Volkswagen

    Absatz 2015: 685.669 Fahrzeuge

    Marktanteil: 21,4 Prozent

    Änderung zum Vorjahr: 4,4 Prozent

Die Strategie ging auf: Als die Belegschaft von Skoda mit einem Streik drohte, wenn das Unternehmen an Renault verkauft werden sollte, bekam Volkswagen am 28. März 1991 den Zuschlag – und übernahm wenige Tage später gegen Zahlung von umgerechnet 500 Millionen D-Mark zunächst 31 Prozent an dem Automobilunternehmen. Am 16. April 1991 wurde Skoda offiziell die (neben Audi, Seat und VW Nutzfahrzeuge) vierte Marke des Volkswagen-Konzerns. Und wenige Wochen später sicherte sich Volkswagen für nicht einmal 200 Millionen D-Mark das Werk in der Slowakei – bei Volkswagen Bratislava werden heute markenübergreifend die SUVs VW Touareg, Porsche Cayenne und Audi Q7 produziert.

25 Jahre später ist Skoda mit einer Jahresproduktion von über 1 Million Fahrzeuge und einem Umsatz von rund 12 Milliarden Euro eine Perle im Volkswagen-Konzern. Mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis gelten die Autos der tschechischen Marke manchen sogar als die „besseren Volkswagen“, zumal sie sämtliche Techniken der Konzernmutter bieten und sich mit in puncto Qualität längst nicht mehr zu verstecken braucht, weder vor VW, noch vor den Premiummarken des Konzerns.

WirtschaftsWoche: Herr Maier, nach 14 Jahren bei Porsche sind Sie im November vergangenen Jahres an die Spitze von Skoda gewechselt. Worin unterscheiden sich beide Autohersteller, was haben sie gemeinsam?
Bernhard Maier: Ich bin von einer der begehrenswertesten zu einer der ältesten Automarken weltweit gewechselt. Skoda ist über 120 Jahre alt. So eine lange Historie prägt ein Unternehmen.

Zur Person

  • Bernhard Maier

    Bernhard Maier (56) ist seit November 2015 Vorstandsvorsitzender von Skoda. Zuvor war der studierte Betriebswirt 14 Jahre lang bei Porsche, zuletzt als Vertriebs- und Marketing-Vorstand. Vor seiner Zeit bei Porsche hatte er zwischen 1988 und 2001 verschiedene leitende Positionen bei BMW inne.

In welcher Beziehung?
Man spürt noch die tiefe Verwurzelung des Unternehmens in der tschechischen Ingenieurs- und Handwerkskunst. Man spürt die Begeisterung fürs Automobil – da sind sich Skoda und Porsche sehr ähnlich.

Und wo liegen die Unterschiede? Allein in der Größe? Porsche kommt auf eine Jahresproduktion von über 200 000 Autos, Skoda ist mit mehr als einer Million Fahrzeugen etwa fünfmal so groß.
Die aktuelle Taktzahl. Das liegt an der Größenordnung, aber auch an der Aufgabenvielfalt hier. Und wir haben uns für Skoda noch eine Menge vorgenommen: Wir arbeiten derzeit an der Strategie 2025…

…die Teil der VW-Konzernstrategie ist…
Richtig. Wobei wir Skoda-spezifische Handlungsfelder bearbeiten.

Nämlich?
Wir haben insgesamt zwölf identifiziert und auch priorisiert. Wir setzen Meilensteine und legen fest, wann was erledigt sein muss.

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