Abgas-Skandal bei VW: „Wir klären jetzt schonungslos auf“

Abgas-Skandal bei VW: „Wir klären jetzt schonungslos auf“

, aktualisiert 27. September 2015, 16:55 Uhr
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Autoteile von VW auf einem Schrottplatz.

Matthias Müller, der neue Volkswagen-Chef, hat der Belegschaft eine umfassende Aufklärung des Abgas-Skandals zugesichert. Derweil ist publik geworden, dass die Manipulationssoftware schon seit Jahren bekannt war.

+++16.54 Uhr+++

Der neue Volkswagen-Chef Matthias Müller hat den weltweit rund 600 000 Beschäftigten des Konzern eine umfassende Aufklärung des Abgas-Skandals zugesichert. „Wir klären jetzt schonungslos auf“, heißt es in einem Brief an die Mitarbeiter, der dem „Handelsblatt“ vorliegt. Zusammen mit Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh weist Müller auch auf den Ernst der Lage hin. „Unser Unternehmen steht vor nie dagewesenen Herausforderungen“, betonen beide. Man werde alles tun, um das Vertrauen der Kunden, Partner, Investoren und der gesamten Öffentlichkeit Stück für Stück zurückzugewinnen.

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PremiumDossier zum Download Das Ende des Größenwahns bei VW

Auf das Dieselgate folgt der Winterkorn-Rücktritt: Wie das System Volkswagen über Jahre funktionierte, welche Rolle die USA spielen und wie Deutschlands größter Autobauer sich neu erfinden muss.

Dossier VW: Das Ende des Größenwahns

+++14.27 Uhr+++

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hat der Bundesregierung in der VW-Affäre Untätigkeit in der Vergangenheit vorgeworfen. „Die Bundesregierung hätte Hinweisen auf Manipulationen bei der Motorsteuerung längst nachgehen und genauer hinschauen müssen. Stattdessen wurden solche Hinweise als böswillige Unterstellungen abgetan“, kritisierte Hermann im Gespräch mit der „Welt“. Sein Bundesland habe sich frühzeitig gefragt, „warum im Ballungsraum Stuttgart die Belastung mit Feinstaub und Stickoxiden jenseits aller Grenzwerte liegt, obwohl die Autos doch angeblich immer besser werden.“ Spätestens im Sommer hätte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) handeln müssen. Damals hätten die Bundestagsgrünen die Regierung auf die Möglichkeit zur Motorsteuerung bei Abgastests hingewiesen. Stattdessen habe sich Dobrindt darauf verlassen, „dass in den ohnehin miserablen Tests nicht auch noch betrogen wird“. Baden-Württemberg wolle gemeinsam mit Prüfinstituten nun Abgas-Tests im Land verbessern.

Das sagen Analysten zu Matthias Müller als neuem VW-Chef

  • Ingo Speich, Fondsmanager bei Union Investment

    "Matthias Müller ist einer der wenigen, die den Konzern kennen und der vermutlich nicht in den Skandal verwickelt ist. Somit kam die Ernennung nicht überraschend. Er muss nun die volle Unterstützung vom Aufsichtsrat bekommen, damit er den desaströsen Vorgang aufklären und endlich die verkrusteten Strukturen bei VW aufbrechen kann. Dabei darf es keine Tabus geben. Deswegen ist es entscheidend, dass sich Martin Winterkorn auch als Vorstandsvorsitzender der einflussreichen Porsche Automobil Holding SE zurückzieht. Ansonsten kann es keine glaubwürdige Aufarbeitung geben."

  • Frank Biller, Analyst LBBW

    "Das war einer der Kandidaten, den wir als geeignet ansehen. Seine Berufung ist ein Schritt zur Bewältigung von Unsicherheiten. Die Spekulation über die Personalien ist damit vom Tisch. Das ist begrüßenswert."

  • Henning Gebhardt, Aktien-Chef der Deutsche-Bank-Vermögensverwaltung

    "Mit der Berufung von Herrn Müller hat Volkswagen eine Chance verpasst. Herr Müller kennt das Unternehmen gut und hat einige Erfolge vorzuweisen. Er ist mit 62 aber sicher kein Nachwuchstalent. Er wird das Unternehmen alleine aufgrund seines Alters nicht zehn Jahre lang führen können. In absehbarer Zeit wird es wieder zu Nachfolgediskussionen kommen. Das ist für jemanden, der jetzt die langfristige Strategie von VW nun ausrichten soll, nicht hilfreich. Volkswagen muss nach dem ganzen Theater um Herrn Piech im Frühjahr wieder zur Ruhe kommen. Wenn es jetzt noch mal eine Übergangsphase gibt, wäre das nicht gut für das Unternehmen.

    Volkswagen steht vor großen Herausforderungen: Das Unternehmen muss schauen, wie es am schwächelnden chinesischen Markt zurechtkommt. In Amerika, wo das Unternehmen schon bisher nicht richtig zum Zug kam, steht VW nach dem Abgasskandal vor riesigen Herausforderungen. Auch bei den Themen E-Mobilität und autonomes Fahren muss man jetzt die richtigen Weichen stellen - ich habe das Gefühl, dass andere Autokonzerne da weiter sind."

  • Frank Schwope, Analyst NordLB

    "Es ist wichtig, dass ein Neuanfang kommt und der alte Vorstandschef nicht die Aufräumarbeiten macht. Müller kennt den Konzern, er ist über 60 Jahre alt und muss auf keine Befindlichkeiten Rücksicht nehmen. Denn er wird vermutlich keine zweite Amtszeit anstreben und kann daher rücksichtslos aufräumen. Das ist ein Vorteil. Ob er ein guter Chef ist oder nicht, das wird sich erst hinterher zeigen."

+++12.09 Uhr+++

Der Autozulieferer Bosch hat Volkswagen einem Medienbericht zufolge bereits 2007 vor einem gesetzeswidrigen Einsatz der Abgastechnik gewarnt. Die Zeitung "Bild am Sonntag" berichtete, die interne Revision von VW sei auf ein Schreiben von Bosch an VW gestoßen, in dem Bosch vor der illegalen Verwendung seiner Technik zur Abgasnachbehandlung gewarnt habe. Die Software, die Bosch an VW geliefert habe, sei nur für Testzwecke und nicht für den normalen Fahrbetrieb vorgesehen gewesen. Ein Bosch-Sprecher sagte, im Rahmen der Geschäftsbeziehung mit VW sei der Konzern zur Vertraulichkeit verpflichtet. Bei VW war zunächst niemand zu erreichen.

Das ist Matthias Müller

  • Seine Verbindung zu VW

    Matthias Müller ist schon seit längerem einer der wichtigsten Männer im Volkswagen-Konzern. Müller ist als besonnener, aber zugleich zupackender und durchaus machtbewusster Manager bekannt, der auch mal Kante zeigen kann.

  • So geht er mit Krisen um

    Der 62-Jährige ist krisenerprobt. Als er 2010 den Chefsessel beim Sportwagen-Hersteller Porsche übernahm, sorgte er für Ruhe am Stammsitz Zuffenhausen. Dort waren die Nachwehen der verlorenen Übernahmeschlacht mit VW, an deren Ende Porsche selbst von den Wolfsburgern geschluckt wurde, noch nicht ganz vorbei.

  • Seine Rolle bei Porsche

    Die von Müller geführte Porsche AG ist eine überaus ertragreiche „Cash Cow“ für den größten Autokonzern Europas. Das dürfte ein dicker Pluspunkt für ihn sein. Bisher haftet Müller kein Skandal an, er hat letztlich eine weiße Weste - auch das dürfte positiv berücksichtigt worden sein auf der Suche nach einem Lenker im VW-Riesenreich.

+++11.26 Uhr+++

Die Porsche Automobil Holding hat ihren Anteil an Europas größtem Autobauer Volkswagen weiter aufgestockt. Vom japanischen Autokonzern Suzuki seien 1,5 Prozent Stammaktien der Volkswagen AG außerbörslich erworben worden, teilte die Porsche SE mit. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Beteiligung der Porsche SE an der Volkswagen AG steige damit auf 52,2 Prozent der Stammaktien. Der Anteil am gezeichneten Kapital erhöht sich auf 32,4 Prozent. Die Porsche Holding unterstreiche damit ihre Position als VW-Ankeraktionär.

Der VW-Abgas-Skandal im Überblick

  • 18. September

    Die US-Umweltbehörde EPA teilt in Washington mit, Volkswagen habe eine spezielle Software eingesetzt, um die Messung des Schadstoffausstoßes bei Abgastests zu manipulieren. In den Tagen darauf wird klar, dass weltweit Fahrzeuge von VW und der Töchter betroffen sind – darunter auch Audi und Porsche. Die VW-Aktie bricht ein.  

  • 23. September

    VW-Chef Martin Winterkorn tritt nach einer Krisensitzung der obersten Aufseher zurück. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig prüft die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen VW. Anlass dafür seien auch eingegangene Strafanzeigen von Bürgern, heißt es.

  • 24. September

    Der VW-Aufsichtsrat tagt. Nach langer Sitzung beruft das Gremium Porsche-Chef Matthias Müller zum neuen Konzernchef und trifft einige weitere Personal- und Strukturentscheidungen. Verantwortliche Motorenentwickler werden beurlaubt.

  • 28. September

    Nach mehreren Strafanzeigen startet die Braunschweiger Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen Betrugsvorwürfen. Entgegen einer ersten Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Braunschweig gibt es keine Ermittlungen gegen Ex-Chef Martin Winterkorn persönlich.

  • 1. Oktober

    Das Aufsichtsrats-Präsidium beschließt, Hans Dieter Pötsch per registergerichtlichen Anordnung in den Aufsichtsrat zu berufen. Das ist möglich, weil mehr als 25 Prozent der Aktionäre Pötsch favorisiert haben. Die Familien Porsche und Piëch, die Pötsch gegen die Bedenken des Landes Niedersachsens und der Arbeitnehmer durchgesetzt haben, halten über die Porsche SE rund 52 Prozent der VW-Anteile. Julia Kuhn-Piëch, die erst dieses Jahr nach dem Rücktritt von Ferdinand und Ursula Piëch in das Kontrollgremium aufgerückt war, verlässt den Aufsichtsrat wieder.

  • 6. Oktober

    Es ist klar, dass die betroffenen VW-Fahrzeuge in die Werkstatt müssen, damit die Schummel-Software verschwindet. Bei einigen Motorenwerden die Techniker selbst Hand anlegen müssen. Eine Rückruf-Aktion, so wird es am nächsten Tag bekannt werden, soll 2016 starten. Die geschäftlichen und finanziellen Folgender Krise sind nicht absehbar. Die Kosten der Abgas-Affäre werden jedoch enorm sein. Der neue Chef muss sparen: "Deshalbstellen wir jetzt alle geplantenInvestitionen nochmal auf denPrüfstand", kündigt Müller an.

  • 15. Oktober

    Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ordnet einen verpflichtenden Rückruf aller VW-Dieselautos mit der Betrugssoftware an. In ganz Europa müssen 8,5 Millionen, in Deutschland 2,4 Millionen Wagen in die Werkstatt. VW hatte eine freiwillige Lösung angestrebt.

  • 28. Oktober

    Der Skandal beschert dem Konzern im dritten Quartal einen Milliardenverlust. Vor Zinsen und Steuern beläuft sich das Minus auf rund 3,5 Milliarden Euro.

  • 3. November

    Der Skandal erreicht eine neue Dimension. VW muss - nach weiteren Ermittlungen der US-Behörden - einräumen, dass es auch Unregelmäßigkeiten beim Kohlendioxid-Ausstoß (CO2) gibt. Rund 800.000 Fahrzeuge könnten betroffen sein. Die VW-Aktie geht erneut auf Talfahrt.

  • 20. November

    Der Diesel-Skandal in den USA weitet sich aus. Erneut. Es seien mehr Drei-Liter-Diesel der Marken Volkswagen und Audi betroffen, als bislang angenommen, erklärt die US-Umweltbehörde EPA. Die Autobauer bestreiten dies zunächst. Wenige Tage später, am 24. November, müssen sie allerdings  einräumen, ein sogenanntes „Defeat Device“ nicht offengelegt zu haben. Die Software gilt in den USA als illegal.

    Die Auswirkungen des Skandal zwingen VW zudem zum Sparen: VW fährt die Investitionen für das kommende Jahr runter. 2016 sollen die Sachinvestitionen um eine Milliarde Euro verringert werden. „Wir fahren in den kommenden Monaten auf Sicht“, sagt VW-Chef Müller. Weitere Ausgaben bleiben auf dem Prüfstand.

  • 24. November

    Neuer Ärger für Volkswagen: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt nun auch wegen mögliche Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit falschen CO2-Angaben. Die könnten dazu geführt haben, dass zu wenig Kfz-Steuer gezahlt wurde.

  • 25. November

    Zumindest etwas Positives für die Wolfsburger: Zur Nachrüstung der millionenfach manipulierten Dieselmotoren mit 1,6 Litern Hubraum in Europa reicht nach Angaben von Volkswagen ein zusätzliches, wenige Euro teures Bauteil aus. Bei den 2,0-Liter-Motoren genügt ein Software-Update. Das Kraftfahrtbundesamt genehmigt die Maßnahmen. Auch wenn VW keine Angaben zu den Kosten macht – es hätte schlimmer kommen können.

+++10.38 Uhr+++

Verantwortliche bei Volkswagen haben nach einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ schon vor Jahren Kenntnis vom Einsatz rechtswidriger Software bei Abgasuntersuchungen gehabt. Schon im Jahr 2011 habe ein Mitarbeiter darauf hingewiesen, dass der Einsatz von Software, die eine Abgasprüfung erkennt und entsprechend die Motorleistung herunterreguliert, einen „Rechtsverstoß“ darstellen könnte, berichtet die Zeitung unter Verweis auf einen Prüfbericht der internen Revision von Volkswagen.

+++10.00 Uhr+++

Ungeachtet der Affäre um manipulierte Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen von Volkswagen vertraut eine Mehrheit der Deutschen einer Umfrage zufolge weiter den technischen Angaben der Autobauer. 44 Prozent der Befragten hätten "großes Vertrauen", elf Prozent sogar "sehr großes Vertrauen", hieß es in einer Umfrage des Instituts Emnid für "Bild am Sonntag". 29 Prozent hätten hingegen ein "eher geringes" und neun Prozent gar kein Vertrauen, berichtete die Zeitung.

Drei Viertel der Bundesbürger waren der Umfrage zufolge der Ansicht, dass auch andere deutsche Autobauer bei technischen Angaben manipulierten, 17 Prozent glaubten das nicht. Bei ausländischen Marken vermuteten 82 Prozent Manipulationen und lediglich 13 Prozent nicht. 77 Prozent sind zudem der Meinung, dass Herstellerangaben von staatlicher Seite besser kontrolliert werden sollten. Emnid befragte 504 Personen.

Vermintes Gelände – Volkswagen und die USA

  • Schwieriges Geschäft

    In China, dem wichtigsten Automarkt der Welt, stampft VW ein Werk nach dem anderen aus dem Boden. In den USA zählt Europas Branchenprimus erst eines, vieles läuft dort noch nicht rund. Eine Chronologie.

  • 13. Januar 2013

    VW-Chef Martin Winterkorn spricht zur Automesse in Detroit erstmals von einem neuen SUV-Modell speziell für die USA.

  • 2. Mai 2013

    Nach 31 Monaten auf steilem Expansionskurs muss Volkswagens Kernmarke für den April 2013 erstmals wieder rückläufige Verkäufe melden. Seitdem finden die Wolfsburger nicht in die Spur.

  • 18. Juni 2013

    Im schwelenden Streit um einen Betriebsrat für das einzige US-Werk von Volkswagen in Chattanooga droht der mächtige Konzernbetriebsrat damit, weiteres Wachstum dort zu blockieren.

  • 12. Dezember 2013

    Michael Horn löst Jonathan Browning als Chef von Volkswagens US-Sparte ab. Medien spekulieren, Browning müsse wegen der Verkaufszahlen gehen. Volkswagen nennt „persönliche Gründe“.

  • 12. Januar 2014

    Winterkorn kündigt das neue SUV-Modell für 2016 an. „Amerika ist der weltweit härteste Automarkt“, räumt er ein. Als mögliche Produktionsorte gehen Chattanooga und Mexiko ins Rennen.

  • 14. Februar 2014

    Die VW-Mitarbeiter in Chattanooga votieren gegen den Vorschlag, sich von der US-Autogewerkschaft UAW vertreten zu lassen. Damit kann VW zumindest vorerst nicht die vom Betriebsrat geforderte Arbeitnehmervertretung nach deutschem Vorbild aufbauen.

  • 19. Februar 2014

    Betriebsratschef Bernd Osterloh meldet sich zu Wort. Er könne sich „durchaus vorstellen“, dass ein weiterer Standort in den USA „nicht unbedingt wieder in den Süden gehen muss“.

  • 14. Juli 2014

    VW teilt mit: Der Cross Blue geht nach Chattanooga.

  • 10. Januar 2015

    VW zeigt auf der Messe in Detroit neben dem bereits bekannten großen Geländewagen Cross Blue eine Coupé-Variante. Martin Winterkorn verspricht, in den USA wieder in den Angriffsmodus zurückkehren zu wollen.

  • 18. September 2015

    Die Verkäufe gerade der Marke VW fallen nach den beiden schlechten Jahren 2013 und 2014 in den USA noch einmal schlechter aus. Von Januar bis August verkaufte in den USA 238.100 Autos und damit 2,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

    Quelle: dpa, scc

+++04.00 Uhr+++

VW will Vorwürfe einer Kollaboration mit der brasilianischen Militärdiktatur in den 1960er und 1970er Jahren umfassend aufklären. „Volkswagen bedauert in höchstem Maße, dass den Betroffenen während der Militärdiktatur - gegebenenfalls unter Beteiligung von Mitarbeitern der Volkswagen do Brasil - Leid zugefügt wurde oder sie wirtschaftliche Nachteile erfahren mussten“, sagte der Chef-Historiker des größten europäischen Automobilkonzerns, Manfred Grieger, in Rio de Janeiro. „Volkswagen wird auf die Betroffenen zugehen und ihre Sicht der Dinge erfragen“, sagte Grieger, der schon mehrfach deswegen in São Paulo war und in Archiven Quellenmaterial eingesehen hat. Gegen den VW-Konzern war vor wenigen Tagen bei der Bundesstaatsanwaltschaft in São Paulo Anzeige erstattet worden. Kommt es zum Prozess, droht auch hier juristischer Ärger mit möglichen Entschädigungszahlungen.

Abgas-Skandal Experte befürchtet dreistellige Milliardenstrafe für VW

Im Skandal um manipulierte Abgaswerte bei VW geht es um die Zukunft des Konzerns. VW-Chef Winterkorn hat seinen Platz geräumt. Experte warnt vor existenzbedrohenden Strafen für VW. Die wichtigsten Antworten.

Ein Experte warnt vor existenzbedrohenden Strafen für Volkswagen. Die wichtigsten Antworten zum VW-Skandal. Quelle: dpa

+++01.00 Uhr+++

Das Kraftfahrt-Bundesamt hat Volkswagen einem Zeitungsbericht zufolge ein Ultimatum für einen Zeitplan zur Beseitigung der Abgas-Manipulationen gesetzt. Die Behörde habe die Rechtsabteilung des Autobauers schriftlich aufgefordert, bis zum 7. Oktober einen "verbindlichen Maßnahmen- und Zeitplan" vorzulegen, ob und bis wann seine Fahrzeuge Abgas-Verordnungen ohne Manipulationssoftware einhalten würden, berichtete die "Bild am Sonntag" laut Vorabbericht. In dem Schreiben, dass ihr vorliege, heiße es, die Behörde sei aufgrund der Rechtslage dazu gezwungen, "erforderliche Maßnahmen anzuordnen, um sicherzustellen, dass die hergestellten Fahrzeuge mit dem jeweiligen genehmigten Typ in Übereinstimmung gebracht werden". Die sogenannte Typengenehmigung werde demnach erst entzogen, wenn VW die Aufforderung des Kraftfahrt-Bundesamtes nicht beachte. Dann dürften die betroffenen Autos nicht mehr verkauft und bewegt werden.

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