Abgas-Skandal: Eisige Stimmung zwischen Betriebsrat und Vorstand

ThemaVolkswagen

Abgas-Skandal: Eisige Stimmung zwischen Betriebsrat und Vorstand

Bild vergrößern

Bernd Osterloh und Matthias Müller: Eisige Stimmung zwischen Betriebsrat und Vorstand.

Es ging schon harmonischer in Wolfsburg zu: In der Krisenbewältigung droht offenbar ein Bruch zwischen Betriebsratschef Bernd Osterloh und dem Konzernvorstand. In einem internen Schreiben teilt Osterloh kräftig aus.

In der Krisenbewältigung des Abgas-Skandals droht ein offener Bruch zwischen dem einflussreichen VW-Betriebsrat und dem Konzernvorstand. VW-Konzernbetriebschef Bernd Osterloh vermisse ein schlüssiges Gesamtkonzept zur Bewältigung der Affäre, schrieb er am Freitag der Belegschaft. Der Brief lag der Deutschen Presse-Agentur in Hannover vor. Darin richtet sich Osterloh an Konzernchef Matthias Müller und VW-Markenchef Herbert Diess mit den Worten: „Wir können nur an die Herren Müller und Diess appellieren, gerade in diesen Tagen die Einigkeit zwischen Beschäftigten und Management nicht weiter durch Sprachlosigkeit auf eine Zerreißprobe zu stellen.“

Auf dpa-Anfrage sagte Osterloh, der lange als Nachfolger für den Ende November ausscheidenden Personalvorstand Horst Neumann gehandelt wurde: „Ein Wechsel auf den Posten des Personalvorstands kommt für mich nicht infrage. Wir erleben derzeit, wie der Vorstand agiert und dabei die Interessen der Beschäftigten vollkommen außer Acht lässt.“

Anzeige

VW-Skandal Chefin der kalifornischen Umweltbehörde kritisiert VW scharf

Mary Nichols, Chefin der kalifornischen Umweltbehörde „California Air Resources Board“ (CARB), kritisiert den Umgang von Volkswagen mit dem Abgasskandal scharf.

VW Quelle: AP

Osterloh betonte: „In einer solchen Situation der Unsicherheit lasse ich meine Kolleginnen und Kollegen, die mich gewählt haben, um Ihre Interessen zu vertreten, nicht allein.“ Er fügte an: „Der Betriebsrat wird bewusst außen vor gelassen. Der Vorstand verkündet Sparmaßnahmen einseitig und ohne Grundlage. Jetzt geht es um den maximalen Schutz der Beschäftigten, die anscheinend doch die Krise zahlen sollen, die andere verursacht haben.“

Mit den zusätzlichen finanziellen Belastungen in Höhe von zwei Milliarden Euro wegen falscher Angaben über CO2-Werte wachse in der Belegschaft die Sorge, wie sich die Situation bei Volkswagen weiterentwickele, schrieb Osterloh. „Wir erwarten deshalb vom Vorstand, dass er mit dem Betriebsrat in geordnete Gespräche eintritt.“

Der Betriebsrat stehe dazu, die schwierige Situation gemeinsam mit dem Management zu meistern. Dazu gehöre jedoch, dass der Vorstand ohne weiteres Zögern mit der Arbeitnehmervertretung über die Pläne für Kürzungen oder Verschiebungen von Investitionen, die Auslastung der Werke und die beschleunigte Umsetzung Effizienzprogramm diskutiere. Nur so ließen sich die Auswirkungen des Skandals für die Beschäftigten absehen. Bislang gebe es nur Einzelmaßnahmen, ein Gesamtkonzept sei der Vorstand schuldig.

Am Sonntagabend treffen sich laut dpa-Informationen die Aufsichtsräte des sogenannten „Sonderausschusses Dieselmotoren“. Unter Führung von VW-Großaktionär Wolfgang Porsche beraten sie die jüngste Lage. Mit dabei ist dort auch Osterloh. Am Montag treffen sich in Wolfsburg morgens die sechsköpfige Spitze des Aufsichtsrats und später dann alle 20 Kontrolleure.

VW-Abgasaffäre Hat Volkswagen auch beim CO2 geschummelt?

Die Probleme für VW reißen nicht ab: Mit den "Unregelmäßigkeiten" bei CO2-Angaben erhält die Abgasaffäre eine neue Dimension – auch wenn es offenbar keine technische Manipulation war. Die wichtigsten Fakten im Überblick.

Bei einem Protest von Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace vor dem VW Werk in Wolfsburg (Niedersachsen) ist eine Pinocchio-Figur mit langer Nase zu sehen. Quelle: dpa

Im Brief an die Mitarbeiter schreibt Osterloh über die Aufsichtsratssitzung, der Betriebsrat werde „dem Vorstand sämtliche Fragen zur Planungsrunde stellen, die momentan unbeantwortet sind. Hier geht es um die Zukunft unserer Arbeitsplätze und die Zukunft unseres Unternehmens!“ Man wolle wissen, wie und welche Zukunftsthemen bei Volkswagen künftig Vorrang genießen sollen.

Die Arbeitnehmerseite im VW-Aufsichtsrat hat, verankert in besonderen Bestimmungen, das ungewöhnliche Druckmittel, Weichenstellungen zu blockieren. Dazu zählen Modellentscheidungen oder Werkserweiterungen.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%