Abgasskandal: Staatsanwaltschaft sucht brisante Bosch-Daten

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Logo von Bosch.

von Martin Seiwert

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart weitet ihr Ermittlungsverfahren wegen einer möglichen Beteiligung des Autozulieferers Bosch am Abgasskandal aus.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart weitet ihr Ermittlungsverfahren wegen einer möglichen Beteiligung des Autozulieferers Bosch am Abgasskandal aus: Sie versucht an umfangreiche, interne Bosch-Daten zu gelangen, die zwischen 2009 und 2011 von einem Bosch-Mitarbeiter gestohlen wurden. Die WirtschaftsWoche hatte in der vergangen Woche erstmals über den Datendiebstahl und die Bedeutung im Abgasskandal berichtet.

Die Staatsanwaltschaft war 2013 im Rahmen der Ermittlungen gegen den Datendieb in den Besitz der Daten gekommen, hat die Datenträger aber später an den Datendieb zurückgegeben oder vernichtet. Die entwendeten Daten haben ein Volumen von 1,3 Terabyte, das entspricht 1800 CD-ROMs. Die Staatsanwaltschaft hat nach WirtschaftsWoche-Informationen derzeit nur noch vier CD-ROMs und damit nur rund 0,2 Prozent der gesamten Datenmenge.  „Es liegt auf der Hand, dass die Daten aus dem Datendiebstahl relevant für das laufende Ermittlungsverfahren sein können“, sagt Jan Holzner, Sprecher der Staatsanwaltschaft Stuttgart.

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Die Datensätze stammen aus einer Bosch-Abteilung, die auch die Aufgabe hatte, zusammen mit Technikern von VW jene Software zu entwickeln, die den Betrug bei Volkswagen ermöglichte. „In der Abteilung, aus der die Daten stammen, wusste man seit 2005, dass es um Betrugssoftware geht“, sagt ein Insider der WirtschaftsWoche: „In den Daten steht drin, welche Betrügereien wann und von wem ab 2005 programmiert wurden und wer davon wusste.“

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Die 16716 Datensätze enthalten nach Informationen der WirtschaftsWoche Motorsteuerprogramme etlicher Volkswagenmodelle wie Passat, Golf oder Tiguan, aber auch von Seat-, Skoda- und Bentley-Modellen. Ein großer Teil der Dateien betrifft Audi und wurde in einem Ordner mit der Bezeichnung „Vertraulich“ abgelegt. Neben Motorsteuerprogrammen sind auch Emissionsmessdaten von Motoren und die E-Mail-Kommunikation ganzer Bosch-Abteilungen enthalten.

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