Abgasskandal: Umwelthilfe wirft Daimler Abschalteinrichtung vor

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Abgasskandal: Umwelthilfe wirft Daimler Abschalteinrichtung vor

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Die DUH beschuldigt den Autobauer Daimler bei Abgaswerten zu triksen.

Die Deutsche Umwelthilfe ist überzeugt, dass nicht nur Volkswagen bei Dieselabgasen betrogen hat und erhebt schwere Vorwürfe gegen Daimler.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) wirft Daimler erneut den Einsatz einer Abschalteinrichtung in einem Diesel-Fahrzeug der C-Klasse vor. Das ergibt sich der DUH zufolge aus einem Satz in einer internen Information des Unternehmens an seine Mitarbeiter zu Diesel-Abgasen. "Es finden Anpassungen an die jeweiligen Betriebsbedingungen statt, die den Wirkungsgrad beeinflussen", zitierte der Umweltverband am Mittwoch eine Erklärung von Daimler zu Vorwürfen der DUH, Messungen des niederländischen Prüfinstituts TNO hätten bei niedriger Außentemperatur verdächtig hohe Stickoxid-Emissionen ergeben. "Damit gibt Daimler vollumfänglich zu, eine Abschalteinrichtung zu verwenden", schlussfolgerte die DUH daraus. Es gehe nur noch um die Frage, ob es sich um eine nach EU-Verordnung erlaubte oder verbotene Abschalteinrichtung handele.

Daimler im Energiegeschäft

  • Accumotive

    Die 100-prozentige Daimler-Tochter Accumotive entwickelt, produziert und vertreibt Antriebsbatterien für Hybrid- und Elektrofahrzeuge, sowie für stationäre Anwendungen die Mercedes-Benz Energiespeicher. Beides geschieht auf Basis der Lithium-Ionen-Technologie. Das Unternehmen beschäftigt rund 420 Mitarbeiter –  300 im sächsischen Kamenz , 120 in Nabern, Großraum Stuttgart. In Kamenz wird die Produktion derzeit ausgebaut. Die Daimler AG investiert in den nächsten Jahren rund 100 Millionen Euro. Seit Produktionsstart im Jahr 2011 hat sich die Produktionsfläche vervierfacht.

  • Stadtwerke Hannover

    Die Daimler Tochter Accumotive und die Stadtwerke Hannover (enercity) bauen einen 15 Megawatt-Stunden starken Batteriespeicher auf. Ende des Jahres soll er ans Netz. Der Speicher dient dem Ausgleich von Spannungsschwankungen im Übertragungsnetz (Primärenergieregelmarkt). Für das zur Verfügungstellen erhalten die Partner vom Übertragungsnetzbetreiber (Tennet) ein Entgelt. Gleichzeitig aber nutzt Daimler den Speicher als Ersatzteillager. Sollte ein E-Smart-Fahrer z.B. in Folge eines Unfalls eine neue Batterie benötigen, stammt sie aus dem Speicher in Hannover. Da Batterien ständig genutzt werden müssen, um sich nicht zu entladen, sieht Daimler in der Kooperation mit den Stadtwerken Hannover eine Win-Win-Situation. Accumotive und enercity investieren je 6 Millionen Euro in den Aufbau des Speichers. Die Halle wird 2400 Quadratmeter groß sein und 480 Elektronikschränke mit je drei Batterieblöcken enthalten. Insgesamt befinden damit Lithium-Ionen-Akkus mit einem Gewicht von 150 Tonnen in der Halle.

  • Großspeicher Lünen

    In Lünen entsteht in Kooperation mit dem Recyclingunternehmen Remondis, dem Energiedienstleister Mobility House und Getec ein 13-MW-Speicher mit gebrauchten Batterien aus verschiedenen Mercedes-Modellen.

  • EnBW Heimspeicher + Energiemanagement

    Gemeinsam mit dem baden-württembergischen Energieversorger EnBW vertreibt Daimler seit Herbst 2015 eine Speicherlösung inklusive eines von EnBW entwickelten Energiemanagement für Eigenheimbesitzer.

Die DUH hatte vor dem Hintergrund des Abgasskandals bei Volkswagen mehrfach nicht nur bei Mercedes, sondern auch bei Modellen von Renault, Opel und BMW überhöhte Diesel-Abgaswerte im Straßenbetrieb angeprangert. Die Autobauer verwahrten sich dagegen, Abgaswerte zu manipulieren. Volkswagen hatte auf Druck der US-Umweltbehörden die illegale Manipulation bei elf Millionen Fahrzeugen weltweit zugegeben. Ein Daimler-Sprecher sagte zur erneuten Kritik der DUH: "Wir sehen den Vorwürfen gelassen entgegen. Sie entbehren fachlich und rechtlich jeder Grundlage." Die Steuerung der Abgasnachbehandlung, die in der Mitteilung an die Mitarbeiter wie zuvor auch schon öffentlich erklärt worden sei, ist dem Sprecher zufolge eine technische Notwendigkeit, die gesetzlich erlaubt sei.

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Weitere Artikel

Der Umweltverband fordert Fahrverbote für Diesel-Pkw angesichts hoher Feinstaubbelastung, die gerade in Daimlers Heimatstadt Stuttgart kürzlich einen Aufruf der Stadtverwaltung zum Verzicht aufs Autofahren ausgelöst hatte. Die Autoindustrie kämpft dagegen um das Image von Dieselmotoren, die mit moderner Filtertechnik umweltfreundlicher als Benzinmotoren seien. So kann auch Daimler-Chef Dieter Zetsche auf der Jahrespressekonferenz des Konzerns am Donnerstag auf die Kritik der Umweltschützer eingehen.

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