Abgasskandal: Volkswagen lieferte Kraftfahrt-Bundesamt die Analyse-Software für VW-Updates

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exklusivAbgasskandal: Volkswagen lieferte Kraftfahrt-Bundesamt die Analyse-Software für VW-Updates

von Annina Reimann und Martin Seiwert

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat die Software-Updates, die es wegen des Dieselskandals für Fahrzeuge des Volkswagen-Konzerns angeordnet hatte, mit Analyse-Software von Volkswagen überprüft.

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Das Kraftfahrt-Bundesamt hat die Software-Updates, die es wegen des Dieselskandals für Fahrzeuge des Volkswagen-Konzerns angeordnet hatte, mit Analyse-Software von Volkswagen überprüft.

Das geht aus einer E-Mail aus dem November 2015 hervor, die ein Mitarbeiter von Volkswagen an zwei KBA-Führungskräfte geschrieben hatte. In der E-Mail, die der WirtschaftsWoche vorliegt, heißt es: „In unserem letzten Termin in Wolfsburg hatten wir Ihnen zugesagt, Messhardware zur Verfügung zu stellen.“ Ein Volkswagen-Sprecher sagte der WirtschaftsWoche, dass das KBA Volkswagen-Fahrzeuge vor und nach den Updates überprüfen wollte: „Es handelte sich um Vergleichsmessungen mit alter gegen neuer Software.“

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Einblick ins Kraftfahrtbundesamt. Quelle: Laif

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Das KBA habe „VW um Überlassung eines Messlaptops mit spezieller Softwareanalysefunktion“ gebeten. Die Messtechnik sei „eine Leihgabe“ gewesen. Nach Informationen der WirtschaftsWoche verfügte das KBA zum damaligen Zeitpunkt noch nicht über eigene Analyse-Software. VW half deswegen aus. Das KBA hat Fragen der Redaktion dazu nicht beantwortet.

Die Messungen des KBA im Rahmen der VW-Rückrufaktion wegen der manipulierten Motoren wurden mit einem zufriedenstellenden Ergebnis für Volkswagen abgeschlossen. Laut Bescheiden des Amtes an VW, die der WirtschaftsWoche vorliegen, sind die Abschalteinrichtungen (Drosselung der Abgasreinigung) in den Fahrzeugen nach den Updates nicht mehr zu beanstanden: „Die vorhandenen Abschalteinrichtungen wurden als zulässig eingestuft“, heißt es in 16 Bescheiden, die sämtliche VW-Konzernmarken betreffen.

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