Abgasskandal: VW-Ingenieur zu über drei Jahren Haft verurteilt

Abgasskandal: VW-Ingenieur zu über drei Jahren Haft verurteilt

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James Robert Liang wurde in den USA zu mehr als drei Jahren Haft verurteilt.

Der Abgasskandal fand in den USA seinen Anfang. Nun wurde dort auch der erste Manager im Zusammenhang mit den manipulierten Dieselmotoren verurteilt. Ein Ingenieur muss für mehrere Jahre in Haft.

Im Volkswagen-Dieselskandal hat ein Gericht in den USA gegen einen ersten Angeklagten eine Haftstrafe verhängt. Das Bezirksgericht in Detroit verurteilte den 63-jährigen James L. mit deutscher Staatsangehörigkeit wegen seiner Rolle bei der Manipulation von Abgaswerten zu drei Jahren und vier Monaten Gefängnis sowie einer Geldstrafe von 200.000 Dollar. Damit lag das Urteil über der von der Staatsanwaltschaft geforderten Strafe von drei Jahren und 20.000 Dollar. Die Verteidigung, die für eine mildere Strafe plädiert hatte, kann Berufung einlegen.

Richter Sean Cox sagte, das Urteil werde hoffentlich andere abschrecken. Der Angeklagte sei Teil einer Verschwörung zum Betrug der amerikanischen Verbraucher gewesen. "Dies ist ein sehr ernstes Vergehen gegen unser Wirtschaftssystem." Nach den Richtlinien für das Strafmaß hätte der Ingenieur maximal zu fünf Jahren Haft verurteilt werden können.

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Volkswagen äußerte sich nicht zu dem Urteil. Der Konzern kooperiere weiterhin vollumfänglich mit dem US-Justizministerium, erklärte ein Sprecher lediglich.

Der Ingenieur hatte sich schuldig bekannt und mit den Behörden kooperiert. Er arbeitete seit 1983 für den Wolfsburger Konzern und war Teil des Teams, das einen Dieselmotor entwickelt hat. Nach Angaben der Ankläger lieferten seine detaillierten Aussagen über die Abgasmanipulation einen Einblick in ein Unternehmen, das seine ethischen Grundsätze dem Streben nach höheren Marktanteilen und Gewinnen untergeordnet habe. In der Reihe der Beschuldigten in dem Skandal ist er jedoch eher ein kleines Licht. Sein Verteidiger hatte gefordert, dass der Ingenieur mit Hausarrest und Sozialstunden davonkommt. L. sei kein Drahtzieher gewesen, sondern habe aus falsch verstandener Loyalität nur blind die Anweisungen seines Arbeitgebers umgesetzt.

Die US-Justiz hat insgesamt acht VW-Manager im Zusammenhang mit dem Abgasskandal angeklagt, fünf sind weltweit zur Fahndung ausgeschrieben. Ein Manager sitzt in den USA in Untersuchungshaft. Er hat sich inzwischen ebenfalls für schuldig bekannt und erwartet sein Urteil am 6. Dezember. Ihm drohen bis zu sieben Jahre Haft und eine Geldbuße zwischen 40.000 und 400.000 Dollar. Ein in München festgenommener ehemaliger Audi-Manager sitzt ebenfalls in Untersuchungshaft.

Der Dieselskandal war vor knapp zwei Jahren in den USA aufgeflogen. VW gab daraufhin zu, Abgaswerte mit einer illegalen Abschalteinrichtung manipuliert zu haben. Diese erkennt, ob ein Auto auf dem Prüfstand getestet wird und reguliert auch nur dann den Schadstoffausstoß. Im normalen Verkehr auf der Straße ist das System dagegen abgeschaltet. Volkswagen bekannte sich in den USA schuldig und akzeptierte eine milliardenschwere Wiedergutmachung an Kunden und Behörden sowie eine Strafzahlung. Insgesamt kostet der Skandal die Wolfsburger in den USA umgerechnet bis zu 22 Milliarden Euro. Auch in Europa klagen geschädigte Autofahrer vor zahlreichen Gerichten. Der Konzern ist zudem mit Schadensersatzklagen von Anlegern in Milliardenhöhe konfrontiert.

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