Absatz- und Umsatzflaute: Japaner laufen deutschen Autobauern den Rang ab

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Absatz- und Umsatzflaute: Japaner laufen deutschen Autobauern den Rang ab

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Während BMW, Daimler und Volkswagen im ersten Quartal 2013 allesamt geringere Umsätze generierten als im Vorjahresquartal, konnten die japanischen Hersteller Zuwächse einfahren. Mazda erwirtschaftete mit 14 Prozent das höchste Umsatzplus.

Die Deutschen haben im Mai zehn Prozent weniger neue Autos gekauft als vor einem Jahr. Doch damit nicht genug: den deutschen Hersteller bläst der Wind weltweit ins Gesicht. Die Japaner dagegen holen auf.

Die Autokäufer in Deutschland haben im Mai einen Bogen um die Autohäuser gemacht. Die Pkw-Neuzulassungen brachen im vergangenen Monat um 9,9 Prozent auf 261.000 Pkw ein, meldet das Flensburger Kraftfahrt-Bundesamt KBA. Damit ist das zarte Frühjahrserwachen bereits wieder zu Ende. Im April hatten die Neuzulassungen um fast vier Prozent zugelegt, der erste nennenswerte Zuwachs seit fast einem Jahr. Seit Jahresbeginn schrumpften die Neuzulassungen laut KBA um 8,8 Prozent auf 1,2 Millionen Fahrzeuge.

Doch nicht nur in Deutschland sind die Verbraucher zurückhaltend. In den Monaten Januar bis März, stagnierte die Autobranche weltweit. Die größten Automobilunternehmen der Welt konnten im ersten Quartal nur ein geringes Umsatz- und Absatzwachstum generieren (jeweils plus 1 Prozent), die Gewinne waren sogar leicht rückläufig, die das Beratungshaus Ernst & Young in seiner aktuellen Quartalsanalyse von 17 weltweiten Autobauern belegt.

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Die meisten Autos verkaufte im ersten Quartal dieses Jahres General Motors: Der US-Konzern steigerte den Absatz um 4 Prozent auf 2,4 Millionen Fahrzeuge. Toyotas Verkäufe gingen um 5 Prozent auf 2,2 Millionen zurück, während Volkswagen als Drittplatzierter seinen Absatz um 6 Prozent auf 2,1 Millionen Autos erhöhte. Besonders schwierig ist die Lage in Westeuropa: Hier verkauften die Konzerne 8 Prozent weniger Fahrzeuge als im Vorjahresquartal, während in den USA ein Plus von 6 Prozent und in China sogar ein Wachstum von 9 Prozent erreicht werden konnte.

Deutsche Hersteller fahren japanischen hinterher

Angesichts der massiven Absatzkrise in Westeuropa bläst den deutschen Autoherstellern der Wind ins Gesicht: Während die deutschen Konzerne mit sinkendem Umsatz (minus 3 Prozent auf 90,2 Milliarden Euro) und deutlich rückläufigem Gewinn (minus 28 Prozent) kämpften, konnten die japanischen Autohersteller ihren Umsatz um 6 Prozent auf 111,1 Milliarden Euro und den Gewinn sogar um 72 Prozent steigern – und das, obwohl die Zahl ihrer verkauften Fahrzeuge um 4 Prozent zurückging.

Zudem arbeiteten die japanischen Konzerne deutlich profitabler: In den Monaten Januar bis März 2013 betrug ihre EBIT-Marge 6,9 Prozent, bei den deutschen Herstellern lag sie lediglich bei 5,9 Prozent. Zurückzuführen ist die Erfolgsgeschichte aus Nippon vor allem auf den schwachen Yen, aber auch auf erhebliche Effizienzsteigerungen seitens der japanischen Unternehmen. Peter Fuß, Partner bei Ernst & Young: "Die japanischen Konzerne haben ihre Hausaufgaben gemacht: Hohe Qualitätsvorgaben, Effizienzoffensiven und eine intelligente Preispolitik zeigen nun Erfolge. Mit den Japanern müssen die deutschen Top-Konzerne wieder verstärkt rechnen.“

Immerhin konnte BMW seine Position als margenstärkster Autokonzern der Welt trotz eines leichten Margenrückgangs von 11,7 auf 11,6 Prozent verteidigen. Mit deutlichem Abstand folgen Hyundai (8,7 Prozent) und Toyota (8,6 Prozent).

Die US-Konzerne legten dank des starken amerikanischen Absatzmarktes um 2 Prozent zu, die südkoreanischen Hersteller erzielten ebenfalls ein Plus von 2 Prozent. Schlechter als die deutschen Konzerne entwickelten sich die südeuropäischen Hersteller, deren Umsatz um 7 Prozent zurückging.

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